Diese Website setzt Cookies ein. Für die Nutzungsanalyse wird die Software Piwik verwendet.
Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Informationen zum Datenschutz.

Historische Drucke

Verlagseinband

Luiz de Camões: Os Lusiadas. - Leipzig : Giesecke & Devrient, 1880.

Signatur: 19 ZZ 13797 (Bibliothek Kaiser)
Einband: GUSTAV FRITZSCHE EM LEIPZIG
Einband: "GUSTAV FRITZSCHE EM LEIPZIG || ENCADERNADOR DA REAL CÔRTE DE SAXONIA" (Prägung auf hinterem Deckel)
Einband: "GUSTAV FRITZSCHE EM LEIPZIG || ENCADERNADOR DA REAL CÔRTE DE SAXONIA"
Einband: "EML" [Ephraim Mose Lilien] (Signet auf vorderem Deckel); "Hübel & Denck, Leipzig || Kgl. Bayr. Hofbuchbinderei." (Prägung auf hinterem Deckel)
Einband: "Gipkens" [Julius Gipkens] (Aufdruck auf vorderem Deckel);

"Umschlagdruck: Dr. Selle & Co. A-G. Berlin" (Aufdruck auf hinterem Deckel)
Einband: "Gipkens"

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt einen überaus umfangreichen Bestand an Drucken des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts und ist im Rahmen der AG Sammlung Deutscher Drucke für den Zeitraum 1871-1912 zuständig.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im Zuge der Industrialisierung die Buchherstellung sprunghaft. Bücher wurden zunehmend mit industriell hergestellten Bucheinbänden verkauft. War vorher jedes Buch noch ein handwerklich unterschiedlich gearbeitetes Einzelstück, entstand nun Massenware.

Der Einband übernimmt eine wichtige Funktion beim massenhaften Verkauf der Bücher, vor allem in der sich entwickelnden Kultur der Schaufenster von Buchhändlern und Warenhäusern. Die Erhaltung der originalen Verlagseinbände ist für die Staatsbibliothek gerade im Zeitsegment der Sammlung Deutscher Drucke ein besonderes Anliegen, da sie nicht selten das einzige vollständige Exemplar deutschlandweit besitzt.

Seit 2007 konnten in der Staatsbibliothek mehr als 1000 Verlagseinbände schonend repariert und somit erhalten werden. Parallel dazu werden Daten zu Künstlern, Buchbindereien, Material bzw. Farbe erfasst. Die Datensammlung VEBD innerhalb des Online-Katalogs soll die Grundlage für eine tiefere wissenschaftliche Erschließung und Erforschung dieses Einbandtyps bilden. Erfasst sind beispielsweise bereits Einbände der Leipziger Buchbinderei Hübel & Denck oder einige Einbände aus Dampfbuchbindereien.

Besonders schön gestaltete Verlagseinbände waren bereits Teil der Einbandsammlung. Darüber hinaus unterlagen industriell hergestellte Bucheinbände jedoch keinem besonderen Schutz. Wenn sie defekt waren, wurden sie meist "abgebunden", das heißt weggeworfen und durch neue stabile Einbände ohne jegliche Gestaltung ersetzt. Seit einigen Jahren beginnt man nun den kunst- und industriehistorischen Wert von Verlagseinbänden höher einzuschätzen.