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Handschriften

Gerhart Hauptmann Nachlass

Der Nachlass Gerhart Hauptmanns gehört zu den wichtigsten Literatennachlässen der Staatsbibliothek zu Berlin. Er umfasst u. a. die Manuskripte, Korrespondenz, Notiz- und Tagebücher sowie die umfangreiche Bibliothek des Dichters.

Der Briefnachlass hat eine eigene, komplizierte Geschichte. Der 1969 erworbene Teil umfasst ca. 81.500 an Hauptmann gerichtete Briefe, Antwortkonzepte, Diktathefte und Briefdurchschriften. Er ist teils alphabetisch (Gruppe A "Prominente, Freunde, Bekannte"), teils nach Sachbetreffen (Gruppen B - Q) geordnet. Diese Briefe sind durch ein maschinenschriftliches Verzeichnis erschlossen, das in seinem alphabetischen Teil allerdings lediglich die Korrespondenzpartner und die Anzahl der erhaltenen Briefe festhält; noch gröber sind die sachlich geordneten Briefe (B - Q) erschlossen.

Nach der Wende übernahm die Staatsbibliothek einen weiteren Teil des Briefnachlasses, der 1946, nach dem Tode Hauptmanns, der Ost-Berliner Akademie der Künste übergeben wurde. Dieser enthält 2.750 Briefe, die chronologisch abgelegt und durch einen Index erschlossen wurden. Nach der Wende wurden beide Nachlassteile in der Staatsbibliothek zusammengeführt, dabei wurden auch Briefe aus dem Ost-Berliner Teil in die Gruppe A des West-Berliner Teils des Nachlasses umgelegt. 

Weitere Briefe Hauptmanns liegen in verschiedenen anderen Nachlässen der Staatsbibliothek, vor allem auch in den Nachlässen seiner Familie, sowie als später gekaufte Nachlassergänzungen in der Autographensammlung der Staatsbibliothek. Die Staatsbibliothek besitzt auch die Bibliothek Gerhart Hauptmanns, die sich ebenfalls  in der Handschriftenabteilung befindet. 

Gerhart Hauptmann digital

Das gemeinsam von der Freien Universität Berlin und der Staatsbibliothek durchgeführte und seit 2010 von der DFG geförderte Projekt widmet sich der systematischen Erschließung des Nachlasses.  Unter der Leitung von Dr. Jutta Weber (Handschriftenabteilung) und Prof. Dr. Peter Sprengel (Institut für deutsche und niederländische Philologie, Freie Universität Berlin) arbeiten zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, drei studentische Hilfskräfte und eine Bibliothekarin an der digitalen Erschließung des Briefnachlasses und anderer außerhalb des Nachlasses überlieferter Hauptmann-Briefe in zwei Teilprojekten:

1. Die umfangreiche Korrespondenz aus Hauptmanns Nachlass in der Staatsbibliothek wird komplett über ihre Metadaten erschlossen. Das heißt, dass rund 81.500 Briefe mit folgenden Angaben verzeichnet werden: Absender, Schreiber, Adressat, Ort, Datum und Umfang. Alle Daten werden im Verbundkatalog Kalliope, dem zentralen Verzeichnis der Autographen und Nachlässe in Deutschland, erfasst und kostenfrei online zugänglich gemacht. Zudem werden alle Briefe als Bild digitalisiert, so dass jederzeit eine eigene Lektüre der Briefe von und an Hauptmann möglich ist.

2. Darüberhinaus werden die Briefe von Gerhart Hauptmann zusätzlich als Regesten erschlossen. Das Regest bietet eine objektive Inhaltsangabe des Briefes, versucht sich also nicht an einer Interpretation des Textes. Abgeschlossen wird das Regest von einem Verzeichnis, das erwähnte Personen, eigene und fremde Werke aufnimmt.

Damit wird der vollständige Briefnachlass Gerhart Hauptmanns unkompliziert online über Kalliope suchbar gemacht.