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Ostasien

China

Die Sammlung chinesischer Bücher der Staatsbibliothek zu Berlin blickt auf eine lange Geschichte zurück. Für Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) (siehe Geschichte der Staatsbibliothek bzw. der Ostasienabteilung) wurde bereits um 1683 ein erster Katalog der chinesischen Titel gedruckt, der 25 Einträge umfasste. Bis 1912 wurden insgesamt 1603 Signaturen Libri sinici vergeben, bis 1945 weitere 2049 Libri sin. N.S. In beiden Signaturengruppen finden sich auch zahlreiche mandschurische Titel, auf deren Bedeutung für die Sammlung schon Julius Klaproth (1783-1835), Autor des 1822 erschienen gedruckten Berliner China-Kataloges, hingewiesen hat. Von den fast 70.000 chinesischen und mandschurischen Bänden, die kriegsbedingt ausgelagert wurden, sind heute nur noch etwa ein Drittel im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin vorhanden.
Ein neuer und erneuerter Bestand ist seit 1951 mit Hilfe der DFG aufgebaut worden.

Die Schwerpunkte bei den Erwerbungen originalsprachiger Literatur für den Bereich China liegen bei den Geisteswissenschaften und den Sozialwissenschaften, mit einer Betonung des Fachgebiets Recht. Dabei findet das gesamte Spektrum der chinesischen Kultur Berücksichtigung. Auch Gebiete wie Trivialliteratur, Film- und Kinderbücher, Propagandaschriften von Parteien und Gewerkschaften werden einbezogen.

Für die Beschaffung chinesischsprachiger Literatur stehen in der Hauptsache drei Märkte zur Verfügung: Taiwan, Hongkong, und der enorme Publikationsmarkt der Volksrepublik China. In allen drei Märkten herrschen geregelte Buchhandelskonditionen.

Der Literatur über China in westlichen Sprachen wird ebenfalls große Aufmerksamkeit gewidmet. Neuerscheinungen werden nach Möglichkeit vollständig erworben; die thematischen Auswahlkriterien werden dabei sehr weit gefaßt. Kaum weniger intensiv werden darüber hinaus westlichsprachige Publikationen aus den asiatischen Ländern erworben. Japanische Literatur über China wird im Rahmen der Erwerbung japanischer Literatur mit wahrgenommen. Die japanischen Arbeiten zu Politik, Wirtschaft und Recht Chinas, aber auch zu geisteswissenschaftlichen und sinologischen Themenbereichen, haben hier große Bedeutung.

Die Erwerbung erstreckt sich fast ausschließlich auf Neuerscheinungen. Die großen Sammelwerke mit faksimilierten Nachdrucken traditioneller chinesischer Titel, wie z.B. der gesamte Siku quanshu 四库全书-Komplex (beinhaltend Wenyuange siku quanshu 文渊阁四库全书, Xuxiu siku quanshu 续修四库全书, Siku weishoushu jikan 四库未收书辑刊, Siku quanshu cunmu congshu 四库全书存目丛书 und Siku jinhuishu congkan 四库禁毁书丛刊) oder das Zhonghua zaizao shanben 中华再造善本 sowie von Titeln und Zeitschriften aus der Republikzeit, wie Minguo jicui 民国籍粹 bzw. Minguo Fojiao qikan wenxian jicheng 民国佛教期刊文献集成, wurden von der Ostasienabteilung ebenfalls erworben.

Ergänzt wird dieses Segment durch ein ständig wachsendes Volumen an elektronischen Ressourcen zum traditionellen und modernen China, die den herkömmlichen gedruckten Faksimile-Ausgaben digitale, suchbare Volltextausgaben zur Seite stellen, wie etwa der Datenbank China Ancient Books (CAJ) mit 10.000 traditionellen Titeln, oder 700.000 eBooks (Chinamaxx), und mehr als 50 Millionen wissenschaftlichen und akademischen Artikeln (China Academic Journals; CAJ), die über das Portal der Virtuellen Fachbibliothek CrossAsia angeboten werden. Dieses Portal bietet gegenwärtig mehr als 100 internationale Datenbanken zu Ostasien an. Es ist modular strukturiert und wird kooperativ von der Ostasienabteilung organisiert.