Historische Drucke
Preußen 17 digital

- Vignette aus der 1689 in Frankfurt (Oder) erschienenen 4. Ausgabe von Samuel Stryks Examen Iuris Feudalis

- Nie ausgeführter Entwurf Johann Arnold Nerings zum Bau der Berliner Parochialkirche aus der 1695 gedruckten Gelegenheitsschrift zur Grundsteinlegung

- Goldschnitt mit märkischem Adler dieses mit Kurfürsteneinband versehenen Exemplars eines juristischen Druckes (1609)

- Vom Kurfürstlich- Brandenburgischen Hofbuchdrucker Ulrich Liebpert 1690 gedruckte Fischerordnung

- Abbildung aus der 1698 in 3. Auflage erschienenen Beschreibung der Domkirche zu Magdeburg
Das seit Oktober 2008 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt setzt sich zum Ziel, mit dem ca. 15.000 Drucke umfassenden Segment "preußische Drucke des 17. Jahrhunderts" einen historisch gewachsenen Bestandsschwerpunkt und damit etwa 25% des gesamten im Verzeichnis der deutschen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17) erfassten Bestandes der Staatsbibliothek zu Berlin in digitaler Form zur Verfügung zu stellen.
Damit leistet die Staatsbibliothek einen wesentlichen Beitrag zu der über die Aktionslinie "Digitalisierung der in nationalen Verzeichnissen nachgewiesenen Drucke" von der DFG angestrebten Ergänzung des VD 17 durch vollständige digitale Ausgaben.
Bis Ende 2011 konnten bereits ca. 7.000 Drucke digitalisiert und frei zugänglich ins Netz gestellt werden. Neben der Verankerung im VD 17 werden die digitalen Ausgaben auch im StaBiKat und im Zentralen Verzeichnis digitalisierter Drucke (zvdd) nachgewiesen.
Das für P17 ausgewählte Bestandssegment definiert sich über die Druckorte. Dafür wurde Preußen in den Grenzen vor 1866, wie es sich in der Systematik des Alten Realkataloges der Staatsbibliothek findet, als Kerngebiet zu Grunde gelegt. Um für die regional ausgerichtete druckhistorische Forschung einen geschlossenen Raum präsentieren zu können, wurden zusätzlich die mecklenburgischen Druckorte einbezogen und gleichzeitig die preußischen Landesteile Westfalen und Rheinland (Rheinprovinz) zunächst ausgeklammert.
Über ein Drittel des P17-Bestandssegmentes ist im VD 17 als Alleinbesitz der Staatsbibliothek verzeichnet. Gerade in diesem Bereich ist die elektronische Verfügbarkeit über das Internet ein besonderer Mehrwert. Ein prominentes Beispiel für weitgehenden Alleinbesitz der Staatsbibliothek sind die zahlreichen Kasualdichtungen des Königsberger Professors für Poesie und Hauptes des Dichterbundes "Musikalische Kürbishütte" Simon Dach (1605-1659), die eindrucksvoll die Blütezeit von Wissenschaft und Kunst im Umkreis der Königsberger Universität während und nach dem Dreißigjährigen Krieg widerspiegeln. Der Nachfolger Simon Dachs als Professor der Dichtkunst, Johann Röling (1634-1679), verfaßte weitere 700, z.T. von Johann Sebastiani vertonte Gelegenheitsgedichte, die ebenfalls zu einem erheblichen Teil als Alleinbesitz der Staatsbibliothek im VD 17 verzeichnet sind und jetzt im Rahmen des Projektes P17 digitalisiert werden.
Für das Digitalisierungsprojekt P17 wird so ein in sich relativ geschlossener historischer Raum in den Blick genommen, für den die Staatsbibliothek innerhalb des VD 17 als regionale Leitbibliothek besondere Verantwortung im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung dieses wichtigen nationalbibliographischen Unternehmens übernommen hat.
Gefördert durch die

