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"Der Erste Weltkrieg im Kinderbuch" - Ausstellung, Vortrag

Bezug: Pressemitteilung vom 27. März 2014

Herbert Rikli: Hurra! : ein Kriegs-Bilderbuch. - Stuttgart : Loewe, [1915]. - 23 S.

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Bildnachweis: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Die Helden dieses Kinderbuchs sind der deutsche Junge "klein Willi" und sein österreichischer Freund "Franzl". Ihre "Abenteuer" bestehen darin, dass sie Franzosen, Engländer, Russen, Serben und andere Feinde erschlagen, erschießen oder mit Bomben töten. Sowohl die Illustrationen als auch die Verse stammen von Herbert Rikli (ca. 1880-1939), einem Zeitschriften- Illustrator und Werbegraphiker. Die offizielle Kriegspropaganda der deutschen und österreichisch-ungarischen Regierungen zu Beginn des Ersten Weltkrieges war relativ zurückhaltend. Doch viele Verleger und Autoren brachen diese Regeln. In diesem Kinderbuch werden die Kriegsgegner als dumm und feige dargestellt. Die Illustrationen verwenden eine glorifizierende und diskriminierende Bildsprache und bedienen sich massiv bei Elementen der Propaganda. Auf manipulative Art und Weise lernten die Kinder so mehr über die Gegner Deutschlands sowie Österreich-Ungarns und gewöhnten sich an die Einteilung der Kriegsteilnehmer in "gut" oder "böse". Begleitet von einem kleinen, süß aussehenden Hund zerstören Willi und Franzl jeden Gegner, der ihren Weg kreuzt. Als Willi am Ende feststellen muss, dass er nur geträumt hat, ist er enttäuscht, nicht tatsächlich alle diese Feinde getötet zu haben.

Hurray! A War Picture-Book
This children's book by the magazine illustrator and commercial advertising artist Herbert Rikli (ca. 1880-1939) tells the story of the German boy "little Willi" and his Austrian friend "Franzl", butchering or striking dead Frenchmen, Englishmen, Russians and Serbians or throwing bombs against other enemies. Rikli also composed the verses for this children's book. The war propaganda of Germany and Austria-Hungary's governments at the beginning of the First World War was relatively restrained. However, many publishers and authors broke these rules. In this children's book the enemies are all described as stupid and cowardly. The illustrations use glorifying and discriminating pictorial language. In this manipulative and propagandistic way the children learned about the enemies of Germany as well as Austria-Hungary and got acquainted with the way of dividing the fighting countries into "good" or "evil". In the story Willi and Franzl are accompanied by a cute-looking dog while they are destroying every opponent crossing their way. When Willi discovers in the end that it was only a dream, he is disappointed at not having killed all these enemies.



WebPortal "Europeana 1914-1918"


Die Lügen-Nachrichten unserer Feinde! : bestes deutsches Abort-Papier. - [S.l.], [ca. 1915]. - [65] Bl.

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Abbildungen: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Die Lügen-Nachrichten unserer Feinde! Bestes deutsches Abort-Papier

Der Erste Weltkrieg und seine Propaganda brachte auch viele Kuriositäten hervor. - Was kann man tun, wenn man die Nase voll hat von schlechten Kriegsnachrichten? Man kann sie ignorieren, sich den Teufel darum scheren, sie leugnen und bestreiten, oder man kann auf sie spucken oder sie noch für einen anderen Zweck benutzen. Dies ist ein besonderes "bestes deutsches" Toilettenpapier: Es wurde mit Nachrichten ausländischer Zeitungen bedruckt. Zum Beispiel wird eine Nachricht in der "Times" zum Sieg der britischen Marine über die deutsche Flotte als unwahr erklärt, obwohl dies den Tatsachen entsprach. Diese Mitteilungen werden alle als "Lügen-Nachrichten unserer Feinde" bezeichnet. Die einzelnen Seiten können wie in einem Abreißkalender heruntergerissen werden.

Our Enemies' Lies! Best German Toilet Paper

The First World War and its propaganda produced many bizarre objects. What can you do if you are tired of bad war news? You can ignore them, you can deny them, you can spit on them, or even use them for a very particular purpose. This is a special "best German" toilet paper: It was printed with news from foreign newspapers. For example, news from the Times newspaper about a victory of the British navy over the German fleet is declared as wrong even if this was the truth. All of this news was called as "lies-news of our enemies". The sheets were designed to be torn off.


800x600 Germania 1914 Germania 1918. - [London], [Juli 1918]. - 1 Bl. ; 22 x 28 cm
Einsatzzeit: 00.07.1918, Verbreitung durch Ballon

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Bildnachweis: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Dieses Flugblatt wurde ab Juli 1918 eingesetzt und erreichte eine Auflage von rund 50.000. Es nimmt die traditionsreiche Figur der Germania in der allegorischen Darstellung einer Doppelkarikatur wieder auf. Im Jahre 1914 lenkt die blondgelockte üppige Germania den Wagen "Deutschland", indem sie den davor gespannten Esel mit einer Rübe (Sieg) lockt. Ihr zur Seite sitzen im Wagen Kaiser und Militär. Im Jahre 1918 fühlt sich der abgemagerte Esel kaum noch von einer schrumpligen Rübe (Ersatzsieg) veranlasst, den Lenkversuchen der gealterten und abgemagerten Germania Folge zu leisten. Der Wagen "Deutschland" ist notdürftig geflickt und mit Geldsäcken beschwert. An die Stelle von Krone und Militär sind jetzt die Kriegsgewinnler getreten. Damit folgt auch dieses Blatt der Propagandastrategie der Engländer, die Monarchie, das oberste Militär und die Kriegsgewinnler aus Deutschland als Verursacher des Krieges zu präsentieren, um so die einfachen Soldaten an der Front mürbe zu machen.

This pamphlet was used since July 1918 and had a print run of about 50,000. It shows the figure of Germania, rich in tradition, which is allegorically represented in a double caricature. In 1914, the blond-curly, voluptuous Germania is shown driving the chariot "Deutschland", holding a carrot (victory) in front of the donkey in order to make him pull the chariot. Beside her in the chariot are the Kaiser and the military. In 1918 the wrinkly carrot (token victory) hardly provides an incentive for the emaciated donkey to obey the aged and equally emaciated Germania trying to move forward. The chariot "Deutschland" has been repaired in a rough-and-ready way and is loaded with money bags. The war profiteers have taken the place of the Crown and the military. The pamphlet is another element of the propaganda strategy of England, to present the monarchy, the military and the war profiteers from Germany as being responsible for the war, - a strategy of wearing down the ordinary soldiers at the front.


Vom Totentanz : Anno 1915 ; 10 Bilder / in Holz geschnitten von Otto Wirsching. Dachau bei München : Roland-Verl., [1916]

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Bildnachweis: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Otto Wirsching (1889-1919) wirkte als Maler und Graphiker in München und Dachau. Sein "Vom Totentanz Anno 1915" gilt als bedeutendster unter den zahlreichen im Ersten Weltkrieg entstandenen Totentänzen. Totentänze sind eine seit dem 14. Jahrhundert nachweisbare Kunstform, in denen der Einfluss und die Macht des Todes auf das Leben der Menschen in allegorischer Weise dargestellt werden. Das Hauptmotiv der traditionellen Totentänze ist es, die Gleichheit aller vor dem Tod und den unvermeidlichen Triumph des Todes darzustellen. Die Kirche mahnte die Gläubigen, sich auf den Tod durch ein gottesfürchtiges und frommes Leben gut vorzubereiten. Wirschings Totentanz hat eine völlig andere Ausrichtung. Ein zeitgenössischer Kommentator schreibt: "Der Totentanz, der unter seinem Schnitzmesser entstand, war etwas ganz anderes als jene schaurigen Schöpfungen des Mittelalters. Nicht die Furcht vor dem Tode hat ihn geboren, sondern das direkte Gegenteil: die Verachtung des Todes, das stolze Kraftgefühl der Jugend, die wohl das Unheil sieht, das er anrichtet, aber sich dadurch durchaus nicht erschrecken läßt [...]. Die volle Lauge des Spotts ergießt der Künstler im folgenden Blatt [Das Lazarett] über ihn aus. Dort ist [der Tod], wohl aus Versehen, an ein Lazarett geraten, über dessen blumengeschmückten Fenstern die Fahne des Roten Kreuzes groß und breit weht. Da ergeht's ihm nun sehr übel. Die Oberin, eine höchst stämmige Dame, befördert ihn mit einem gewaltigen Schwunge, wie einen lästigen Handlungsreisenden an die Luft. Er fliegt aufs Pflaster, daß die Funken sprühen, verliert seinen ganzen Unterkiefer und hält sich stöhnend den Kopf mit beiden Händen. Ein paar Verwundete hinter dem Fenster lachen aus vollem Hals dazu. Das ist nun wirklich ein herzerfrischend kräftiger Humor [...]. Ist es nicht als riefe uns die Stimme des jungen Künstlers und Kriegers zu: 'Sorgt euch nicht zu sehr um uns, ihr Daheimgebliebenen! Der Tod hat keine Schrecken für uns!' " (E. Delpy, in: Reclams Universum, 24. Aug. 1916)

Dance of Death Anno 1915

Otto Wirsching (1889-1919) was a painter and graphic artist in Munich and Dachau. His "Dance of Death Anno 1915" is seen as by far the most important among the numerous dances of death originating in the period of the First World War. Dances of death are an artistic genre which has existed since the 14th century. In an allegorical way, these pictures show the influence and power of death over life. The main motifs of the traditional dances of death are equality in death and the presentation of the inevitable triumph of Death. The Church admonished the faithful to prepare for death by leading a godly and pious life. Wirsching's Dance of Death has a totally different focus. A contemporary commentator writes: "The Death of Dance which he shaped with his carving tool was completely different from the horrible creations of the Middle Ages. It was not the fear of death which created it, but the direct opposite: the contempt of death, this proud feeling of strength of the young people, who may see all the disaster which comes with death, yet are not afraid. [...]. The artist pours scorn on him in the following picture [Das Lazarett (The hospital)]. There [death], probably by accident, came to a hospital, where the large flag of the Red Cross was waving proudly above the flower adorned windows. He is not treated well at all. The matron, a very stout lady, violently throws him into the street, just like an annoying travelling salesman. He falls on the pavement, loses his complete lower jaw and holds his head with both hands, moaning. Behind the window some of the wounded are laughing out loud. That is really a refreshingly strong sense of humour [...].The voice of the young artist and warrior seems to say: 'Don't worry about us too much, you who have stayed at home! Death does not frighten us!' " (E. Delpy, in: Reclams Universum, 24 Aug. 1916)


800x600 Militärische Karte, Ösel, 1917. - [1] Bl. : Kt. [Military Map, Osel]

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Bildnachweis: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

An den Ecken der handgefertigten Landkarte klebt Erde. Sie weist das Einschussloch einer Kugel auf. Diese Kugel hat wahrscheinlich das Leben von Walter Flex beendet, dem Kriegsfreiwilligen der Ersten Stunde, der die millionenfach gelesene Erzählung "Der Wanderer zwischen beiden Welten" schrieb, nachdem sein bester Freund gefallen war. Die Orts- und Flurnamen auf der Landkarte verraten es: Sie zeigt Bäume, Sümpfe, Seen, Dörfer und Häuser auf der baltischen Insel Saarema, deren deutscher Name Ösel lautet. Saarema ist Estland vorgelagert, gehörte aber damals zu Russland. Walter Flex war im Oktober 1917 mit seiner Division auf der Insel gelandet, um die Russen zu schlagen. Nach drei Tagen waren die Kämpfe beendet, die Russen ergaben sich und sollten ihre Waffen abliefern. Nur einer weigerte sich und schoss auf Walter Flex. Die Kugel riss ihm den rechten Zeigefinger ab und drang dann in seinen Leib ein. Sein letztes Lebenszeichen: "Liebe Eltern! Diese Karte diktiere ich, weil ich am Zeigefinger der rechten Hand leicht verwundet bin. Sonst geht es mir sehr gut. Habt keinerlei Sorge. Viele herzliche Grüße Euer Walter." Am nächsten Tag starb er, gerade 30-jährig, an seinen inneren Verwundungen. In seiner Tasche steckte eine Landkarte der Insel Ösel. Sie ist heute Bestandteil des Nachlasses Walter Flex in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.

The corners of the handcrafted map are covered with mud. And it shows apparently a bullet hole. This bullet probably gave end to the life of Walter Flex, war volunteer and author of the millionfold read war novel "Wanderer zwischen beiden Welten" (The Wanderer between Two Worlds), written after his best friend had been killed in the fields. The place and field names on the map reveal what it is: it shows trees, swampland, lakes, villages and cottages on the Baltic island Saaremaa located offshore from Estonia, but at that time belonging to Russia. The island's German name is Ösel (Osel). Walter Flex and his division had landed on this island in October 1917 to beat the Russians. After three days of struggling, the Russians capitulated and delivered their weapons. But one of the soldiers refused to capitulate and shot Walter Flex down. The bullet tore his right forefinger off, entered his body and got stuck near the stomach. He left a last line: "Dear parents! I dictate this postcard as I'm slightly wounded at the forefinger of my right hand. Besides this, I am well off. There's no room for worry whatsoever. Love, Walter." The next day he died, at the age of just 30, due to his inner injuries. In his bag there was this map of the island Saaremaa. Today this map is part of the literary remains of Walter Flex kept in the manuscript department of the Staatsbibliothek zu Berlin.