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Musik

Mendelssohn-Gesellschaft e. V.

Wappen von Franz (von) Mendelssohn (1829 - 1889)
Bild zeigt: Wappen von Franz (von) Mendelssohn (1829 - 1889)

Die Mendelssohn-Gesellschaft wurde im Herbst 1967 von Dr. Cécile Lowenthal-Hensel, einer Urenkelin von Wilhelm Hensel und seiner Ehefrau Fanny, geb. Mendelssohn Bartholdy, in Berlin gegründet. Sie hat z. Z. etwa 290 Mitglieder, darunter zahlreiche Nachkommen von Moses Mendelssohn. Die Aufgabe der Mendelssohn-Gesellschaft ist die Pflege des Andenkens, Werkes und Wirkens der in geistiger, künstlerischer und historischer Hinsicht hervorragenden Mitglieder der Familie Mendelssohn. Die Gesellschaft beschäftigt sich also nicht nur mit dem Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, sondern auch mit anderen Angehörigen dieser bedeutenden Familie, die vom 18. bis ins 20. Jahrhundert das kulturelle und wirtschaftliche Leben in Berlin und Deutschland mitbestimmten: der Stammvater, der Philosoph und Aufklärer Moses Mendelssohn, seine Söhne Joseph und Abraham, die das bis 1938 bestehende Bankhaus Mendelssohn & Co. begründeten, seine Tochter Dorothea, die Mutter der Nazarener-Maler Johannes und Philipp Veit, in zweiter Ehe mit Friedrich Schlegel verheiratet, sein jüngster Sohn Nathan sowie seine Enkelin, die Komponistin und Pianistin Fanny Hensel. Im Elternhaus von Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy in der Leipziger Straße 3 (an dieser Stelle befindet sich heute der Sitz des deutschen Bundesrates), trafen sich im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts nicht nur die Vertreter des künstlerischen und wissenschaftlichen Berlins, sondern auch internationale Persönlichkeiten.

Die nachfolgenden Generationen brachten außer zahlreichen Bankiers, die sich auch als Mäzene einen Namen machten, Industrielle, Wissenschaftler und Künstler hervor. Durch Heirat sind u. a. mit den Mendelssohns der Porträt- und Historienmaler Wilhelm Hensel, der Mathematiker Gustav Peter Lejeune Dirichlet, der Jurist Adolph Wach, der Pianist Edwin Fischer und der Dichter Werner Bergengruen verbunden. Unter den Bankiers sind in jüngerer Zeit besonders Ernst von Mendelssohn-Bartholdy und Franz von Mendelssohn bekannt geworden.

Konkret beinhaltet die Pflege dieses kulturellen Erbes die Sammlung, d. h. den Ankauf und die Vereinigung von Erinnerungsstücken, Manuskripten, Briefen, Kunstwerken und sonstigen Dokumenten aus dem Umkreis der Familie Mendelssohn. Sie gelangen sämtlich als Dauerleihgabe in das Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin und stehen dort Wissenschaftlern und allen Interessenten zur Auswertung zur Verfügung. Bisher konnten nahezu dreihundert Autographen, einige Zeichnungen sowie verschiedene einschlägige Nachlässe oder Dokumentensammlungen zusammengetragen werden.
Die Mendelssohn-Gesellschaft unterstützt die wissenschaftliche Forschung zudem durch die Herausgabe und Finanzierung der "Mendelssohn Studien - Beiträge zur neueren deutschen Kultur- und Wirtschaftsgeschichte", die seit 1972 erscheinen (Inhaltsverzeichnisse).

Auf Anregung der Mendelssohn-Gesellschaft stiftete der Senat von Berlin ferner 1979 den "Moses-Mendelssohn-Preis" zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern, Rassen und Religionen", der mit 10.000 € dotiert ist und seit 1980 alle zwei Jahre an Personen oder Institutionen verliehen wird, die sich auf geistig-literarischem Gebiet oder durch praktische Sozialarbeit um die Verwirklichung der Toleranz verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern gehören: Lord Yehudi Menuhin, Teddy Kollek, Wolfgang Thierse, Heinz Knobloch, Inge Deutschkron, Bosiljka Schedlich, Hans Koschnik und Kurt Scharf.

Die Mitglieder der Mendelssohn-Gesellschaft e. V. werden zur Verleihung des Moses-Mendelssohn-Preises sowie zu anderen Veranstaltungen der Gesellschaft oder des Mendelssohn-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin eingeladen. Außerdem erhalten sie die periodisch erscheinenden "Mendelssohn-Studien" zu einem Vorzugspreis. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 30 € im Jahr, für Ehepaare 35 € und für juristische Personen 50 €; für fördernde Mitglieder mindestens 300 €. Die gemeinnützige Gesellschaft ist für Spenden jederzeit dankbar.

Bestandsverzeichnisse sind zu erfragen im Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. - Vgl. auch: Ingeborg Stolzenberg: Das Depositum der Mendelssohn-Gesellschaft e.V. im Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin, in: Hans-Günter Klein: Das Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin. Bestandsübersicht, Berlin 2003 (Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, 15), S. 93-119.

Die Familie Mendelssohn

Bild zeigt: Moses Mendelssohn (1729 - 1786)
Bild zeigt: Ernst von Mendelssohn Bartholdy (1846 - 1909)
Bild zeigt: Rebecka Dirichlet (1811 - 1858)
Bild zeigt: Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)Mend
Bild zeigt: Fanny Hensel (1805 - 1847), Wilhelm Hensel (1794 - 1861)
Bild zeigt: Nathan Mendelssohn (1782 - 1852)
Bild zeigt: Abraham Mendelssohn Bartholdy (1776 - 1835)
Bild zeigt: Joseph Mendelssohn (1770 - 1848)
Bild zeigt: Dorothea Schlegel, geb. Mendelssohn (1764 - 1839)
Bild zeigt: Franz von Mendelssohn (1865 - 1935)