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Wiederaufnahme der Ausstellung "Bibel - Thesen - Propaganda" vom 24.-28. Mai 2017

siehe Pressemitteilungen vom 19. Mai und vom  2. Februar 2017


Noch im Jahr 1517 wurden die von Martin Luther Ende Oktober zum ersten Mal veröffentlichten 95 Thesen zur Klärung der Kraft der Ablässe gedruckt, zwei Plakatdrucke in Leipzig und Nürnberg sowie eine kleinformatige Ausgabe in Basel.

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt neben einem Exemplar der Basler Ausgabe auch einen der seltenen Plakatdrucke der 95 Thesen, die in Nürnberg hergestellt wurden. Dieses Exemplar gehört seit 2015 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Bei diesem Druck ist die Zählung in vier Blöcke geteilt: 3 x 25 + 1 x 20 fortlaufende Ziffern, jeweils beginnend mit der Ziffer 1.

 

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz besitzt einen Plakatdruck aus Leipzig. Bei diesem fällt die Zählung der Thesen ins Auge. Wohl war hier eine fortlaufende arabische Zählung beabsichtigt, die jedoch sehr fehlerhaft ausgeführt wurde: 42 statt 24, nach 26 wird mit 17 weitergezählt und gleich zwei Mal findet sich im zweiten Teil eine eigene Zählung, so wird These 55 als 45 gezählt sowie die Thesen 46 und 83 als 74 und 75, letztere gar mitten im Satz. So kommt dieser Druck am Ende vermeintlich auf 87 Thesen.  

 

Abbildung 1  - der Nürnberger Druck, UNESCO-Weltdokumentenerbe
Martin Luther: [Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiuarum] Amore et studio eliucidande vertitatis: hec subscripta disputabu[n]tur Wittenberge. Presidente R. P. Martino Lutther: Artiu[m]|| et S. Theologie Magistro: eiusdemq[ue] ibidem lectore Ordinario. Quare petit: vt qui non possunt verbis|| presentes nobiscu[m] disceptare: agant id literis absentes. In no[m]i[n]e d[omi]ni nostri hiesu chr[ist]i. Ame[n]
Einblattdruck, 38,4 x 26,7 cm - Satzspiegel 33,5 x 22,9 cm
Nürnberg: Hieronymos Höltze, 1517
Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, gr. 2º Luth. 54 R
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Nürnberger Thesendruck
in der Digitalen Bibliothek der Staatsbibliothek

Abbildung 2  - der Leipziger Druck
Martin Luther: [Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiuarum] Amore et studio eliucidande vertitatis: hec subscripta disputabuntur Wittenburge
Presidente R. P. Martino Luther Eremita-|| no Augustiniano Artiu[m] et S. Theologie Magistro: eiusdemq[ue] ibidem lectore Ordinario. Quare petit: vt qui non || possunt verbis presentes nobiscum disceptare / agant id literis absentes. || In Nomine d[omi]ni nostri Ihesu Christi. Amen.
Einblattdruck, 40,5 x 30 cm - Satzspiegel 34,9 x 22,6 cm
Leipzig: Jakob Thanner, 1517
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 13, Nr. 4-5a, Fasz. 1
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Leipziger Thesendruck
in der Digitalen Bibliothek der Staatsbibliothek

alle Abbildungen: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Dies ist eines der wenigen Autographen Martin Luthers, mit dem auch seine kompositorischen Interessen überliefert sind. Luther entwarf ein Katechismuslied und dazu eine Melodie, die er jedoch wieder verwarf. Im Text zeugen die Spuren von seiner intensiven Textarbeit.

Martin Luther: Vaterunserlied, Autograph, 1539, 33,7 x 13 cm
herausgetrenntes Blatt, bei dem die zweite Hälfte weggeschnitten wurde

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Bereits in den zwanziger Jahren des 16. Jhdts. hatte Luther das Papsttum alsl Personifikation des Antichristen bezeichnet. Auch nach der Etablierung der beiden Konfessionen in den 1550er Jahren blieb diese Vorstellung erhalten und die Parteien beschuldigten sich gegenseitig, den Teufel zu repräsentieren.

Das hier gezeigte Flugblatt ist ein lutherisches Propagandablatt gegen die katholische Kirche. Der in drei Spalten gesetzte Text bezieht sich direkt auf die Darstellung, feiert den Sieg Christi, der allein mit den Worten den Antichristen niedergerungen hat.

Vergleichung zwischen Christus von dem Belial, Vnd was für ein Span, vnd Streit zwischen jhnen beiden ist
Flugblatt, 1556, 42 x 36,2 cm

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Friedrich Bernhard Werner: Stadtansicht von Wittenberg, um 1724, 55 x 109 cm

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Handkolorierte Bibeln, gar mit zusätzlicher individueller Bildausstattung und auf Pergament gedruckt, wurden als Luxusprodukte hergestellt und blieben aufgrund ihrer Preise in der Regel dem Hochadel vorbehalten. Aus der Cranach-Werkstatt stammen vier sorgfältig produzierte Prachtbibeln, von denen in der Ausstellung zwei gezeigt werden.

Diese Bibel entstand im Jahr 1541 in der Cranach-Werkstatt für den anhaltinischen Fürsten Johann IV. Um 1659 schenkte Fürst Johann Georg II. von Anhalt dem Großen Kurfürsten von Brandenburg, dem Gründer der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin, eine zweibändige Prachtbibel aus der Cranach-Werkstatt, hier eine Abbildung aus

Biblia: das ist: die gantze Heilige Schrifft: Deudsch, Auffs new zugericht. D. Marth. Luth. Wittenberg: Hans Lufft, 1541.

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Von außerordentlicher Schönheit ist diese von Lucas Cranach d. J. gestaltete vierbändige Pergamentbibel. Sie ist zudem insofern besonders, als der Auftraggeber ein einfacher Landadliger war und sich dennoch eine derartige Kostbarkeit leistete. Nikolaus von Ebeleben besaß eine kostbare Büchersammlung von ca. 400 Werken, meist in wertvollen Einbänden, die nach seinem Tod verkauft und dadurch zerstreut wurden. Die vierbändige Pergamentbibel wurde von den Kurfürsten von Brandenburg erworben und gehörten so sehr wahrscheinlich zum Gründungsbestand der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin. Heute sind nur noch drei Exemplare der 1561 auf Pergament gedruckten Bibeln aus der Offizin des Wittenberger Druckers Hans Lufft bekannt.

Biblia: Das ist: Die gantze heilige Schrift: Deutsch. D. Mart. Luth. Begnadet ..., Wittenberg: Hans Lufft, 1561
Cranach-Bibel für den thüringischen Gutsbesitzer Nikolaus von Ebeleben, hier im Zentrum der Darstellung Martin Luther

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Cranach-Bibel für den thüringischen Gutsbesitzer Nikolaus von Ebeleben aus dem Jahr 1561, hier im Zentrum die sog. Luther-Rose

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


1822 wurde die erste vollständige Übersetzung der protestantischen Bibel ins Chinesische vollendet, besorgt wurde dieses sieben Jahre lang von dem englischen Missionar Joshua Marshman und dem Lektor Johannes Lassar, einem in Macao geborenen Armenier. Im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin befindet sich das Neue Testament dieser frühesten Ausgabe, das als Geschenk der Erzieherin der Prinzessin Luise nach Preußen gelangte.

New Testament, Serampore (Bengal), 1815-1822. Druck mit beweglichen Typen auf Papier

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digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Während seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig komponierte Johann Sebastian Bach zur Ausgestaltung der Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen zahlreiche Kantaten. Die Kantate "Gott der Herr ist Sonn und Schild" (BWV 79) entstand zum Reformationsfest 1725 und ist die einzige Kantate zu diesem Anlass, die überliefert ist. Dem festlichen Anlass angemessen ist das Orchester neben Streichern auch mit Holzbläsern, Hörnern und Pauken besetzt.

Johann Sebastian Bach: Gott der Herr ist Sonn und Schild BWV 79. Autographe Partitur. Titelumschlag und 24 Seiten. 36 x 21,5 cm (einige Blätter etwas kleiner). Leipzig, 1725.

digitale Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts stieg die Buchproduktion rasant an, und vor allem Melanchthon setzte sich dafür ein, dass möglichst viele Menschen in die Lage versetzt wurden zu lesen. Die zunehmende Anzahl der gedruckten Bücher ließ wiederum den Wunsch wachsen, diese schön auzugestalten und die Bücher in einem möglichst preiswerten, dennoch ansprechenden Einband aufzubewahren. In Wittenberg entstand der figurale Einbandstil. Der hier abgebildete Einband zeigt auf dem Vorderdeckel negativ geprägt und farbig gestaltet die Ganzkörperfingur Martin Luthers, auf dem Hinterdeckel Philipp Melanchthon.

Martin Luther: Der Psalter mit den Summarien, Wittenberg / Leipzig, 1581

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digitale Abbildungen: Staatsbibliothek zu Berlin - PK