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Orient

Handschriftensammlungen - Eine Auswahl

Sammlung Diez
Der Diplomat und Orientalist Heinrich Friedrich Diez (1751-1817) vermachte seine umfangreiche Privatbibliothek der Preußischen Königlichen Bibliothek. Diez lebte von 1784 bis 1791 als Preußischer Gesandter in Istanbul.

Neben 17.000 gedruckten Werken und 856 mittelalterlichen Handschriften kamen auf diesem Weg auch etwa 400 orientalische Handschriften in die Bibliothek, was damals zu einer Verdoppelung der Bestände orientalischer Handschriften führte. Unter den Handschriften, die Diez in Istanbul erwarb, befinden sich zahlreiche illuminierte persische Prachthandschriften, etwa eine Ausgabe der Khamsa des Nizami (Diez A Fol. 7) und ein Schahnameh des persischen Dichters Firdausi (Diez A Fol. 1). Zu den herausragenden türkischen Handschriften gehört eine Abschrift des Kitab-i Bahriye, einem Küstenatlas von Piri Re'is (Diez A fol. 57). 

Zu den bedeutenden Kunstschätzen der Staatsbibliothek gehört ebenso die Sammlung von Miniaturen aus sogenannten "Klebealben". Unter den Signaturen Diez A Fol. 70-74 bewahrt die Orientabteilung etwa 500 Miniaturen auf, deren Entstehungszeit bis in die Anfänge des 14. Jahrhunderts zurückgehen.


Sammlung Wetzstein
Johann Gottfried Wetzstein (1815-1905) habilitierte sich für die Arabistik, bevor er im Jahre 1848 nach Damaskus aufbrach. Dort wirkte er bis 1862 als preußischer Konsul. In den Jahren 1851 und 1862 wurden durch die Königliche Bibliothek zwei Handschriftensammlungen mit insgesamt 2.177 Bänden  erworben. Der persönliche Nachlass Wetzsteins wird von der Handschriftenabteilung verwaltet.


Sammlung Petermann
Julius Heinrich Petermann (1801-1876) war ab 1837 Orientalistik-Professor in Berlin. Er wurde im Auftrag von Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1852 unter anderem zum Erwerb von Handschriften in den Orient entsandt. Die erste Sammlung mit 732 Manuskripten gelangte sukzessive in den Jahren 1853-57 in den Bestand der Bibliothek (persische, arabische und armenische Handschriften), eine zweite Sammlung mit ca. 150 Bänden wurde 1870 erworben.


Sammlung Sprenger
Die Sammlung des Tiroler Orientalisten Aloys Sprenger erwarb der König im Jahre 1857 für die Bibliothek. Sprenger lebte lange Zeit in Indien, wo er für die East-India-Company arbeitete. Die Sammlung enthält 1972 Bände arabische, persische und Urdu-Handschriften (davon 1.240 arabische).


Sammlung Schoemann
Der Philologe Carl Schoemann (1806-1877) ging 1845 als Privatsekretär von J.J. Rochussen, dem neuen Gouverneur Niederländisch-Indiens, für 6 Jahre nach Java. Dort nutzte er seine Stellung, um eine umfangreiche Sammlung an Ethnographica und Handschriften anzulegen. Dabei war Schoemann versucht, von jeder verschriftlichen Sprache des indonesischen Archipels mindestens eine Handschrift zu erwerben. Nach seinem Tod konnte seine Handschriftensammlung, bestehend aus 272 Signaturen, im Jahre 1878 von der Königlichen Bibliothek erworben werden. Besonders zu erwähnen ist die Handschrift Schoemann I 21, ein unikaler hinduistischer Text auf Nipah-Palmblättern, die zu den weltweit ältesten erhaltenen Handschriften aus dieser Region überhaupt zählt (1407 oder 1467).


Sammlung Landberg
Im Jahre 1884 erwarb die Preußische Bibliothek 1.052 Bände arabischer Handschriften von der Brill’schen Buchhandlung in Leyden, die der schwedische Orientalist Carlo von Landberg auf seinen Reisen in Syrien und Ägypten erworben hatte.


Sammlung Glaser
Im Jahre 1886 verkaufte der österreichische Forschungsreisende und Südarabienwissenschaftler Eduard Glaser der Königlichen Bibliothek 241 arabische Handschriftenbände, die er von seiner zweiten Jemenreise mitbrachte. Bereits einige Jahre davor kaufte die Bibliothek von ihm eine kleine Anzahl (23 Bände) von dessen ersten Reise nach Arabia Felix.


Sammlung Daḥdāḥ
Rušaid ad-Daḥdāḥ (1813-1889) war ein maronitischer Christ aus dem Libanon, der politisch aktiv war und später in Paris lebte. Seine Handschriftensammlung spiegelt das wiedererwachende Interesse an arabischer Sprache und Kultur sowie ein starkes Interesse am Islam wider. Ein Verkaufskatalog mit 250 Titeln erschien bereits 1912 bei der Librairie Émil Jean-Fontaine in Paris. Die Sammlung wurde (nicht ganz komplett) 1941 bei Brill in Leyden erworben.


Sammlung Rescher
Der Nachlass des Orientalisten Oskar Rescher wurde 1974 durch die Staatsbibliothek erworben. Er umfasst 1.296 arabische, 400 türkische und 26 persische Bände. Die Handschriften stammen zum überwiegenden Teil aus den Kerngebieten des Osmanischen Reiches, Rumelien und Anatolien. Die Sammlung Rescher wird derzeit im Rahmen des KOHD-Projektes katalogisiert.

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