Diese Website setzt Cookies ein. Für die Nutzungsanalyse wird die Software Piwik verwendet.
Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Informationen zum Datenschutz.

Handschriften

Zentrum Handschriftenkatalogisierung - laufende Projekte

 

Erstellung eines Census der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften in lateinischer Schrift der Russischen Staatsbibliothek Moskau

Ziel des Projekts, das von der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz (SBB) und der Universität Freiburg gemeinsam mit der Russischen Staatsbibliothek in Moskau (RSB) mit Unterstützung der DFG auf den Weg gebracht wurde, ist die arbeitsteilige Erschließung von 180 Handschriften lateinischer Schrift aus der RSB. Die Aufgabe der in Moskau tätigen Bearbeiterin besteht in der Autopsie der Originale auf ihre äußeren Merkmale und der Rekonstruktion der jüngeren Besitzgeschichte in Russland, insbesondere unter Einbeziehung der Dokumentation aus den Archiven der RSB. Die Aufgabe der in Berlin tätigen Bearbeiterin liegt in der Rekonstruktion der älteren Überlieferungs- und Besitzgeschichte sowie der Identifizierung von Autoren und Werken. Die gemeinsam zu ermittelnde Nahtstelle bildet der Übergang der Handschriften an russische Vorbesitzer.

Die Erfassung der Beschreibungen geschieht mit Hilfe der Katalogisierungssoftware MXML. Erste Arbeitsergebnisse und bis zu fünf Digitalisate jeder Handschrift werden im Sommer 2010 über "Manuscripta mediaevalia" im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und danach - zeitnahe zur Erstellung - regelmäßig ergänzt werden. Das Projekt soll durch die Erstellung eines gedruckten wissenschaftlichen Katalogs in Deutsch und Russisch im Jahr 2011/12 abgeschlossen werden.

Der Schwerpunkt der Erschließung liegt auf Handschriften, die von 1100 bis 1700 entstanden sind. Hinzu kommen einige jüngere Abschriften älterer Stücke, die besonders bedeutend erscheinen (vor allem von Handschriften mit deutschen Provenienzen oder mit Aussagen zur russischen Geschichte aus westlicher Perspektive). Der bisher durch die Bearbeiterinnen abgesteckte Handschriftenbestand umfasst vor allem Liturgica und Theologica französischer, flämischer, italienischer und deutscher Provenienz. Hierher gehören etwa eine Handschrift mit liturgischen Texten zu Willigis von Mainz aus dem 12. Jh. sowie zwei Pariser Bibeln aus dem frühen 13. Jh. Weitere Manuskripte, die nicht zuletzt den Deutschen Orden und das frühneuzeitliche Preußen betreffen, kommen aus dem südlichen Ostseeraum und beinhalten Texte und Dokumente aus den Bereichen Historiographie, Recht und Verwaltung. Prominente Einzelstücke stammen von klassischen oder humanistischen Autoren oder von Überlieferungszeugen aus Reformation und Gegenreformation.

Verantwortliche Bearbeiterinnen:
Dr. Daria Barow-Vassilevitch (Moskau)
PD Dr. Marie-Luise Heckmann (Berlin)

 

The digitization and cataloguing of Medieval and Early Modern manuscripts in German at the Beinecke Library (Yale University, USA)

Seit August 2010 werden am Handschriftenzentrum der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen deutschsprachigen Handschriften der Beinecke Library (Yale University, USA) katalogisiert. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Staatsbibliothek zu Berlin und der Beinecke Library und wird von dieser und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Insgesamt werden 55 Handschriften und 10 Fragmente bearbeitet. Ein Teil der Handschriften ist bereits durch Handschriftenkataloge der Beinecke Library erschlossen. Ziel des Projekts ist es, die bereits bestehenden Beschreibungen durch Überführung in Manuscripta Mediaevalia recherchierbar zu machen. Mit Zustimmung der Beinecke Library werden die Beschreibungen korrigiert (z. B. Verlesungen), überarbeitet und aktualisiert. Des Weiteren werden die 18 noch unbearbeiteten Handschriften erstmals katalogisiert und die Beschreibungen in Manuscripta Mediaevalia veröffentlicht. Parallel werden alle Handschriften vollständig von der Beinecke Library digitalisiert und anschießend mit den Katalogdaten in Manuscripta Mediaevalia verknüpft.

Die deutschsprachigen Handschriften der Beinecke Library stellen ein heterogenes Provenienzgefüge dar. Der überwiegende Teil der Handschriften wurde im 20. Jh. durch Ankauf erworben, so auch die Sammlung Marston. Einige Bände gelangten durch Schenkung in die Beinecke Library. Dies betrifft die Sammlung Mellon, die sich überwiegend aus alchemistischen Handschriften zusammensetzt. Über die Hälfte der Handschriften entstammen dem 15. Jh. Zehn Handschriften sind ins 16. Jh., fünf ins 14. Jh. und eine ins 17. Jh. zu datieren. Ein Bibelfragment stammt aus dem 8. Jh., eine Pergamentrolle aus dem 13. Jh. und die Fragmente aus dem 12.–14. Jh. Die meisten Handschriften sind in Süddeutschland entstanden, doch finden sich als Provenienzen auch Italien, Frankreich, Dänemark, die Niederlande, Flandern, Böhmen, Köln und Usedom.

Die deutschsprachigen Handschriften der Beinecke Library haben ihren inhaltlichen Schwerpunkt in den Bereichen Theologie, Liturgie, Erbauungsliteratur, Alchemie und Medizin. Neben Urkunden, Chroniken, einem illustrierten Kunstbuch und hagiographischen Texten finden sich u. a. auch ein „Wigalois“- und ein „Willehalm“-Fragment.

Verantwortliche Bearbeiterin:
Kristina Stöbener

 

Katalogisierung der lateinischen Handschriften der Stadtbibliothek Trier aus Eberhardsklausen, Band 2

Zum Bestand der Bibliothek des 1456 gegründeten und 1802 aufgehobenen Augustiner-Chorherrenstifts Eberhardsklausen nahe Trier gehörten ca. 200 Handschriften, die ganz überwiegend in der zweiten Hälfte des 15. und zu Beginn des 16. Jhs. entstanden. Sie werden heute bis auf wenige Ausnahmen in der Stadtbibliothek Trier aufbewahrt.

Nachdem Betty C. Bushey 1996 in ihrem Katalog der deutschsprachigen und niederländischen Handschriften der Stadtbibliothek Trier Beschreibungen von 16 Eberhardsklausener Codices vorgelegt hatte, beschrieben Kurt Heydeck und Guiliano Staccioli in einem ersten, 2007 erschienen Teilband 69 lateinische Handschriften aus dem Chorherrenstift. Diese Erschließung der lateinischen Handschriften aus Eberhardsklausen wird dank der Förderung durch die DFG seit dem 1. Januar 2009 im Handschriftenkatalogisierungszentrum der Berliner Staatsbibliothek fortgesetzt.

Im Mittelpunkt des Projektes, das auf fünf Jahre angelegt ist, steht die Erschließung der restlichen 113 Handschriften der Stadtbibliothek aus Eberhardsklausen, darunter vor allem aszetische, homiletische und hagiographische Handschriften. Ziel des Projektes ist ein gedruckter Katalogband. Soweit vorläufig fertiggestellt, werden die Beschreibungen aber schon vorab in Manuscripta mediaevalia im Rahmen der Projektvorstellung präsentiert werden.

Verantwortliche Bearbeiterin:
Dr. Agata Mazurek