Diese Website setzt Cookies ein. Für die Nutzungsanalyse wird die Software Piwik verwendet.
Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Informationen zum Datenschutz.

Musik

BUSONI. Freiheit für die Tonkunst!

Eine Ausstellung der Staatsbibliothek zu Berlin – PK, des Staatlichen Instituts für Musikforschung und der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin

4. September 2016 - 8. Januar 2017

Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin

Montag geschlossen
Dienstag bis Freitag 10:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag 10:00 - 20:00 Uhr
Samstag und Sonntag 11:00 - 18:00 Uhr

Der Eintrittspreis beträgt 6,- Euro, ermäßigt 3,- Euro.

Kuratorenführungen
jeden zweiten Freitag im Monat um 15:00 Uhr
4.11.16*, 18.11.16, 2.12.16*, 16.12.16* und 6.1.17
* mit Holger Groschopp, Klavier

Busoni, November 1919, London (Mus.P. Busoni, F. II,19)
Ferruccio Busoni, Mailand 1912 oder 1913 (Mus.Nachl. F. Busoni P II,41)
Musikzimmer von Ferruccio Busoni, in seiner Wohnung, Viktoria-Luise-Platz 11 in Berlin-Schöneberg (Mus.Nachl. F. Busoni P II,31)
Gruppenbild in der Wohnung von Ferruccio Busoni in Berlin - Oskar Fried, Ferruccio Busoni, Frederick Stock, Egon Petri, Arthur Bodanzky, Wilhelm Middelschulte, Arrigo Serato, Hermann Draber (Mus.Nachl. F. Busoni P I,163)
Gruppenbild mit Schülern seiner Meisterklasse für Komposition an der Preußischen Akademie der Künste in der Wohnung von Ferruccio Busoni in Berlin - Kurt Weill, Walther Geiser, Luc Balmer, Wladimir Rudolfowitsch Vogel, Ferruccio Busoni (Mus.Nachl. F. Busoni P I,235)
Gruppenbild mit seiner Meisterklasse für Klavier neben dem Tempelherrenhaus in Weimar (1900-1901) - obere Reihe von links nach rechts: ?; ?; van Doren (Dooren) aus Neuss; ?; Etelka Freund; eine Weimarer Sängerin; Herbert Freyer; Lori Schrotzberg; José Vianna da Motta - mittlere Reihe von links nach rechts: ?; Irene Schaefsberg; ?; Ferrucio Busoni; Theodor Szanto; Frida Kindler; Ferdinand Bendiner; Gerda Busoni; Frl. Silberstein - untere Reihe von links nach rechts: Leo Kestenberg; Emile Blanchet (Mus.Nachl. F. Busoni P II,50)

Der Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent und Musiktheoretiker Ferruccio Busoni (1866–1924) zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten seiner Epoche. Neben Komponisten wie Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Béla Bartók und Paul Hindemith gilt er als Wegbereiter der Neuen Musik. In vielen seiner Kompositionen streift er die Atonalität der zeitgenössischen Avantgarde, seine Ästhetik kulminiert in der Vision einer freien Musik. Sein nachhaltiger Einfluss auf die Kunst und die Musik des 20. Jahrhunderts macht ihn zu einer der zentralen Figuren der Moderne.

Aus Anlass von Busonis 150. Geburtstag am 1. April 2016 präsentiert die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Staatlichen Institut für Musikforschung im Spätsommer eine umfassende Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten. Im Mittelpunkt steht dabei der Busoni-Nachlass der Staatsbibliothek zu Berlin, einer der kostbarsten musikgeschichtlichen Schätze der Stadt. Er umfasst nicht nur Notenmanuskripte und eine fotografische Porträtsammlung, sondern ebenso mehr als 9.000 Briefe, die Busoni mit bedeutenden Protagonisten und Förderern der europäischen Moderne bis hin zur Avantgarde wechselte, darunter Arnold Schönberg, Stefan Zweig, George Bernard Shaw, Harry Graf Kessler, Max Oppenheimer, Umberto Boccioni, Jakob Wassermann, Bruno Cassirer, James Simon und Ludwig Rubiner.

Besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Sammlungsbestände der Kunstbibliothek zur Kommunikations- und Mediengeschichte der Moderne sowie ihren reichen Bestand an historischen Fotografien und Erstausgaben literarischer Größen. Busoni besaß eine umfangreiche Privatbibliothek und eine erlesene Kunstsammlung, darunter mehrere Werke des Futurismus. Gezeigt werden eine Auswahl an Prachtexemplaren der Buchkunst und Grafik sowie einzelne Werke von Künstlern, die für Busoni eine besondere Rolle gespielt haben, darunter Umberto Boccioni und Pablo Picasso.

„BUSONI. Freiheit für die Tonkunst!“ findet in Kooperation mit dem Musikfest der Berliner Festspiele statt. Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 4. September veranstaltet das Musikfest Berlin um 11 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie ein Ferruccio Busoni gewidmetes Matineekonzert mit dem GrauSchumacher Piano Duo. Präsentiert wird ein von Busoni einst selbst konzipiertes Programm für zwei Klaviere, bestehend aus Bearbeitungen von Werken von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart und Busonis großer „Fantasia contrappuntistica“. Im Rahmen der Ausstellung ist zudem ein Sonderkonzert der Notturno-Reihe des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin geplant.

Busonis Lebensstationen

  • Geboren: 01.04.1866 in Empoli bei Florenz
  • Gestorben: 27.07.1924 Berlin
  • Eltern: Ferdinando Busoni (Klarinettist) und Anna Weiß-Busoni (Pianistin)
  • Kindheit in Triest und Paris; 1873 Debüt als Pianist und erste Kompositionen
  • 1875 Studium am Wiener Konservatorium; Begegnungen mit F. Liszt, J. Brahms
  • 1880 Kompositionsstudium in Graz bei Wilhelm Mayer -Rémy
  • 1881 Mitglied der Accademia Filarmonica di Bologna, Diplom für Klavierspiel und Komposition
  • 1883 Teatro Comunale Bologna: Uraufführung der Kantate "Il Sabato del Villaggio" durch die Fürsprache des Dichters Arrigo Boito
  • 1885 Leipzig, Kontakt zu Verlagen (Breitkopf & Härtel) und Klavierfirmen (Steinway)
  • 1888 Lehrtätigkeit am Konservatorium Helsingfors (Schweden); Bekanntschaft mit Gerda Sjöstrand (1862 - 1956); ausgedehnte Konzertreisen in Europa
  • 1890 Professur am Kaiserlichen Konservatorium in Moskau, Heirat mit Gerda
  • 1891 Lehrauftrag am New England Conservatory of Music Boston, Massachusetts
  • 1892 1. USA-Reise, Geburt des Sohnes Benvenuto in New York
  • Ab 1894 Berlin als künftiger Wohn- und Wirkungsort
  • Kurse und weitere Lehrtätigkeiten innerhalb Europas, u. a. in Weimar, Wien, Basel, Bologna (Schüler u.a. Leo Kestenberg, Egon Petri, Philipp Jarnach, Eduard Steuermann, Kurt Weill)
  • 1900 Geburt des Sohnes Raffaello in Berlin
  • 1901/02 Kurse in Weimar
  • 1904 2. USA-Konzertreise
  • 1902 - 1907 Orchesterabende des Berliner Philharmonischen Orchesters als Forum für Neue Musik
  • 1908 Umzug innerhalb Berlins an den Viktoria-Luise-Platz 11
  • 1910/11 3. Konzerttournee durch Amerika
  • Erste Ideen zum Bau eines Dritteltonharmoniums
  • 1913 Italien-Tournee
  • 1914 / 15 4. USA-Konzertreise
  • 1915/20 Aufenthalt in der Schweiz
  • 1920 Meisterklasse Komposition an der Akademie der Künste Berlin
  • 1921 Berater der 1. Donaueschinger Kammermusik zur Förderung zeitgenössischer Musik
  • 1922 letztes öffentliches Konzert

                                                                                                   Stand: Oktober 2015