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Handschriften

Archiv des Verlags Bruno Cassirer Publishers Ltd. Oxford 1940-1990

Die Staatsbibliothek zu Berlin  schätzt sich glücklich, dass sie  den nicht sehr umfangreichen, aber hochinteressanten englischen Verlagsnachlass von Bruno Cassirer Publishers Ltd. Oxford aus den Jahren 1940-1990 als Schenkung entgegen nehmen durfte. Der Verlag war die englische Neugründung des im Nationalsozialismus ins Exil getriebenen jüdischen Berliner Bruno Cassirer Verlags. Auch diese Schenkung ist eine großzügige Familienschenkung, die unsere ansehnliche Reihe von Verlagsnachlässen bereichert.

Das Verlagsarchiv  umfasst 6 Kästen mit mehr als 200 Mappen, es wird als Nachl. 496 im Verbundkatalog Kalliope  erschlossen.

Eine annotierte Verlagsbibliographie erschien im V&R unipress Verlag Göttingen 2016


Archiv des Wagenbach-Verlags erworben

Der Verlag Klaus Wagenbach, 1964 in Berlin (West) gegründet und seither publizistischer Begleiter und Zeuge bewegter bundesrepublikanischer Geschichte wie auch kultureller Entwicklungen Europas, verkaufte sein Archiv der ersten vierzig Jahre der Staatsbibliothek zu Berlin. Es umfasst 260 Ordner und etwa 2.100 Herstellungstüten, in denen der Entstehungsprozess eines jeden Buchs dokumentiert ist. Der Verlag schafft damit Platz für neue Publikationsvorhaben und übergibt der Forschung umfangreiche und bislang weitgehend unbekannte Quellen. Die Staatsbibliothek zu Berlin und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erwarben das Teilarchiv des Wagenbach-Verlags mit Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder.

Für das Jahr 2014 wurden anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Verlags Ausstellungen und Veranstaltungen vorbereitet. Dabei wurde der Verlagsleitung deutlich, dass der Umgang mit den eigenen Archivalien eine ebenso große Sorgfalt verlangt wie die Gestaltung des Verlagsprogramms. Der Übergang des vollständigen Archivs der Jahre 1964 bis 2003 in die Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin ist für die zeithistorische Forschung ein verheißungsvoller wie auch für die sichere und dauerhafte Aufbewahrung der unikalen Dokumente der richtige Schritt.

Die Generaldirektorin betonte im September 2015, dass dieses für die politisch-historische wie auch kunst- und kulturgeschichtliche Forschung so wichtige Archiv  zunächst systematisch erschlossen und in konservatorisch beste Bedingungen gebracht wird. Dabei wird die vom Verlag angelegte Grundordnung nach Jahren und nach verlegten Büchern beibehalten, und selbstverständlich verbleiben die Verwertungs- und Urheberrechte bei den bisherigen Rechteinhabern. 

Nachfragen können schon jetzt an die Handschriftenabteilung gerichtet werden.

Kontakt: Dr. Jutta Weber

 

Reise-Tagebücher von Alexander von Humboldt erworben.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz erwarb Alexander von Humboldts „Amerikanische Reisetagebücher“

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher erworben. Er verfasste diese teils in deutscher, teils in französischer Sprache während seiner großen Entdeckungsreise durch Mittel- und Südamerika in den Jahren 1799 bis 1804. Diese einmaligen und international höchst bedeutenden historischen Schriften gelten als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Amerikas. Es handelt sich um knapp 4000 Seiten, dicht beschrieben und mit eigenhändigen Skizzen Humboldts versehen. Der Kauf der Reisetagebücher wurde durch die außergewöhnliche Unterstützung von öffentlichen und privaten Förderern ermöglicht.

Die Erwerbung und Übergabe der neun in Leder gebundenen Tagebücher an die Staatsbibliothek zu Berlin wurde Anfang 2014 mit einem Festakt gewürdigt. 

Alexander von Humboldts Tagebücher sind, neben seinen Briefen, die bedeutendsten erhaltenen Originaldokumente seiner Reisen. Es sind herausragende wissenschaftliche, reiseliterarische und persönliche Aufzeichnungen eines Universalgelehrten. Humboldt notierte darin alles, was er gesehen, erarbeitet, gemessen und verglichen hatte.  Ein eigenes Portal gibt Einblick in die Welt Humboldts und das Projekt zur Erschließung der Tagebücher.

http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/

 

Sensationelle Erwerbung: bislang unbekanntes Adressbuch Alexander von Humboldts

Nur selten noch gelingt es, so persönliche und für die Wissenschaft so überaus wertvolle Dokumente wie das Adressbuch des Forschers Alexander von Humboldt (1769 – 1859) in öffentlichen Besitz zu nehmen. Im Dezember 2011 ist dieser Kauf gelungen, unterstützt von der Wüstenrot Stiftung, der Berliner Niederlassung der Siemens AG und den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.

Das Humboldt-Adressbuch enthält auf etwas über zweihundert Seiten eine umfangreiche Dokumentation seiner gesamten Korrespondenz. Über 900 Namen hat er dort eigenhändig vermerkt, teilweise sogar mit Straße und Hausnummer. Er benutzte das Büchlein auch für eine Reihe von Notizen, so u. a. über Friedrich von Schiller. Das Büchlein misst 12 x 8 cm, ist in schwarzes Leder eingebunden und weist starke Benutzungsspuren auf.

Bis zu seinem Tod trug Alexander von Humboldt das Adressbuch zusammen mit einem Exemplar des etwa gleich großen Encheiridion/Anleitung zum Glücklichsein von Epiktet bei sich. Auch dieser Druck mit handschriftlichem Eigentumsvermerk Humboldts wurde von der Staatsbibliothek zu Berlin erworben.

Die Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird das Adressbuch wissenschaftlich edieren.

Kontakt:

Dr. Jutta Weber, Staatsbibliothek Tel: 0049 30 266435100

http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/avh/de/Startseite

 

August 2011

 

Briefe Max Liebermanns aus der Sammlung Karg erworben

Von der Karg-Stiftung erwarb die Staatsbibliothek ein umfangreiches Konvolut von Briefen Max Liebermanns und konnte so eine der weltweit größten Sammlungen mit Liebermann-Briefen ergänzen.

Es handelt sich um einen Teil der ehemaligen Liebermann-Sammlung Hans-Georg Kargs. Karg (1921–2003) war, bis zu deren Veräußerung im Jahr 1993, Miteigentümer der Hertie-Waren- und Kaufhaus GmbH.

Hans-Georg Karg trug seit Mitte der 1970er Jahre eine große Sammlung von Werken Max Liebermanns zusammen und vererbte diese, wie sein gesamtes Privatvermögen, der von ihm und seiner Frau Adelheid begründeten Karg-Stiftung, die sich um hochbegabte Kinder und Jugendliche kümmert. Der Maler und Grafiker Max Liebermann (1847–1935), einer der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus, war von 1920 bis 1933 in seiner Heimatstadt Berlin Präsident der Preußischen Akademie der Künste.

Die jetzt erworbenen 36 Briefe von Max Liebermann aus den Jahren 1911 bis 1931 – gerichtet vor allem an den Dresdener Sammler Hermann Müller – enthalten Antworten zu Ankaufswünschen von Müller, des Weiteren Mitteilungen über Bildersendungen, den Dank für Leihgaben, Verabredungen. Ab 1917 sind auch persönlichere Mitteilungen Liebermanns und ausführliche autobiographische Auskünfte enthalten, so über die ihm von der Preußischen Akademie der Künste im Jahr 1917 gewidmete Jubiläumsausstellung oder über seine Situation als Präsident eben dieser Akademie zu Anfang der 1930er Jahre. Neben weiteren, an andere Personen gerichteten Briefen enthält das Konvolut auch Briefe Hugo von Tschudis und Alfred Lichtwarks.


Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht schenkte der Staatsbibliothek zu Berlin sein Verlagsarchiv

November 2010

Aus 276 Jahren Verlagsgeschichte – gegründet wurde der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht im Jahr 1735 – gehen die Dokumente von 1735 bis 2000, der ersten 265 Jahre, in öffentliches Eigentum über und stehen nun der Wissenschaft zur Verfügung. Die in der Staatsbibliothek zu Berlin bereits vorhandenen bedeutenden Verlagsarchive haben damit einen außerordentlichen Zuwachs erhalten, die Arbeit mit ihnen und den anderen Nachlässen der Bibliothek ermöglicht ganz neue Forschungsansätze.

In 4.000 Aktenordnern mit ungefähr 400 laufenden Metern manifestieren sich die ersten 265 Jahre auf Papier festgehaltener und überlieferter Geschichte des bedeutenden Göttinger Wissenschaftsverlags Vandenhoeck & Ruprecht sowie seines Tochterverlags V&R unipress.

Durch die Schenkung dieses Verlagsarchivs an die Staatsbibliothek zu Berlin werden die hier öffentlich zugänglichen Dokumente zur wissenschaftlichen und belletristischen Buchproduktion in Deutschland weiter verdichtet und so der Forschung neue Fragestellungen ermöglicht: Nach dem bereits im 19. Jahrhundert übernommenen Nachlass des Verlegers Friedrich Nicolai kamen zum Ende der 90er Jahre die Archive des 1945 in der DDR gegründeten Aufbau-Verlags sowie des über 260 Jahre alten Wissenschaftsverlags de Gruyter als Depositum in die Bibliothek. Im vergangenen Jahr erhielt die Staatsbibliothek das Archiv des 1801 gegründeten Mohr Siebeck Verlags, dies ebenfalls als äußerst großzügiges Geschenk. Die Erschließung des V & R  Archivs wird voraussichtlich fünf Jahre dauern.

Kontakt: Dr. Jutta Weber

Tübinger Wissenschaftsverlag Mohr Siebeck schenkte Verlagsarchiv

Juni 2010

175 Jahre deutscher Verlags- und Wissenschaftsgeschichte - von 1801 bis 1975 - sind in den 1.181 Kartons enthalten, die der Staatsbibliothek zu Berlin geschenkt wurden. Georg Siebeck, Eigentümer des Tübinger Wissenschaftsverlags Mohr Siebeck, übereignete der Bibliothek ein umfangreiches Archiv, das die Geschichte eines in seiner Tradition ungebrochenen Verlags dokumentiert und in dem es keine Kriegsverluste gab.

Der Ursprung des heutigen Verlags Mohr Siebeck liegt in Frankfurt am Main, dort wurde 1801 die Buchhandlung mit Verlag gegründet. Ab 1805 in Heidelberg als Universitätsbuchhandlung weitergeführt, brachte der damals zu einer Buchhandlung gehörige Verlagszweig von J. C. B. Mohr vor allem Werke von Heidelberger Gelehrten heraus. Im Jahr 1878 erwarben die Verleger Kötzle und Siebeck den Mohr Verlag und holten ihn nach Tübingen und Freiburg.

Viele deutsche Wissenschaftler mit internationaler Wirkung publizierten bei Mohr Siebeck, darunter der Theologe und Historiker Adolf von Harnack (1851-1930), der Rechtswissenschaftler Hans Kelsen (1881-1973) und der Ökonom und Soziologe Max Weber (1864-1920). Oft waren sie nicht allein Autoren sondern zugleich auch Ratgeber des Verlags, so dass sich aus der Korrespondenz mit ihnen ein Netzwerk der damaligen Wissenschaft abbildet.

Zwischen Dokumenten im Archiv des Mohr Siebeck Verlags und anderen Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin werden sich zudem zahlreiche Verbindungen herstellen lassen, zum Beispiel zu Dokumenten im Nachlass Adolf von Harnack oder zum Archiv des inzwischen 260 Jahre alten Wissenschaftsverlages de Gruyter, welches sich seit 1999 in der Staatsbibliothek befindet.

 

Kontakt: Dr. Jutta Weber