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Historische Drucke

Libri impressi rari

Bibliotheken in fürstlichem Besitz waren bis in die frühe Neuzeit hinein auch Raritätenkammern. Sie enthielten ebenso Globen, Münzen, Gesteine und Mineralien sowie eine willkürliche Anhäufung von allerhand Merkwürdigkeiten. Die folgende Schilderung bezieht sich auf das Kurfürstliche Schloss in Berlin und den dazugehörigen Lustgarten. Die erwähnte »Liberey« ist die 1661 gegründete Kurfürstliche Bibliothek: »... allwo im fürbeygehenden Kammern zu sehen, in welchen künstliche Uhren, rare Antiquiteten, Statuae, Numismata, Naturalia, Modellen von allerhand Inventionen bewahret werden. Unter denselben ist eine große mit mehr als 80 000 gedrückten und geschriebenen raren Büchern angefüllete Bibliothec oder Liberey: Welche über der Hof-Apotheck und Buchdruckerey ruhet. Von dannen kan man in den Garten kommen, welcher mit allerhand raren Bäumen, Pflantzen, auch einer schönen Grotte und Wasserwercken gezieret ist.« (Hendreich. Derer, die Marck zu Brandenburg betreffende Sachen, Erster Entwurff. 1682, Sig. D6).
Die Kurfürstliche Bibliothek war keine systematisch aufgebaute, sondern eine eher zufällig zu Stande gekommene Sammlung, die im Laufe der Zeit durch Neuerwerbungen, vor allem durch Geschenke an das Haus Hohenzollern vermehrt wurde. Auf diesen frühen Bestand von gedruckten Zimelien geht die alte Sammlung der kostbaren Libri impressi rari zurück, die heute 336 Bände umfasst. Der größere Teil mit 670 Bänden ist nach den Verlagerungen im Zweiten Weltkrieg nicht wieder in die Staatsbibliothek zurückgekehrt.

Zu den Kostbarkeiten der Sammlung gehören z.B. die durch Servais Kruffter in Köln 1532 gedruckte niederdeutsche Ausgabe des Volksbuches von Till Eulenspiegel, die Übersetzung von Luthers Katechismus und die First-Folio-Ausgabe von Shakespeare aus dem Jahre 1623.

Nachgewiesen in

StaBiKat

Benutzung

Abteilung Historische Drucke / Rara-Lesesaal

Kontakt

Abteilung Historische Drucke / Andreas Wittenberg
Abteilung Historische Drucke / Michaela Scheibe

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