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DP-Literatur im Jüdischen Museum Berlin

Ausstellung und Katalog vom 3.9. - 15.12.2015


Bezug: Pressemitteilung vom 31. August 2015

3.9. bis 15.12.2015 im Jüdischen Museum Berlin

In den Jahren 1945 bis 1950 stellten Juden, die der deutschen Mordmaschinerie entgangen waren und in den von Briten und Amerikanern eingerichteten Lagern der Displaced Persons (DP) erste Unterkunft und Sicherheit gefunden hatten, dort einige hundert literarische Werke her. Diese halfen den entwurzelten Menschen, die die Qualen der Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager überlebt oder im Untergrund und in Verstecken ausgeharrt hatten, nun jedoch nicht in ihre Heimatorte zurückkehren konnten oder wollten, sich mit Erlebtem auseinanderzusetzen, neue Orientierung zu finden, Bildung zu vermitteln, sich gegenseitig zu informieren oder zu agitieren.

Nur wenige Exemplare dieser Werke sind erhalten, denn sie wurden in sehr kleinen Auflagen und meist auf schlechtem Papier gedruckt, wurden viel genutzt und dabei oft ‚zerlesen’. Seit vier Jahren sammelt die Staatsbibliothek zu Berlin diese Literatur, von den inzwischen 400 Exemplaren zeigt sie im Jüdischen Museum Berlin drei Monate lang eine Auswahl.


In fremdn Land
Mates Olitski, Gedichte
Eschwege: Ibergang, 1947

Download 2,8 MB

Im Zentrum des Gedichtbandes, von dem der Titel der Ausstellung wie auch des Katalogs abgeleitet ist, stehen die traumatischen Begegnungen polnischer DPs mit dem fremden und verhassten Deutschland. Den Gedichten über Deutschland sind zwölf Gedichte vorangestellt, die der Poet seinem Bruder widmete, einem Schriftsteller, der 1941 ermordet worden war.  Mates Olitski überlebte den Krieg in der Sowjetunion, von wo er 1946 nach Polen repatriiert wurde und dann zur Sche'erit Hapleta ("der gerettete Rest", wie sich die die jüdischen Displaced Persons in Anlehnung an einen biblischen Ausdruck selbst nannten) stieß. Die damalige Publikation des Buches wurde durch das Jüdische Arbeiterkomitee, einer Gewerkschaftsorganisation mit Sitz in New York, finanziert.

Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Jidische Bilder
Umparteijischer jidischer Chojdesch-Zhurnal far ale Jidn
Gräfeling: Jidisze Bilder, 1948

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Zwei Jahre nach der Befreiung erschien in Gräfeling diese Monatszeitung. Der federführende Journalist Schlojme Frank hatte zuvor für eine gleichnamige Zeitung in Riga gearbeitet. In Deutschland erschienen zwanzig Ausgaben, später in Israel, wohin Frank auswanderte, weitere sieben.

Das Titelblatt der 16. Nummer zeigt eine kolorierte Aufnahme des dritten Kongresses der befreiten Juden in der amerikanischen Besatzungszone in Bad Reichenhall. Hinter dem Präsidium ist das Symbol der Sche'erit Hapleta, ein gefällter Baum mit einem neuen Trieb, vor der Landkarte Palästinas zu sehen.

Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Zurik zum Lebn

Zurik zum Lebn Derzejlungen
Malke Kelerich, München: WIZO, 1948

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Nur wenige Frauen waren in der Sche'erit Hapleta literarisch aktiv, eine war Malke Kelerich. Die zionistische Frauorganisation WIZO ermöglichte diesen Druck mit Erzählungen. Sie thematisiert das Leben im Versteck und im Ghetto, schreibt über die Entmenschlichung auf den Todesmärschen und übt eine satirischen Blick auf das Leben im DP-Camp.

Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


Fun leztn Churbn - Taarucha
Hg. von Israel Kaplan
München: Zentrale Historische Kommission, 1948

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Während des dritten Kongresses der befreiten Juden in der amerikanischen Besatzungszone in Bad Reichenhall stellte die Zentrale Historische Kommission in München aus ihrem Archiv Dokumente und Fotografien zur Verfolgung und Vernichtung der Juden in Europa aus. Gezeigt wurde auch ein Plakat von Pinches Schwarz, das einen toten KZ-Häftling zeigt, vor dessen Brust eine Schriftrolle liegt. Darunter steht in Jiddisch der Appell an die DPs, sich an der Dokumentation der Verbrechen zu beteiligen.

Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK


In heldischn Gerangl
New York, Undser Zajt, 1949

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Zum sechsten Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto im Jahr 1943 erschien in New York dieses Sammelbuch. Es wendete sich an jene Mitglieder des jüdisch-sozialistischen Bundes, die nunmehr in Deutschland waren. Der Der jüdisch-sozialistische Bund war in der Zwischenkriegszeit die populärste jüdische Partei in Polen und hatte im polnischen Untergrund gewirkt. Der Band enthält u. a. einen Zeitzeugenbericht von Marek Edelman, dem Anführer der bundistischen Gruppe, wie auch Aufsätze und Dokumente, die sich mit dem Anteil des Bundes am Warschauer Ghetto-Aufstand befassen. Das Titelblatt zeigt eine preisgekrönte Farblithografie von Henryk Hechtkopf, das Motiv ist auch auf einer offiziellen polnischen Briefmarke abgedruckt.

Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin - PK