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Handschriften

Die Handschriftenkatalogisierung des Eigenbestandes

 

Beschreibender Katalog der Handschriftengruppe Hdschr.
Verantwortlicher Bearbeiter:
Kurt Heydeck
Bd. 1 (Hdschr. 1-150) 2013 erschienen.

 

Beschreibender Katalog der Manuscripta latina in folio 243–373

Seit dem 1. September 2014 werden mit DFG-Drittmitteln 130 Handschriften der Berliner Manuscripta latina in folio nach modernen Katalogisierungsprinzipien erschlossen. Bei dem Segment Mss. lat. fol. 243–373 (die Zähldifferenz ergibt sich durch das zwischenzeitlich nach Maastricht abgegebene Ms. lat. fol. 365) handelt es sich um eine zwischen 1828 und 1853 erworbene Bestandsgruppe, die an die Beschreibungen im dreibändigen Katalog Valentin Roses von 1901/05 anknüpft.
Mit 99 mittelalterlichen Handschriften – davon drei aus dem 9. Jahrhundert, eine aus dem 11. Jahrhundert  und sechs aus dem 12. Jahrhundert – sowie 31 (früh)neuzeitlichen Handschriften (zu etwa gleichen Teilen auf die Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert verteilt) weist der Bestand eine breite chronologische, daneben aber auch eine inhaltlich und provenienzgeschichtlich höchst heterogene Struktur auf. Abgesehen der größeren Gruppe von zwölf hoch- und spätmittelalterlichen Codices aus dem Havelberger Dom (Mss. lat. fol. 296–307) sowie von fünf um 1820 in Padua entstandenen Gelehrtenhandschriften eines größeren, 1844 erworbenen Konvoluts von lateinischen, slawischen, italienischen und deutschen Handschriften des Panslawisten Joseph Sauerschnigg (Mss. lat. fol. 314–318), kommen größere zusammenhängende Besitzprovenienzen im Bestand nicht vor.
Zu den besonders wertvollen Stücken des Segments gehören ein Lukas-Kommentar des Ambrosius in wisigotischer Schrift aus dem 9. Jahrhundert (Ms. lat. fol. 327), zwei im gleichen Jahrhundert in Frankreich und/oder Italien geschriebene juristische Sammelcodices (Mss. lat. fol. 269–270), eine im 11. Jahrhundert angefertigte Abschrift der ‛Antiquitates Judaicae’ des Flavius Josephus (Ms. lat. fol. 263), eine Cicero-Sammelausgabe aus Corvey aus der Mitte des 12. Jahrhunderts (Ms. lat. fol. 252), eine etwas später (um 1200?) im Umfeld des Magdeburger Klosters Berge entstandene Abschrift der Frutolf-Ekkehard-Chronik (Ms. lat. fol. 295) sowie eine zeitgleich in Frankreich geschriebene, miniaturengeschmückte Sammelhandschrift mit mathematisch-astronomischen Schriften (Ms. lat. fol. 307). Aus dem späten Mittelalter, aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert, kommen mit dem in einem Riesencodex überlieferten ‛Chronicon universale’ aus Hildesheim (Ms. lat. fol. 325) sowie mit einer neapolitanischen Abschrift von Livius‘ Hauptwerk ‛Ab urbe condita’ (Ms. lat. fol. 370) zwei weitere Zimelien hinzu. Wie diese Codices zeichnet sich die ‛Apologia poetarum’ des Nürnberger Humanisten Pankraz Bernhaupt von 1504/15 durch einen besonders qualitätvollen Buchschmuck aus, aber auch durch eine originelle Textfassung (Ms. lat. fol. 335).
Die mittelalterlichen Handschriften werden durchwegs nach dem vertieften Erschließungsmodell der DFG erschlossen, die nachmittelalterlichen nach den Richtlinien für neuzeitliche Codices. Die Beschreibung erfolgt von Anfang an über MXML mit Verbindung zur Handschriftendatenbank Manuscripta Mediaevalia, wobei zunächst nach dem Muster der Greifswalder und Bonner Erschließungsprojekte vollständige Inventardaten sowie die entsprechenden Literaturangaben erschlossen werden und darauf aufbauend die endgültige Erschließung zusammen mit repräsentativen Farbdigitalisaten zu jedem Stück erfolgt. Ferner werden die Wasserzeichen im Zusammenhang mit ihrer Erfassung, Bestimmung und Überführung in die Datenbank WZIS parallel zur Erschließungsarbeit von einer eigens dafür eingestellten wissenschaftlichen Hilfskraft erfasst. Geplant ist schließlich eine zusätzliche Aufbereitung und Präsentation der Daten in einem gedruckten Katalog.

Verantwortlicher Bearbeiter: Dr. Jürgen Geiß


Beschreibende Kataloge der Manuscripta theologica latina in octavo

In dem Projekt wird der nicht durch V. Roses Katalog der "Codices electorales" erfasste Bestand dieser Signaturengruppe entsprechend den DFG-Richtlinien erschlossen. Im 1. Teilband, der im Sommer 2007 erschienen ist, werden Erwerbungen aus den Jahren 1826-1886 beschrieben (Ms. theol. lat. oct. 66-125) - häufig Säkularisationsgut, das zuvor durch die Hände von Sammlern und/oder Antiquaren gegangen war. Bemerkenswert ist die zeitliche Spanne vom 9. bis zum frühen 19. Jh. und die geographische Streuung von Vadstena bis Oberitalien, von Spanien bis Kuronowo (Polen) mit nicht unerheblichen volkssprachlichen Anteilen u.a. in Altschwedisch, Mittelhochdeutsch, Mittelniederländisch, Kastilisch. Die häufig für die private Frömmigkeit genutzten Stücke eröffnen in vielen Fällen den Blick auf bisher wenig bekannte Provenienzen, so dass den historischen Zusammenhängen besondere Aufmerksamkeit zuteil werden muss. In der 2. Projektphase werden seit dem 1.1.2003 die restlichen 63 Bände (126-189) bearbeitet.

Verantwortliche Bearbeiterin: Dr. Beate Braun-Niehr

 

Ziel dieser Projekte ist die Tiefenerschließung nach den Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Fortsetzung der großen Handschriftenkatalogreihen der Königlichen (später Preußischen bzw. Staats-) Bibliothek in gedruckter Form und online.