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Orient

Geschichte und Aufgaben

Handschriftliche und gedruckte Werke in orientalischen Sprachen gehörten bereits zum Gründungsbestand der Kurfürstlichen Bibliothek in der Mitte des 17. Jahrhunderts. In den folgenden Jahren durch umfangreiche Erwerbungen vermehrt, führte das Bestreben nach sachgerechter Verwaltung und das wachsende öffentliche Interesse am Orient im Jahr 1919 zur Einrichtung der Orientalischen Abteilung und 1924 zur Eröffnung des Orientalischen Lesesaals in der Preußischen Staatsbibliothek. In den ersten zwei Jahrzehnten entwickelte sich die Abteilung dank großzügiger Erwerbungspolitik zu einer weltweit anerkannten orientalischen Literatursammlung. Der Zweite Weltkrieg und die in diesen Jahren vorgenommene Verlagerung sämtlicher Handschriften und Buchbestände brachten die Tätigkeit zeitweilig zum Erliegen.

Die durch die Evakuierung während des Krieges verstreuten Bestände wurden nach 1945 zum einen in der Orientalischen (ab 1969 Asien-Afrika-) Abteilung der Deutschen Staatsbibliothek in Berlin (Ost), zum anderen zunächst in Marburg und Tübingen, später in der Orientabteilung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin (West) zusammengeführt. Vereinzelte Teilbestände sind in Kriegs- und Nachkriegszeiten vernichtet oder später in einigen osteuropäischen Bibliotheken aufgefunden worden.

Die beiden Abteilungen in Ost und West entwickelten sich bis 1991 unterschiedlich. Die gegenseitigen Kontakte waren aber auch in der Zeit der Teilung Deutschlands nie völlig unterbrochen. Jede Abteilung hat in ihrer Weise die Traditionen der Orientalischen Abteilung der Preußischen Staatsbibliothek fortgesetzt. Während sich die Asien-Afrika-Abteilung vorrangig der Sammlung und namentlich der Erschließung moderner Literatur and aktueller Informationsmittel widmete, richtete die Orientabteilung ihr Hauptaugenmerk auf die Sammlung, Pflege und Erschließung der reichen orientalischen Handschriftenschätze.

Mit der Vereinigung beider Bibliotheken begann im Jahre 1992 für die getrennten Abteilungen der Prozess des Zusammenwachsens, der mit der räumlichen Vereinigung im Haus Potsdamer Straße im November 1997 zum Abschluss kam.

In ihrer heutigen Form ist die Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin für folgende Aufgabenbereiche zuständig:

Erwerbung und Erschließung von Literatur in asiatischen, afrikanischen und europäischen Sprachen aus und über folgende Regionen:

  • Alter Orient und Ägypten
  • Islamischer Vorderer Orient von Nordafrika bis Afghanistan und Zentralasien (einschließlich der europäischen Türkei und der zeitweilig islamischen Teile Europas)
  • Kaukasus (teilweise in Zusammenarbeit mit der Osteuropa-Abteilung)
  • Afrika südlich der Sahara
  • Israel (sowie Hebraistik und Judentum allgemein)
  • Südasien
  • Südostasien
  • Ozeanien

Erwerbung, Erschließung und Verwaltung von Handschriften und Blockdrucken aus allen Regionen Asiens und Afrikas.