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Historische Drucke

Provenienzforschung und Provenienzerschließung

Für die historischen Druckschriftenbestände der Staatsbibliothek zu Berlin koordiniert die Abteilung Historische Drucke die Erforschung und Erschließung der in den einzelnen Exemplaren aufgefundenen Provenienzspuren.

Seit 2004 werden von der Abteilung Historische Drucke Provenienzen nach den Weimarer "Empfehlungen zur Provenienzverzeichnung" erschlossen. Inzwischen konnten so über 10.000 Provenienzmerkmale wie z.B. Exlibris, Supralibros, Etiketten, Stempel, handschriftliche Besitzvermerke und Widmungen exemplarspezifisch verzeichnet und rund 1.300 Provenienzen (Institutionen wie auch Einzelpersonen) in Form von Normdatensätzen erfasst werden. Damit werden der Forschung wie auch der interessierten Öffentlichkeit vielfältige Informationen für buch- und bibliotheksgeschichtliche, aber auch für biographische, sozial- und kulturhistorische sowie geistesgeschichtliche Fragestellungen zur Verfügung gestellt. Eine besondere Bedeutung hat die Provenienzforschung in jüngster Zeit für den Nachweis von NS-Raubgut erhalten.

Für die antiquarischen Erwerbungen der Abteilung Historische Drucke erfolgt die Erschließung der Provenienzmerkmale durchgängig im Zuge der Geschäftsgangsroutinen. Projekte zur retrospektiven Erschließung werden für herausragende Provenienzen bzw. geschlossene Erwerbungen einzelner Bibliotheken konzipiert und durchgeführt. In diesen Zusammenhang gehört die Verzeichnung der zahlreichen, über Nachlässe erworbenen Autorenbibliotheken, so z.B. aus dem Besitz Gerhart Hauptmanns oder Dietrich Bonhoeffers.

Die retrospektive Provenienzerschließung umfangreicher Bestände des 17. Jahrhunderts wurde im Rahmen der Erarbeitung des nationalbibliographischen Projekts Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD17) geleistet.
Diese Provenienzdaten werden derzeit ebenso wie die im Short Title Catalogue der Drucke des 16. Jahrhunderts der Staatsbibliothek zu Berlin (ST16) erfassten Provenienzen zentral zusammengeführt und den Vorgaben des Weimarer Modells angepasst.

Die Abteilung Historische Drucke engagiert sich in nationalen und internationalen Gremien für den weiteren Ausbau der kooperativen Provenienzerschließung. Ziel ist auch die Anreicherung der Normdaten durch Bilddateien einzelner Provenienzmerkmale.
Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Handschriften und Alte Drucke des Deutschen Bibliotheksverbandes wird intensiv an verbundübergreifenden Lösungen zur Provenienzverzeichnung gearbeitet. Eine Aktualisierung der "Empfehlungen zur Provenienzverzeichnung" wird derzeit von der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar und der Staatsbibliothek zu Berlin gemeinsam vorbereitet und über das als Plattform für die Provenienzforschung eingerichtete ProvenienzWiki zur Verfügung gestellt.

Recherche

Provenienznachweise sind im StaBiKat mit dem Suchschlüssel "Provenienzen" (XPRV) recherchierbar. Es kann nach Namen von Personen und Körperschaften, nach Sachbegriffen (Exlibris, Stempel usw.) und nach Daten gesucht werden.
Hilfe zur Recherche mit dem Suchschlüssel XPRV finden Sie über die "Hilfe zum gewählten Suchschlüssel".

 

Literatur

Herrmann Parzinger: Provenienzforschung in Museen, Bibliotheken
und Archiven - Originäre Aufgaben und aktuelle Anforderungen.
In: Angelika Menne-Haritz u. a. (Hg.): Archive im Kontext. Öffnen, Erhalten und Sichern von Archivgut in Zeiten des Umbruchs. Festschrift für Prof. Dr. Hartmut Weber zum 65. Geburtstag, Düsseldorf: Droste 2010 (Schriften des Bundesarchivs 72), S. 13-25.

Michaela Scheibe u. Heike Pudler: Provenienzforschung /-erschließung
an der Staatsbibliothek zu Berlin. Stand. Projekte. Perspektiven.
In: Bibliothek. Forschung und Praxis 34 (2010), S. 51-56.

Michaela Scheibe: Methodische Überlegungen zur Provenienzerschließung, in: Sbornik Národniho Muzea v Praze = Acta Musei Nationalis Pragae, Reihe C, 58,3-4 (2013), S. 20-27

Michaela Scheibe: Standards in der Provenienzerschließung.Bericht aus der Arbeitsgemeinschaft Handschriften und Alte Drucke in der Sektion IV des DBV, UAG Provenienzforschung und Provenienzerschließung, in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 61 (2014), S. 367-375.