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Historische Drucke

Aufgaben / Profil

Die 1992 gegründete Abteilung Historische Drucke ist für die Ergänzung, Erschließung und Verwaltung der kostbaren Sondersammlungen der Staatsbibliothek zuständig. Insgesamt handelt es sich derzeit um einen Bestand von rund 250.000 Bänden, die im Rara-Lesesaal zur Benutzung bereitgestellt werden. Darüber hinaus ergänzt und erschließt die Abteilung den allgemeinen Druckschriftenbestand bis zum Erscheinungsjahr 1912. Im Zuge ihrer Aktivitäten auf dem Gebiet der Provenienzforschung und Provenienzerschließung ist die Abteilung Historische Drucke auch für die Bearbeitung von NS-Raubgut im Druckschriftenbestand der Bibliothek zuständig.

Erwerbung
Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel setzt die Abteilung den universalen Sammelauftrag der Preußischen Staatsbibliothek fort. Auf diese Weise werden Lücken kontinuierlich geschlossen und der historische Buchbestand sukzessive verdichtet. Von erheblicher Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Schließung von Lücken, die durch die Verlagerung und Vernichtung von Druckschriften während des Zweiten Weltkriegs entstanden sind. Besondere Berücksichtigung beim Bestandsaufbau finden die Gebiete Rechtswissenschaft und Slawistik sowie das Zeitsegment 1871-1912 des Erwerbungs- und Erschließungsprogramms "Sammlung Deutscher Drucke".

Erschließung
Alle antiquarischen Neuerwerbungen werden im Online-Katalog der Staatsbibliothek, dem "StaBiKat" nachgewiesen. Darüber hinaus setzt die Abteilung Historische Drucke in der Bestandserschließung Schwerpunkte bei der Erarbeitung von gedruckten Katalogen und Bibliographien, wie dem Katalog der Liedflugschriften, sowie dem Aufbau und der Pflege von speziellen Datenbanken wie dem VD 17 oder der Einbanddatenbank. Aufsetzend auf derartigen Projekten erfolgt die Digitalisierung breiterer Bestandssegmente, wie z.B. im Projekt Preußen 17 / Digital, bei dem die bereits vorhandenen Bestandsnachweise auf nationalbibliographischem Niveau um Volltext-Digitalisate mit differenzierten Strukturdaten ergänzt werden.

Benutzungs- und Informationsdienste
Die Benutzung der wertvollen Sonderbestände erfolgt im Rara-Lesesaal, wo eine Vielzahl von konventionellen und elektronischen Informationsmitteln für weiter gehende Recherchen zur Verfügung stehen. Für die Erteilung von mündlichen oder schriftlichen Auskünften zu den Beständen, aber auch in Hinblick auf bibliographische, buch- und druckhistorische u.a. Fragestellungen stehen ausgewiesene Spezialisten der Abteilung gerne zur Verfügung.

Neben der Durchführung eigener Ausstellungen koordiniert die Abteilung Historische Drucke die Bearbeitung eingehender Leihgesuche sowie Reprint-Verträge für den historischen Druckschriftenbereich.

Bestandserhaltung
Besondere Aufmerksamkeit widmet die Abteilung der Erhaltung der von ihr verwalteten Sondersammlungen. In enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung, aber auch mit ausgewählten, hoch spezialisierten Betrieben der freien Wirtschaft, werden differenzierte, auf das jeweilige Schadensbild genau abgestimmte Strategien zur Restaurierung der Drucke entwickelt. Die Palette der Maßnahmen reicht von der Behebung von Schäden am Bucheinband über die Behandlung des Papiers (u. a. Papierspaltung) bis hin zu komplexen Restaurierungen von Buchblock und Einband. Oberstes Ziel bei allen Restaurierungsmaßnahmen ist, die Eingriffe in die historische Substanz des Buches - einschließlich seiner bindetechnischen Merkmale - so gering wie möglich zu halten, um so auch die Aussagekraft der nontextuellen Teile des Buchs auf hohem Niveau zu bewahren. Stark zugenommen hat in den letzten Jahren die Bedeutung der Übernahme von Buchpatenschaften. Bereits mit Beträgen von unter 100,- Euro lassen sich wirksame und nachhaltige Maßnahmen zur Bestandserhaltung realisieren. Listen

Provenienzforschung / NS-Raubgut
Ausgewählte Bestandssegmente und Einzelobjekte werden - um normierte Provenienzangaben ergänzt - vertieft erschlossen.
Mit Bezug auf die Problematik des NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts führt die Abteilung für den Bereich der Druckschriften entsprechende Bestandsuntersuchungen durch, unterstützt einschlägige Forschungsprojekte (z.B. zur Reichstauschstelle) und bereitet in Abstimmung mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ggf. Restitutionsmaßnahmen vor.