Die Abteilung Bestandsaufbau betreut die Sammlung amtlicher Publikationen der Staatsbibliothek zu Berlin mit folgenden Aufgabenbereiche
Was sind Amtsdruckschriften?
Amtsdruckschriften – auch: Amtsdrucksachen, amtliche Publikationen, amtliche Veröffentlichungen – sind Dokumente, die von einem öffentlich-rechtlichen Herausgeber veranlasst oder verlegt werden oder in dessen Auftrag erscheinen, z.B. von
Dabei ist es hinsichtlich dieser Definition unerheblich, ob die betreffende Publikation von der herausgebenden Stelle selbst vervielfältigt und verbreitet wird oder in einem kommerziellen Verlag erscheint.
Amtsdruckschriften können ausschließlich amtlichen Inhalts sein, aber auch nicht-amtlichen Inhalt besitzen, z. B. Kulturinformationen, geschichtliche oder fachliche Teile enthalten oder ganz aus ihnen bestehen. Sie dokumentieren somit das breit gefächerte Spektrum staatlichen Handelns auf allen Gebieten des politisch-sozialen und kulturellen Lebens. Zudem ist der uneingeschränkte Zugang der Bürger zu diesen Materialien (einschließlich der Parlamentsschriften) für die Beteiligung an demokratischen Entwicklungs- und Meinungsbildungsprozessen unabdingbar.
Diese Definition findet sich beispielsweise in den Sammelrichtlinien (Stand Juli 2009) der Deutschen Nationalbibliothek. Auf internationaler Ebene gibt es z.B. Definitionen der IFLA (International Federation of Library Associations) aus dem Jahr 1983 oder auch der UNESCO aus dem Jahr 1958.
Geschichte der Amtsdruckschriften-Sammlung

Das Sammeln von in- und ausländischen Amtsdruckschriften hat in der Staatsbibliothek zu Berlin eine lange Tradition. So enthält die Sammlung an Parlamentsschriften z. B. Bestände aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Im Gegensatz zu anderen Sammlungen der Preußischen Staatsbibliothek blieb der Bestand der amtlichen Veröffentlichungen weitgehend von der Zerstörung bzw. den Verlusten durch Auslagerungen in den Kriegsjahren bis 1945 verschont. In der Zeit von 1956 bis 2004 wurde die Sammlung innerhalb einer eigenen Sonderabteilung für Amtsdruckschriften gepflegt, seit 2005 werden die Aufgabenbereiche von der Abteilung Bestandsaufbau wahrgenommen. Somit kann die Staatsbibliothek zu Berlin Publikationen zur Verfügung stellen, die in vielen Fällen in keiner anderen deutschen Bibliothek zu finden sind.
Heute werden die vielfältigen Möglichkeiten des elektronischen Publizierens von den herausgebenden Stellen im Rahmen des E-Government intensiv genutzt. Für Bibliotheken, die eine langfristige Bereitstellung der Dokumente anstreben, hat der dauerhafte, sichere Zugriff auf die Dokumente und der Nachweis der relevanten Informationen an zentraler Stelle höchste Priorität. Eine Berücksichtigung dieser veränderten Bedingungen in den Abgabeerlassen steht bislang in den meisten Fällen noch aus; einige Länder berufen sich bei Veröffentlichungen in elektronischer Form auf die Ablieferung von Netzpublikationen entsprechend den Standards der Deutschen Nationalbibliothek.
Publikationen zur Amtsdruckschriften-Sammlung
- Die DDR - Politik und Alltag in Dokumenten und Erinnerungen
- Bildung und Ausbildung
- Bürger, Staat, Politik
- Neue Medien, digitale Kommunikation
- Die Europäische Union
- Kindheit und Jugend
- Rechtsextremismus, Gewalt und Demokratie
- Die neuen Bundesländer
- Gleichberechtigung, Gleichstellung von Frauen und Männern
- Deutsche Einheit, Aufbau Ost
- DDR-Geschichte
- Senioren
- Menschenrechte, Menschenwürde
- Informationstechnik