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Musik

Mendelssohn-Sammlung

Obwohl in Hamburg geboren, war Berlin die eigentliche Vaterstadt Felix Mendelssohn Bartholdys (1809-1847): Seine Eltern stammten aus Berlin, und hier verbrachte er den größten Teil seiner Kindheit und Jugend. Insofern lag es nahe, dass die Erben Mendelssohns im Jahr 1878 dessen kompositorischen Nachlass der Königlichen Bibliothek zu Berlin stifteten; im Gegenzug verpflichtete sich der preußische Staat, ein jährliches Stipendium zur Ausbildung junger talentvoller Musiker auszuschreiben. Auf diese Weise kamen über 50 Bände mit den Eigenschriften mehrerer hundert Werke in die Obhut der Bibliothek; infolge kriegsbedingter Verlagerungen befinden sich allerdings seit 1945 bis heute 17 dieser Bände in der Verwahrung der Biblioteka Jagiellonska in Krakau (Polen).
Diese Bestände gelten weiterhin als Eigentum der Staatsbibliothek zu Berlin;
über ihre Rückführung wird seit 1991 auf der Regierungsebene mit Polen verhandelt.
Seit Mitte der 1960er Jahre bis in die Gegenwart hinein gelang es der Staatsbibliothek zu Berlin dann immer wieder, auf dem Antiquariatsmarkt weitere Musikautographe und Briefe Mendelssohns zu erwerben.

Ergänzt wird die Sammlung von Autographen und Briefen des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy durch das der Musikabteilung angeschlossene Mendelssohn-Archiv. Dieses geht auf eine Stiftung von Hugo von Mendelssohn Bartholdy, dem Urenkel des Komponisten, aus dem Jahre 1964 zurück und versteht sich in der Tradition seines Stifters als zentrale Sammelstätte für Nachlassmaterialien für die gesamte Familie Mendelssohn. Unter anderem besitzt es zahlreiche Familienbriefe, eine Bibliothek der Werke des Stammvaters Moses Mendelssohn, Dokumente von der Hand des Komponisten, seiner Schwester Fanny Hensel und weiterer Familienmitglieder sowie eine umfangreiche Bildersammlung. Aus neuerer Zeit sind Teilnachlässe von Arnold Mendelssohn, dem 1933 gestorbenen Kirchenkomponisten, dem Historiker Carl Mendelssohn Bartholdy und dessen Sohn, dem Juristen und Völkerrechtler Albrecht Mendelssohn Bartholdy vorhanden. Außerdem konnten Teile des Archivs der Mendelssohn-Bank erworben werden. Auch diese Sammlung wird laufend durch Neuerwerbungen, Schenkungen und Deposita - unter anderem von der Mendelssohn-Gesellschaft e.V. - erweitert.

Das Mendelssohn-Archiv verfügt im Haus Potsdamer Straße über einen eigenen Ausstellungsraum, der vom Allgemeinen Lesesaal aus zugänglich ist. Abgetrennt vom "modernen" Stil des Lesesaals, aber doch voll einsehbar wurde ein Raum geschaffen, der von der Vorstellungswelt des 19. Jahrhunderts geprägt ist. Hier werden in Gemälden Porträts von einzelnen Mitgliedern der Familie gezeigt und in den Vitrinen in wechselnden Dauerausstellungen Stücke aus dem Besitz des Archivs präsentiert.

Die in der Staatsbibliothek zu Berlin befindlichen Musikautographen von Felix Mendelssohn Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel werden durch gedruckte Kataloge von Hans-Günter Klein erschlossen; einen Überblick über die vielfältigen Bestände des Mendelssohn-Archivs gibt die Bestandsübersicht desselben Verfassers. Fast alle Originalbriefe von und an Felix Mendelssohn sowie ein erheblicher Teil der Korrespondenz der übrigen Familienmitglieder sind in der Online-Datenbank Kalliope erfasst.

Nachgewiesen in

Klein, Hans-Günter:
Felix Mendelssohn Bartholdy. Autographen und Abschriften. Katalog
, München 2003
(Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kataloge der Musikabteilung, Erste Reihe: Handschriften, 5).

Klein, Hans-Günter:
Die Kompositionen Fanny Hensels in Autographen und Abschriften aus dem Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Katalog
, Tutzing 1995
(Musikbibliographische Arbeiten, 13).

Klein, Hans-Günter:
Das Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin. Bestandsübersicht, Berlin 2003
(Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, 15).

Schmidt-Hensel, Roland:
„50 Jahre Mendelssohn-Archiv der Staatsbibliothek zu Berlin. Geschichte und Bestände 1965–2015“, in: Mendelssohn-Studien 19 (2015), S. 295–329 (pdf)

Benutzung

Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv

Kontakt

Dr. Roland Schmidt-Hensel

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