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Osteuropa

Besondere Neuerwerbungen

Besondere Neuerwerbungen der Osteuropa-Abteilung

An dieser Stelle weisen wir auf besondere Neuerwerbungen aus den Vitrinenausstellungen des Osteuropa-Lesesaals hin. Wir zeigen hier besondere Beispiele aus den rund 10.000 bibliographischen Einheiten, die die Osteuropa-Abteilung in jedem Jahr neu in den Bestand aufnimmt. Beachten Sie auch unsere Neuerwerbungslisten und den Neuerwerbungsdienst des Slawistik-Portals. Informationen über unsere Neuerwerbungen im FID Slawistik können Sie sich auch kostenlos per Email abonnieren.


Aktuell in der Vitrine

Aus dem Leben bemerkenswerter Menschen
Жизнь замечательных людей

1890 gab der russische Verleger und Publizist Florentij Fedorovič Pavlenkov die ersten beiden Biographien in der Reihe „Aus dem Leben bemerkenswerter Menschen“ in seinem Verlag „Obščestvennaja pol’za“ (Gemeinwohl) heraus. Damals war kaum absehbar, dass aus dieser Idee eine Publikationsreihe entstehen würde, in der noch mehr als 120 Jahre später Biographien herausragender Persönlichkeiten erscheinen würden. Pavlenkov veröffentlichte bis 1922 in der Reihe 198 Biographien mit einer Auflage von mehr als 1,5 Mio. Exemplaren. Die ersten Exemplare in der SBB wurden 1911 aus der Berliner „Lesehalle der Studierenden aus Russland“ übernommen.

Auf Anregung von Maxim Gorki wurde das Projekt 1933 wieder aufgenommen. Mit einer Biographie von Aleksandr Iosifovič Dejč über Heinrich Heine nahm eines der erfolgreichsten Editionsprojekte der Sowjetunion und des heutigen Russlands seinen Lauf. In den ersten Jahren erschienen die Ausgaben im Verlag „Žurnal’no-gazetnoe ob’‘edinenie“, seit 1938 im Verlag „Molodaja gvardija“. Heute erscheinen neben der „Serie Biographien“, in der bisher über 1500 Titel veröffentlicht wurden, noch eine „Kleine Serie“ und die Serie „Die Biographie geht weiter“.

Die Reihe diente auch als Vorbild für Sammelbiographien (Žizn zamečatelʹnych bol’ševikov. Leningrad, 1937. – Signatur: 3 A 146507; Žizn zamečatelʹnych ljudej Vladivostoka. Vladivostok, 2010. – Signatur: 3 A 187368; Žizn zamečatelʹnych kostromičej. Kostroma, 2003. – Signatur: 3 A 167858) und regionale Reihen wie z.B. Žiznʹ zamečatelʹnych uralʹcev (Ekaterinburg, 2011. – Signatur: 3 A 221989).

Die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitzt strebt keine Vollständigkeit der Serie an. In der Erwerbungspolitik liegt das Augenmerk auf den Biographien von Persönlichkeiten, die für die Entwicklung Russlands oder der Sowjetunion, Osteuropas und der deutsch-russischen Beziehungen von Bedeutung sind.

Aktuell in der Vitrine

Skabičevskij, Aleksandr Michajlovič: A. S. Puškin: ego žizn' i litera-turnaja dějatel'nost'. S.-Peterburg: Obščestvennaja Pol'za, 1891. (Žizń zaměčatel'nych Ljudej).

Signatur: Ax 6691/20

«Пушкин – наше все» - Puschkin ist unser Alles. So formulierte es der Schriftsteller, Literatur- und Theaterkritiker Apollon A. Grigor‘ev 1859 in seinem „Blick auf die russische Literatur seit Puschkins Tod“. Da überrascht es nicht, dass eine der frühen Biographien in der neu entstandenen Reihe eben diesem bedeutenden Dichter Russlands gewidmet wurde. Noch im November 1890 erteilte die Zensur die Genehmigung zur Herausgabe. Aber erst im Folgejahr erschien die Biographie des Literaturkritikers Skabičevskij auf dem Buchmarkt. Für Pavlenkovs biographische Reihe steuerte er auch Biographien über Nikolaj Dobroljubov und Aleksej Pisemskij bei (beide 1894 erschienen, aber leider nicht in der Staatsbibliothek zu Berlin vorhanden).


Dejč, Aleksandr Iosifovič: Genrich Gejne. - Moskva: Žurnal'no-gazetnoe ob''edinenie, 1933. (Žizń zamečatel'nych ljudej; 1/2).

Signatur: Au 8700/625

Bei der Wiederaufnahme der Reihe im Jahr 1933 wurde die erste Biographie dem deutschen Dichter Heinrich Heine gewidmet. Die Namensliste der Mitglieder des Redaktionskollegiums für die neue Reihe liest sich wie ein „Who is who“ der sowjetischen Elite aus Politik, Wissenschaft und Kultur der 1930-er Jahre. Dies verdeutlicht die Ambitionen, mit denen Gorki die Herausgabe von Biographien bedeutender Persönlichkeiten vorantrieb. Er wollte einen Erfolg für dieses Editionsprojekt, in dem bedeutende Lebensleistungen von Einzelpersonen herausgestellt und somit ein Gegengewicht zu der dominierenden Rolle des Kollektivs im öffentlichen Bewusstsein geschaffen wurde. Die Heine-Biographie kam schon 1933 als Geschenk der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft in die Sammlungen der Preußischen Staatsbibliothek.


Aksenov, Gennadij Petrovič: Vernadskij. - Moskva: Molodaja Gvardija, 2001. (Žiznʹ zamečatelʹnych ljudej: Serija biografij; 1000 = (800)).

Signatur: 3 A 109321

Die Nummer 1000 der Reihe „Žiznʹ zamečatelʹnych ljudej” (Zählung seit 1890 unter Einschluss der zwischen 1890 und 1922 erschienenen Titel aus Pavlenkovs Reihe) bildet die von Gennadij Aksenov verfasste Biographie des Geologen Vladimir Ivanovič Vernadskij.


Gorelik, E. I.: Katalog "ŽZL": 1890-2010; [120 let serii "ŽZL"]. - Moskva: Molodaja Gvardija, 2010. (Žizn' zamečatel'nych ljudej: Serija biografij; 1436 = (1236)).

Signatur: OE LS DB c 415

Zum 120. Jahrestag der Serie erschien eine umfangreiche Bibliographie mit zahlreichen Informationen zur Geschichte der Reihe. Der Band ist im Osteuropa-Lesesaal einzusehen.


Kijanskaja, Oksana Ivanovna: Dekabristy. - Moskva: Molodaja Gvardija, 2015. (Žiznʹ zamečatelʹnych ljudej: Serija biografij; 1728 = (1528)).

Signatur: 3 A 222221

Die Dekabristen waren eine Gruppe adliger russischer Offiziere, die am 14. (26.) Dezember 1825 den Eid auf Nikolaus I. verweigert und einen Aufstand gegen ihn angezettelt hatten. Dieser wurde unmittelbar und mit aller Härte nieder geschlagen. Fünf der Anführer wurden hingerichtet, hunderte Anhänger nach Sibirien verbannt oder ins Exil gedrängt. Die Dekabristen gelten in der russischen Geschichtsschreibung als frührevolutionäre Gruppe, die sich gegen die bestehende Form der Selbstherrschaft und die Leibeigenschaft in Russland stemmte. Die zur Verbannung nach Sibirien verurteilten Dekabristen leisteten in den Folgejahren einen erheblichen Beitrag zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung dieser abgelegenen Region. Sie blieben mit nicht verurteilten Sympathisanten in den Zentren Russlands in Verbindung und gerieten dadurch trotz der großen Entfernung nicht in Vergessenheit.


Micheenkov, Sergej Egorovič: Žukov: maršal na belom kone. - Moskva: Molodaja Gvardija, 2015. (Serija Zizň zamečatelʹnych ljudej: Serija biografij; vypusk 1723 (1523)).

Signatur: 3 A 224729

Gorgij Žukov gehört zu den bekanntesten sowjetischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er hatte 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in Berlin Karlshorst entgegen- und als „Marschall auf dem weißen Pferd“ die Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau abgenommen. Sein Lebensweg und seine Leistungen werden in zahlreichen Biographien immer wieder um neue Fakten und Vermutungen ergänzt und neu interpretiert.


Vasʹkin, Aleksandr: Ščusev: zodčij vseja Rusi. - Moskva: Molodaja gvardija, 2015. (Žizn' zamečatel'nych ljudej: Serija biografij: Malaja serija; vypusk 84).

Signatur: 3 A 224558

Der Begriff „Kleine Serie“ bezieht sich nicht unbedingt auf den Umfang sondern auf das kleinere Format der Bände. Ščusev ist heute dem westlichen Betrachter vor allem als Architekt des Lenin-Mausoleums auf dem Roten Platz in Moskau bekannt. Jedoch tat er sich schon vor den Revolutionen des Jahres 1917 bei Restaurierungen von russischen Kirchen hervor und errichtete den Kasaner Bahnhof in Moskau. In der Sowjetzeit wurde er zu einem der wichtigsten Architekten des Landes. Nach seinen Plänen entstand u.a. das Gebäude des Volkskommissariats für Landwirtschaft oder die Metrostation der Moskauer Ringbahn „Komsomolskaja“. Das Architekturmuseum in Moskau trägt heute seinen Namen.


Russland

Aktuelle politische Entwicklungen

Petrovskaja, Oksana Vasil’evna: Zarubežnye nepravitel’stvennye nekommerčeskie i religioznye organizacii v Rossii. Moskva: Rossijskij Institut Strategičeskich Issledovanij 2011. ISBN  978-5-7893-0132-6.

Im November 2012 trat in Russland ein heftig umstrittenes neues Gesetz über die Tätigkeit von Nichtregierungsorganisationen in Kraft. Wenn eine dieser Organisationen finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhält, so hat sie dies dem Staat anzuzeigen und die Mitarbeiter müssen sich als „ausländische Agenten“ bezeichnen lassen. Der Band listet solche Organisationen auf. Er wurde vom Russischen Institut für Strategische Forschungen erarbeitet. Zu den Aufgaben dieses 1992 per Präsidentendekret gegründeten Institutes gehört die Erarbeitung von Analysen und Empfehlungen für die staatlichen Strukturen der Russischen Föderation, in denen Fragen der nationalen Sicherheit und strategische Interessen des Landes berührt werden.

Standort: OE LS DB I 238


Azbuka Protesta. Narodnyj plakat po materialam 15 mitingov i akcij v Moskve i Sankt-Peterburge 10.12.2011 – 01.04.2012. avtor idei i sost.: Vadim F. Lur`e, tekst: Ol`ga Belova ... . Moskva: OGI, Polit.ru, 2012. ISBN 978-5-942826-68-0.

Das Alphabet des Protestes stellt die verschiedenen Motive der Demonstrationen in Russland Ende 2011 und Anfang 2012 vor und erklärt ihr Zustande-kommen. Ironisch-kreativer Umgang mit Aussprüchen Putins und allgemein bekannten Ikonen der Pop-kultur mischt sich mit der Bitterkeit über ein sich verfestigendes System. Als wissenschaftliche Publikation über volkstümliche Plakatkunst herausgegeben, ist das Werk vor allem auch ein Denkmal für die kreative Kraft des teilweise karnevalesken (M. Bachtin) Protestes.

Standort: 3 A 194781

AVANTGARDE! – АВАНГАРД

AVANTGARDE! – АВАНГАРД

Bis zum 12. Oktober 2014 zeigte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in der Kunstbibliothek die Ausstellung AVANTGARDE!

Sowohl in der Ausstellung selbst als auch im Rahmenprogramm wird immer wieder eine enge Verbindung zur Entwicklung gleichartiger Kunstrichtungen in Russland und der jungen Sowjetunion deutlich. Die Auswahl von Neuerwerbungen der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin unterstreicht die Bedeutung der АВАНГАРД und ihre Wirkung in Russland bis heute.

Aktuelle Neuerwerbungen der Osteuropa-Abteilung

Ėnciklopedija russkogo avangarda: izobrazitelʹnoe iskusstvo, architektura. Moskva: Global Expert & Service Team 2013.

T. 1: Biografii A - K ; biografii živopiscev, architektorov... ISBN 978-5-902801-10-8
T. 2: Biografii L - JA ; biografii živopiscev, architektorov... ISBN 978-5-902801-11-5

Die Enzyklopädie mit Biographien von Malern, Architekten, Grafikern, Bildhauern, Buch-künstlern, Theater- und Filmschaffenden, Kunsthistorikern, Museumsmitarbeitern und Sammlern der russischen Avantgarde stellt einen markanten Höhepunkt der vielfältigen Publikationen zu diesem Thema aus den letzten Jahren dar und fasst den erreichten Forschungsstand zusammen. Dabei konzentriert sich die Darstellung nicht allein auf die „traditionelle“ Zeit der Avantgarde zwischen 1907 und 1932, sondern bezieht auch Biographien von Vertretern des Symbolismus und Impressionismus in Russland ein, auf denen die Avantgarde aufbaute und wo sie Inspiration für die Entwicklung der eigenen theore-tischen Basis gewann. Auch das Nachleben avantgardistischer künstlerischer Ideen nach der Durchsetzung des Sozrealismus in der Kunst der Sowjetunion wird anhand von Biographien der Schüler der Avantgarde sowie des Exils in Paris, Berlin oder Prag einbezogen. Die bisher vorliegenden reich und hochwertig illustrierten zwei Bände mit Biographien sollen durch einen dritten Band zur Geschichte und Theorie der Avantgardekunst ergänzt werden.

Standort: OE LS DB q 935


Novye doma: architektura žilych kompleksov Moskvy 1920 - 1930-ch godov = New houses: The architecture of housing estates built in Moscow in the 1920s and 1930s. Moskva: Izdat. Plan 2012. ISBN 978-5-9903954-1-1.

Für die Stadt und Region Moskau spielte der Wohnungsbau in den 1920-er und 1930-er Jahren eine bedeutende Rolle. Damit sollte nicht nur der Wohnungsnot begegnet, sondern auch dem „Neuen Menschen“ Raum gegeben werden. Am Beispiel von 26 Großprojekten wird die Entwicklung der stark vom Bauhaus inspirierten konstruktivistischen Architektur in der jungen Sowjetunion in Wort, Skizze, Bauplan sowie in zeitgenössischen und aktuellen Fotografien dokumentiert. Dabei werden auch nicht realisierte bzw. schon abgerissene Projektteile berücksichtigt.

Die durchgängig in Russisch und Englisch gestalteten Texte werden durch einen umfangreichen Anhang mit Kurzbiographien der beteiligten Architekten, eine ausführliche Bibliographie, ein Namensregister und Abkürzungsverzeichnisse ergänzt.

Standort: 3 B 18389


Pavilʹony SSSR na meždunarodnych vystavkach: 1925 Pariž, 1928 Këlʹn, 1937 Pariž, 1939 Nʹju-Jork, 1958 Brjusselʹ, 1967 Monrealʹ, 1970 Osaka. Moskva: Majer; Podgorskaja 2013. ISBN 978-5-905494-10-9.

Die Teilnahme der Sowjetunion an internationalen und Weltausstellungen war jeweils ein künstlerischer, architektonischer und propagandistischer Höhepunkt. Das Land präsen-tierte sich als modern, hoch technisiert und zukunftsfähig. Ausgehend von den Ideen avantgardistischer Künstler und Architekten wie Lissitzky, Rodtschenko oder Melnikow, die u.a. an der Gestaltung der sowjetischen Pavillons auf der Weltausstellung in Paris 1925 und der Pressa in Köln 1929 mitwirkten, ist der Einfluss dieser Ideen bis in die Gestaltung der Pavillons nach dem Zweiten Weltkrieg spürbar. In den Zentren der kapitalistischen Welt sollte der Aufbruch in eine überlegene sozialistische Zukunft symbolisch dargestellt werden. Der Katalog zur Ausstellung über die Geschichte der sowjetischen Pavillons (Moskau, 2013) informiert über die Entstehung der Projekte, stellt auch nicht realisierte Entwürfe und deren Autoren vor, zeigt zahlreiche Abbildungen der Pavillons und der darin präsentierten Objekte und lässt so die Atmosphäre der jeweiligen Zeit wiedererstehen.

Standort: 3 B 18496

Erster Weltkrieg

Rossija v pervoj mirovoj vojne, 1914 - 1918: ėnciklopedija v trech tomach / Rossijskij Gosudarstvennyj Archiv Socialʹno-Političeskoj Istorii... Red. kollegija: A. K. Sorokin... - Moskva: ROSSPĖN 2014. ISBN 978-5-8243-1882-1.

Standort: OE LS DB m 238-1, OE LS DB m 238-2 und OE LS DB m 238-3


Pervaja mirovaja: vojna i mif; pečatnaja grafika iz sobranija Ivanovskogo istoriko-kraevedčeskogo muzeja imeni D. G. Burylina, fotografii iz kollekcij Rybinskogo muzeja-zapovednika i Nacionalʹnogo muzeja Respubliki Komi. - Moskva: Programma "Pervaja publikacija” 2014. ISBN 978-5-905830-55-6.

Standort: 3 B 19247


Olejnikov, Aleksej Vladimirovič: Zachvačeny v boju. trofei russkoj armii v Pervoj mirovoj. - Moskva: Veče 2015. ISBN 978-5-4444-1676-1.

Standort: 3 A 223076

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Literaturliste Russland und der Erste Weltkrieg: Weitere Neuerwerbungen

Geschichte

Postnikov, Arsenij Borisovič: Drevlechranilišče Pskovskogo muzeja. Obozrenie russkich rukopisnych dokumentov XVI - XVIII vv. Moskva: BuksMArt, 2013. ISBN 978-5-906190-08-6

Der von dem Spezialisten der Pleskauer Geschichte, Arsenij Postnikov, kenntnisreich zusammengestellte Katalog beschreibt 1219 handschriftliche Urkunden und Dokumente des 16. bis 19. Jahrhunderts aus 192 Teilen der historischen Sammlungen aus dem Pleskauer Museum. In der Einführung wird die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Sammlung beschrieben. Der eigentliche Katalogteil gliedert sich in Dokumente staatlicher Einrichtungen, kirchlicher Institutionen sowie private Provenienzen. Zu den einzelnen Objekten werden neben dem Sammlungskontext und der Signatur Angaben zu Datierung, Titel, Entstehungsort, Dokumentenform, Inhalt, Beglaubigung, Anmerkungen, physische Eigenschaften (Material, Größe, Blattzahl, Wasserzeichen, Einband), Provenienz, Erhaltungszustand und wissenschaftliche Beschreibung gemacht. Der Katalog ist durch einen Namensindex und ein geographisches Register erschlossen. In einem Abbildungsteil werden einzelne Dokumente exemplarisch in Farbe vorgestellt. Der Katalog wendet sich in erster Linie an Regionalhistoriker, Ethnologen und Sprachwissenschaftler.

Signatur: Hs LS DP 625


Zarizyn – Stalingrad – Volgograd

Nur 36 Jahre – von 1925 bis 1961 – trug das 1589 unter dem Namen Zarizyn (Caricyn) gegründete heutige Wolgograd den Namen Stalingrad. Und dennoch prägte gerade dieser Name das Verständnis von dieser Stadt wie kein anderer und verbindet die öffentliche Wahrnehmung bis heute mit der Schlacht um Stalingrad zwischen der Roten Armee und der deutschen Wehrmacht vom Sommer 1942 bis zum 2.2.1943. Gerade diese neun Monate der Stadtgeschichte und die damit besiegelte Wende im Zweiten Weltkrieg machten den Ort weltberühmt. Entsprechend groß ist bis heute der Umfang der veröffentlichten Literatur. Ein großer Teil dieser Veröffentlichungen wird bei einer Recherche im StaBiKat mit den Suchworten „Stalingrad Schlacht“ angezeigt (zur Zeit ca. 180 Treffer).

Seit einem Jahrzehnt wird unter dem Titel "Caricyn - Stalingrad - Volgograd v dokumentach" eine besondere Quellenedition publiziert, die nicht nur die Ereignisse der Schlacht um Stalingrad herausarbeitet, sondern auch die Geschichte der Stadt von ihrer Gründung an in zahlreichen Quellen dokumentiert. Dazu gehören neben Quellen zur Militärgeschichte des Zweiten Weltkrieges auch Reiseberichte nach Zarizyn von Zeitgenossen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, Darstellungen von Regionalhistorikern des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Quellen zur verwaltungs-technischen Entwicklung der Stadt im 20. Jahrhundert.

Die Präsentation der Dokumente wird ergänzt durch zeitgenössische Fotografien und Karten.

Caricyn v putevych zapiskach, dnevnikach i memuarach sovremennikov: (konec XVI v. - 1917 g.). Volgograd: Volgogradskoe Naučnoe Izdat. 2005. ISBN 978-598-46108-9-6.
Standort: 3 B 17722

Stalingradskaja gruppa vojsk : fevral’ - maj 1943 g. : dokumenty i materialy. Volgograd: Gosudarstvennoe Učreždenie Izdatel' 2004. ISBN 5-9233-0280-2.
Standort: 3 B 17721

Zagorul’ko, Maksim Matveevič: Gorodskaja čerta : Caricyn, Stalingrad, Volgograd ; administrativno-territorial’noe delenie goroda v XX veke ; dokumenty i materialy. Volgograd: Gosudarstvennoe Učreždenie Izdatel' 2010. ISBN 978-5-9233-0848-1.
Standort: 3 B 17727


Rossijskaja istoričeskaja ėnciklopedija: v 18-ti tt. Glavnyj red. A. O. Čubar’jan ...

Bd. 1: Aalto – aristokratija. Moskva: Olma Media Grupp 2011. ISBN 978-5-373-03855-3.


Die Sowjetische historische Enzyklopädie war unter verantwortlicher Leitung von Evgenij M. Žukov erarbeitet worden und zwischen 1961 und 1976 erschienen. Žukov war zwischen 1968 und 1979 zugleich Direktor des Instituts für allgemeine Geschichte der Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Der jetzige verantwortliche Redakteur der Russischen historischen Enzyklopädie, Aleksandr O. Čubar’jan, hat heute die gleiche Funktion inne, nur dass das Institut jetzt in die Russische Akademie der Wissenschaften integriert ist.
Die neue Ausgabe berücksichtigt nicht nur einen Wandel des Geschichtsbildes in Russland, sondern schließt auch viele politisch und propagandistisch bedingte Lücken der früheren sowjetischen Historiographie. Insbesondere die Zeit vor der Oktoberrevolution von 1917 erfährt eine deutliche Erweiterung und Neubewertung. Dies wird auch in einer verbesserten Quellen- und Forschungslage zu verschiedenen Themen deutlich. Der Artikel über den russischen Zaren Aleksej Michajlovič, Vater des späteren Zaren Peter I., erstreckt sich in der neuen Ausgabe über sechs Spalten gegenüber knapp einer Spalte in der sowjetischen historischen Enzyklopädie.
Standort: OE LS DB m 202-1

Geschichte der Russisch-Orthodoxen Kirche

Istorija ierarchii Russkoj Pravoslavnoj Cerkvi. Kommentirovannye spiski ierarchov po episkopskim kafedram s 862 g. Moskva: PSTGU 2006. ISBN 5-7429-0143-7.

An der Orthodoxen Geisteswissenschaftlichen Universität zum Heiligen Tichon (Pravoslavnyj Svjato-Tichonovskij Gumanitarnyj Universitet - PSTGU) erschien bereits 2006 dieses umfassende Verzeichnis aller Kirchenvertreter, die seit dem Jahre 862 bevollmächtigte Stellen an den Eparchien der Russisch-orthodoxen Kirche eingenommen hatten. Erarbeitet wurden diese Listen schon in den Jahren 1969 bis 1971 von dem Kirchenhistoriker M.E. Gubonin und nun auf der Grundlage verschiedener Quellen fortgesetzt. Dabei wurden auch die Schismen von 1920 bis 1940 mit ihren Auswirkungen berücksichtigt. Die Listen sind chronologisch nach den Eparchien geordnet und durch ein alphabetisches Personenregister mit den Angaben zu den besetzten Eparchien ergänzt. Zusätzlich sind Quellen zur Kirchengeschichte und Organigramme zum Aufbau der Eparchien von den Anfängen 862 bis heute abgedruckt.

Standort: OELS DB f 719

Kulturwissenschaften

Narodnoe iskusstvo: russkaja tradicionnaja kul'tura i pravoslavie XVIII - XXI vv. tradicii i sovremennost'. Moskva: Sojuz Dizajn, 2013. ISBN 978-5-00016-003-9

Das Wechselverhältnis zwischen christlich-orthodoxem Glauben und Volkskunst in Russland steht im Mittelpunkt des vorliegenden Werkes. Dabei gehen die Autoren des reich illustrierten Bandes insbesondere auf die Ikonenmalerei, die Volksmusik, die Holzschnitzerei und die traditionelle Kleidung ein. Die Darstellung konzentriert sich auf die historischen Wurzeln des Einflusses der Orthodoxie auf die Volkskunst, den Bruch der Tradition im 20. Jahrhundert und die Wiedergeburt der Einheit von russischer Volkskunst und christlich-orthodoxem Glauben nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Signatur: 3 B 18778


Rossija dlja vsech: proekt Viktora Bondarenko i Dmitrija Gutova. Moskva: Agey Tomesh / WAM 2011. ISBN 978-5-91432-039-0.

An zwei Tagen im November 2011 wurde in der Stadt Twer das Kunstprojekt  „Russland für alle“ von Viktor Bondarenko und Dmitrij Gutov in einer Ausstellung gezeigt. Der Katalog macht dieses Projekt einem breiteren Publikum bekannt. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Nationalismus und Fremdenhass in der russischen Gesellschaft. Auf großrussischen nationalistischen Aufruhr in Kondopoga, auf dem Moskauer Manegenplatz und anderswo reagierend, gehen die Künstler der Frage nach, wer russisch herausragende historische Persönlichkeiten waren, ohne deren Wirken die heutige russische Gesellschaft nicht vorstellbar wäre. Auf Leinwänden sind in einfacher aber prägnanter Schrift die Namen von 80 Persönlichkeiten festgehalten. Sie werden ergänzt durch Hinweise ihrer nichtrussischen Herkunft. Dazu gehören Alexander Newski (Heerführer, Enkel eines Osseten), Vitus Bering (Seefahrer und Entdecker, Däne), Bartolomeo Rastrelli (Architekt des Winterpalais in Sankt Petersburg, Italiener), Zarin Katharina II. (Deutsche), der Nationaldichter Alexander Puschkin (Urenkel eines Mauren), Vladimir Dal’ (Sprachforscher, Slawist, Sohn eines Dänen), Fjodor Dostojewski (polnisch-litauische Wurzeln), Konstantin Ziolkowski (Sohn eines Polen und einer Tatarin) oder auch der Patriarch von Moskau und ganz Russland Aleksii II. (1929-2008), dessen Vater Michael Ruediger deutsche Wurzeln hatte. Sie alle sind im Bewusstsein heutiger Generationen in Russland.

Signatur: 3 A 198053


Livak, Leonid: Russian émigrés in the intellectual and literary life of interwar France. A bibliographical essay. Montréal [u. a.]: McGill-Queen’s University Press 2010. ISBN 978-0-7735-3723-1.

Die Bibliographie zum Beitrag russischer Emigranten am literarischen und intellektuellen Leben Frankreichs in der Zwischenkriegszeit liefert umfangreiches Material für die weitere Erforschung des gegenseitigen Einflusses beider Kulturen. Eingeleitet wird die Bibliographie von einem Essay, welcher bereits die Grundzüge des Themas umreißt und auch die geistigen Hauptströmungen, welche die besondere Haltung der russischen Exilgemeinschaft in Frankreich ausmachten, beleuchtet. Die gesammelten Materialien bieten zukünftigen Forschern auf diesem bislang vernachlässigten Gebiet eine umfangreiche Grundlage für ihre Untersuchungen.

Signatur: OE LS DB e 599+39


Danilevskij, R. Ju.: Fridrich Šiller i Rossija. Sankt-Peterburg: Puškinskij Dom 2013. ISBN 978-5-91476-047-9.

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption Friedrich Schillers durch russische Literaten und Denker. Die russische Ausgabe des bereits 1998 in deutscher Sprache erschienenen Werkes ist vom Autor wesentlich erweitert und auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht worden. So enthält das vorliegende Werk nicht nur die Untersuchung des Zeitraumes von den ersten Erwähnungen Schillers in Russland bis zu seinem 100-jährigen Jubiläum 1859, sondern wurde um die Aufarbeitung der Schillerrezeption bis einschließlich des 20. Jahrhunderts sowie um eine ausführliche und systematische Auflistung aller Aufführungen von Schillers Theaterstücken im Laufe der letzten zweihundert Jahre ergänzt.
Die deutsche Ausgabe, welche ausschließlich den ersten Teil dieser neuen russischen Ausgabe umfasst, ist ebenfalls in der Staatsbibliothek zu entleihen (Danilevskij, R. Ju.: Schiller in der russischen Literatur. 18. Jahrhundert – erste Hälfte des 19. Jahrhundert. Dresden: Dresden University Press, 1998.)

Signatur: 1 A 346509


Alltagsgeschichte

Natalja Moiseevna Kalašnikova: "Šuby, šubki, kazakiny ...". Kollekcija verchnej odeždy iz sobranija Rossijskogo Ėtno-grafičeskogo Muzeja. Moskva: Severnyj Palomnik 2012. ISBN 978-5-94431-327-0.

Mit mehr als einer halben Million Objekten verfügt das Russische Ethnographische Museum in Sankt Petersburg über die größte Sammlung zu Kultur und Alltag der im Russischen Reich lebenden Völker aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Der Bildband über Beispiele von Oberbekleidung aus verschiedenen Regionen und von unterschiedlichen Völkern setzt die schon 2010 mit einem Band über traditionelles Schuhwerk (Signatur 3 A 188827) begonnene Reihe des Verlags Severnyj Palomnik (Pilger des Nordens) zum Kulturerbe Russlands fort. Mit farbigen Fotos werden Beispiele der Oberbekleidung der russischen Bevölkerung sowie der nichtrussischen Völker des Landes aus der Sammlung des Museums vorgestellt. In einführenden Artikeln werden Besonderheiten der Bekleidung für einzelne Regionen (Wolga- und Uralgebiet, Sibirien und Ferner Osten, Kaukasus, Mittelasien und Kasachstan, Südrussland und europäisches Ausland) erläutert. Ein Glossar am Ende des Bandes erklärt die wichtigsten Begriffe zu Bekleidung und der für ihre Herstellung verwendeten Stoffe aus dem 18. bis 20. Jahrhundert.

Signatur: 3 A 201033

Sovetskij stil’: vremja i vešči; moda, bel’ë, ukrašenija, parfjumerija, eda, upakovka, den’gi, prazdniki, igruški, mebel’, farfor, dača. / [otv. red. V. Zuseva].
Moskva: Mir Ėnciklopedij Avatna+ [u. a.] 2011. ISBN 978-5-9898652-0-8.

Gibt es einen sowjetischen Stil, der sich nach der Oktoberrevolution in der Mode, im Industriedesign und bei der Verpackung, in den Banknoten und im Spielzeug widerspiegelt? Welchen Einfluss nahm die Politik auf diese Gestaltung des Alltags? Konnten sich Sowjetbürger dem politischen Gestaltungswillen entziehen? Wie sah er aus, der „sowjetische Stil“? Auf alle diese Fragen wird versucht, in dem reich illustrierten Band Antworten zu finden. Bei der Entwicklung von Alltagsmode wurde in den 1950er Jahren rege auf Motive und Schnitte aus der russischen Folklore zurückgegriffen. Dem standen die „Stiljagi“ mit ihrer Orientierung auf Röhrenhosen, Sakko und Krawatte als Anhänger einer alternativen Jugendkultur gegenüber, die bewusst auf jegliche Folklore verzichteten und sich eher an einem als „westlich“ definiertem Mode- und Lebensstil orientierten.

Standort: 3 B 17243


Museumsgeschichte

Ėra Rumjancevskogo muzeja

Bd. 1: Kartinnaja galereja. Moskva: Krasnaja Ploščad’ 2010. ISBN 978-5-915210-33-1
Bd. 2: Gravjurnyj kabinet. Moskva: Krasnaja Ploščad’ 2010. ISBN 978-5-915210-34-8.

Der russische Staatsmann Nikolaj Petrovič Rumjancev (Rumjanzew, 1754-1826, Außenminister und Reichskanzler unter Zar Alexander I.) vererbte seine überaus reichen Kunstsammlungen sowie Sammlungen an Büchern, Handschriften, Münzen, volkskundlichen und archäologischen Objekten dem russischen Staat, der diese zunächst 1831 für eine Besichtigung in Sankt Petersburg öffentlich machte.

Fehlende finanzielle Mittel zum Unterhalt des Museums in der damaligen russischen Hauptstadt führten 1861 zu einer Verlegung der Sammlungen nach Moskau, wo im Jahr darauf das Moskauer Öffentliche und Rumjancev-Museum im Paschkow-Haus seine Tore öffnete. Im Zuge einer Umgestaltung der Moskauer Museumslandschaft nach der Oktoberrevolution von 1917 bildeten die Sammlungen der Abteilung schöne Künste des Rumjancev-Museums gemeinsam mit den Sammlungen des 1912 eröffneten Moskauer Museums für schöne Künste den Grundstock für das heutige Staatliche A. S. Puschkin-Museum für bildende Künste in Moskau, wobei die Werke russischer Künstler an die Tretjakov-Galerie und die volkskundlichen Sammlungen an das Museum der Völker der UdSSR (heute Russisches Ethnographisches Museum in Sankt Petersburg) abgegeben wurden.

Standort: 3 A 191098; 3 A 191099

Kunst und Architektur

100 let Gosudarstvennomu Muzeju Izobrazitel'nych Iskusstv Imeni A. S. Puškina: 1912 - 2012; jubilejnyj al'bom. Moskva: Izdat. Gamma-Press 2012. ISBN 978-5-9612-0031-7.

Das Puschkin-Museum für Bildende Künste in Moskau (Государственный музей изобразительных искусств им. Пушкина – GMII) feierte 2012 den 100. Jahrestag seiner Gründung u. a. mit einer umfangreichen Festschrift. In zwei reich illustrierten Bänden wird die Geschichte des Hauses und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Bedeutung von Sonderausstellungen und Spezialabteilungen des Museums herausgearbeitet. Dabei wird die herausragende kunstgeschichtliche und politische Bedeutung des GMII für die Sowjetunion und das heutige Russland immer wieder deutlich. Band 1 ist der Entwicklung des Hauses und seiner Sammlungen gewidmet, der zweite Band schildert die wissenschaftliche Arbeit und die Ausstellungstätigkeit des GMII. Eine besondere Stellung nehmen dabei die zeitweise in Moskau befindlichen Sammlungen der Gemäldegalerie Dresden ein. In beiden Bänden ist der Präsentation der Dresdener Sammlungen im Jahre 1955 ein besonderer Abschnitt gewidmet. Erstmals bildeten sich zu dieser Ausstellung lange Schlangen Wartender vor dem Haus. Zwischen dem 2. Mai und 25. August 1955 kamen über 1,2 Millionen Besucher in das GMII.

Standort: 3 B 18008-1/2


Bis zum 12. Oktober 2014 zeigte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in der Kunstbibliothek die Ausstellung AVANTGARDE! Sowohl in der Ausstellung selbst als auch im Rahmenprogramm wird immer wieder eine enge Verbindung zur Entwicklung gleichartiger Kunstrichtungen in Russland und der jungen Sowjetunion deutlich. Die Auswahl von Neuerwerbungen der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin unterstreicht die Bedeutung der АВАНГАРД und ihre Wirkung in Russland bis heute:

Ėnciklopedija russkogo avangarda: izobrazitelʹnoe iskusstvo, architektura. Moskva: Global Expert & Service Team 2013.
T. 1: Biografii A - K ; biografii živopiscev, architektorov... ISBN 978-5-902801-10-8

T. 2: Biografii L - JA ; biografii živopiscev, architektorov... ISBN 978-5-902801-11-5

Standort: OE LS DB q 935-1; OE LS DB q 935-2

Die Enzyklopädie mit Biographien von Malern, Architekten, Grafikern, Bildhauern, Buch-künstlern, Theater- und Filmschaffenden, Kunsthistorikern, Museumsmitarbeitern und Sammlern der russischen Avantgarde stellt einen markanten Höhepunkt der vielfältigen Publikationen zu diesem Thema aus den letzten Jahren dar und fasst den erreichten Forschungsstand zusammen. Dabei konzentriert sich die Darstellung nicht allein auf die „traditionelle“ Zeit der Avantgarde zwischen 1907 und 1932, sondern bezieht auch Biographien von Vertretern des Symbolismus und Impressionismus in Russland ein, auf denen die Avantgarde aufbaute und wo sie Inspiration für die Entwicklung der eigenen theoretischen Basis gewann. Auch das Nachleben avantgardistischer künstlerischer Ideen nach der Durchsetzung des Sozrealismus in der Kunst der Sowjetunion wird anhand von Biographien der Schüler der Avantgarde sowie des Exils in Paris, Berlin oder Prag einbezogen. Die bisher vorliegenden reich und hochwertig illustrierten zwei Bände mit Biographien sollen durch einen dritten Band zur Geschichte und Theorie der Avantgardekunst ergänzt werden.


Novye doma: architektura žilych kompleksov Moskvy 1920 - 1930-ch godov. New Houses: The Architecture of Housing Estates Built in Moscow in the 1920s and 1930s. Moskva: Izdat. Plan 2012. ISBN 978-5-9903954-1-1.

Für die Stadt und Region Moskau spielte der Wohnungsbau in den 1920-er und 1930-er Jahren eine bedeutende Rolle. Damit sollte nicht nur der Wohnungsnot begegnet, sondern auch dem „Neuen Menschen“ Raum gegeben werden. Am Beispiel von 26 Großprojekten wird die Entwicklung der stark vom Bauhaus inspirierten konstruktivistischen Architektur in der jungen Sowjetunion in Wort, Skizze, Bauplan sowie in zeitgenössischen und aktuellen Fotografien dokumentiert. Dabei werden auch nicht realisierte bzw. schon abgerissene Projektteile berücksichtigt.

Die durchgängig in Russisch und Englisch gestalteten Texte werden durch einen umfangreichen Anhang mit Kurzbiographien der beteiligten Architekten, eine ausführliche Bibliographie, ein Namensregister und Abkürzungsverzeichnisse ergänzt.

Standort: 3 B 18389


Pavilʹony SSSR na meždunarodnych vystavkach: 1925 Pariž, 1928 Këlʹn, 1937 Pariž, 1939 Nʹju-Jork, 1958 Brjusselʹ, 1967 Monrealʹ, 1970 Osaka.
Moskva: Majer; Podgorskaja 2013. ISBN 978-5-905494-10-9.


Die Teilnahme der Sowjetunion an internationalen und Weltausstellungen war jeweils ein künstlerischer, architektonischer und propagandistischer Höhepunkt. Das Land präsentierte sich als modern, hoch technisiert und zukunftsfähig. Ausgehend von den Ideen avantgardistischer Künstler und Architekten wie Lissitzky, Rodtschenko oder Melnikow, die u.a. an der Gestaltung der sowjetischen Pavillons auf der Weltausstellung in Paris 1925 und der Pressa in Köln 1929 mitwirkten, ist der Einfluss dieser Ideen bis in die Gestaltung der Pavillons nach dem Zweiten Weltkrieg spürbar. In den Zentren der kapitalistischen Welt sollte der Aufbruch in eine überlegene sozialistische Zukunft symbolisch dargestellt werden. Der Katalog zur Ausstellung über die Geschichte der sowjetischen Pavillons (Moskau, 2013) informiert über die Entstehung der Projekte, stellt auch nicht realisierte Entwürfe und deren Autoren vor, zeigt zahlreiche Abbildungen der Pavillons und der darin präsentierten Objekte und lässt so die Atmosphäre der jeweiligen Zeit wiedererstehen.

Signatur: 3 B 18496


VChUTEMAS: mysl’ material’na; katalog kollekcii studenčeskich rabot VChUTEMAS iz sobranija Gosudarstvennogo Muzeja Architektury im. A. V. Ščuseva. Moskva: Gosudarstvennyj Muzej Architektury im A. V. Ščuseva 2011. ISBN 978-5-91491-033-1.

Die VChUTEMAS (Vysšaja chudožestvenno-techničeskaja maserskaja) war von 1920-1926 eine höhere Lehrwerkstatt für Künste und Technik in Moskau. Sie wurde 1926 in das VChUTEÏN (Höheres künstlerisch-technisches Institut) umgewandelt, das 1930 aufgelöst wurde. Das VChUTEMAS ging als innovatives und modernes Lehrinstitut in die Geschichte ein. Zu den Professoren gehörten u. a. W. Kandinsky, A. Rodtschenko, V. Tatlin und F. Schechtel. Die Absolventen übten einen großen Einfluss auf die Architektur und Kunst in Sowjetrussland und der jungen Sowjetunion aus und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Konstruktivismus bei. Der Katalog präsentiert studentische Entwürfe und Diplomarbeiten, die einen guten Einblick in die Gedankenwelt und Zukunftsvorstellungen der von den sozialen Umbrüchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägten Generationen von Künstlern und Architekten gewähren. Die Originale werden im Schtschussew-Architekturmuseum in Moskau aufbewahrt. Ein Anhang mit Kurzbiographien von Absolventen, eine Bibliographie von Publikationen der VChUTEMAS aus den 1920er Jahren und eine englischsprachige Zusammenfassung helfen bei der Erschließung des Werkes.

Standort: 3 B 17677


Čertkov, Leonard Isaakovič: Knižnaja grafika V. A. Favorskogo: izdannye knigi, akcidencija, izdatel’skie proekty; katalog. Moskva: Kontakt-Kul’tura 2012. ISBN 978-5-903406-33-3.

Waldimir Andrejewitsch Faworski (Vladimir Andreevič Favorskij; 1886-1964) gehörte zu den herausragenden Lehrern der VChUTEMAS – der Höheren künstlerisch-technischen Werkstätten in Moskau. Später unterrichtete er am Architekturinstitut sowie an der Kunsthochschule in Moskau. Besondere Vedienste erwarb sich Faworski um die Entwicklung der Buchgestaltung und Wiederentdeckung des Holzschnittes für die Buchkunst in der Sowjetunion. Neben zahlreichen Illustrationen für Werke der Weltliteratur sowie der russischen und sowjetischen Literatur befasste er sich auch mit Fragen der Typographie. Für sein Wirken als Buchgestalter erhielt er zahlreiche nationale und internationale Preise, u.a. auch eine Goldmedaille der Internationalen Leipziger Buchmesse 1959. Der von Leonard Čertkov erarbeitete Katalog zu Faworskis Buchgrafik verzeichnet 351 Arbeiten, die zwischen 1907 und 2008 teils postum publiziert worden sind. Der Katalog ist reich illustiert. Er enthält ein Register der Künstler, mit denen Faworski bei der Buchgestaltung kooperierte.

Standort: 3 A 196919

Militärgeschichte

Vojna 1914 - 1917 gg.: iz ličnogo fotoal’boma generala grafa F. A. Kellera. Char’kov: Folio 2012. ISBN 978-966-03-6101-0.

Fjodor Arturowitsch Keller (1857-1917) entstammt einer Familie mit deutschen Wurzeln, die schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts im militärischen Dienst des Russischen Reiches stand. Keller hatte sich als Freiwilliger am Russisch-Türkischen Krieg 1877-1878 erste Verdienste erworben. Er führte die 10. Charkower Kavalleriedivision in den 1. Welt-krieg und wurde im März 1915 als Kommandeur des 3. Reiterkorps berufen, das erfolgreich an den Kämpfen in der Bukowina beteiligt war. Den mit der Februarrevolution 1917 herbeigeführten Sturz des Zaren unterstützte Keller nicht und wurde folglich abberufen. Er kam im Dezember 1918 bei bewaffneten Zusammenstößen mit Anhängern Simon Petljuras in Kiew ums Leben.

Das Fotoalbum dokumentiert den Einsatz Kellers im 1. Weltkrieg. Die Fotos selbst stammen wahrscheinlich überwiegend von Pjotr Alexandrowitsch Boltin, der im 10. Nowgoroder Dragonerregiment unter Keller diente. Keller selbst versah die Fotos mit handschriftlichen Erläuterungen. Das Fotoalbum wurde bei Recherchen zu einer Nutzeranfrage im Zentralen staatlichen Kinofotofonoarchiv der Ukraine im Bildbestand zum 1. Weltkrieg gefunden. Die digitalen Reproduktionen der Fotografien werden durch eine Einführung zum Leben Kellers sowie durch wissenschaftliche Erläuterungen von Professor Dmitri Tabatschnik ergänzt.

Standort: 3 A 206450


Russkij batal'nyj lubok serediny XIX veka: Krymskaja vojna 1853 - 1855 godov. Sankt-Peterburg: Izdat. Puškinskogo Doma 2010. ISBN 978-5-87781-011-2.

Lubok (Plural: Lubki) kann am besten mit Bilderbogen übersetzt werden. Die meist als Einblattdrucke oder kleine Flugschriften mit Hilfe von Lindenholztafeln hergestellten Druckerzeugnisse waren ein wichtiges Element zur Verbreitung von Informationen. Auf der Basis einer oder mehrerer Illustrationen werden mit kurzen prägnanten Texten Geschichten erzählt. In Kriegszeiten spielen Lubki eine wichtige Rolle bei der patriotischen Propaganda. Die Lubki mit Schlachtenbildern aus der Zeit des Krimkrieges entstanden in den Jahren 1853-1855. Sie stammen aus der Sammlung des Instituts für russische Literatur (Puschkinhaus) in Sankt Petersburg. Die 70 dargestellten Schlachten-Lubki werden durch eine wissenschaftliche Beschreibung und Kommentare erläutert. Mit diesem Katalog wird eine große Lücke in der Überlieferung dieses Elements der russischen Volkskunst geschlossen.

Standort: 3 A 206452


Grišin, I. A. u. Emel’janov, M. G.: Sovetsko-germanskij voennyj slovar’. Moskva: Gotovaja kniga 2009. ISBN 978-5-940131-17-5.

Die Persiflage eines sowjetischen Kriegswörterbuches erklärt wichtige Begriffe und umgangssprachliche Bezeichnungen des Zweiten Weltkrieges mit ironischen Untertönen. Verschiedene Stellungen des japanischen Go-Spiels ziehen sich als Rätsel durch das Buch, dessen Autoren führende Mitglieder der Russischen Go-Föderation sind. Das Buch wird durch ein Vorwort des fiktiven Herausgebers, Erich von Manstein, eingeleitet, in dem die Geschichte des Zweiten Weltkrieges auf absurde Weise reflektiert und mit der strategischen Denkweise des Go-Spiels verbunden wird. Der Krieg wird als gemeinsames sowjetisch-deutsches Strategiespiel verstanden, das es der Sowjetunion erlaubte, ihr Potential zu zeigen. Heutige Geschichtsbilder und Mythen über wichtige Persönlichkeiten des Zweiten Weltkrieges werden somit in einen fiktiven Kontext gestellt, der ihre Fragwürdigkeit und Konstruiertheit deutlich werden lässt.

Standort: 3 A 184531


Kratkij russko-nemeckij voennyj razgovornik. Dlja bojca i mladšego komandira. N. N. Bijazi. Hrsg. von A. V. Ljubarskij. Moskva: Voennoe Izdat. Narodnogo Komissariata Oborony Sojuza SSR 1941.

Der Reprint des russisch-deutschen Kriegssprach-führers aus dem Jahre 1941 macht deutlich, welche Redewendungen und Wörter einfache russische Soldaten und Unteroffiziere im Zweiten Weltkrieg beherrschen sollten, um mit deutschen Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu kommunizieren. Dabei wird ersichtlich, welche Kommunikationssituationen – und damit Kriegsszenarien – beim Verfassen des Sprachführers berücksichtigt wurden.

Standort: 3 A 198217


Zagraničnye pochody rossijskoj armii 1813 - 1815 gody: Enciklopedija v dvuch tomach. Red. sovet V. M. Bezotosnyj ... Moskva: ROSSPEN 2011.

Bd. 1: ISBN 978-5-8243-1625-4
Bd. 2: ISBN 978-5-8243-1626-1


Das bevorstehende 200. Jubiläum der Befreiungskriege von der Napoleonischen Herrschaft rückt immer stärker in den Mittelpunkt der Forschung. Die Enzyklopädie über die ausländischen Feldzüge der russischen Armee in den Jahren 1813 bis 1815 widmet sich diesem Thema und ist eine direkte Fortsetzung der bereits 2004 publizierten Enzyklopädie des Vaterländischen Krieges von 1812 (s. Osteuropa-Lesesaal unter der Signatur OE LS DB m 240). Wieder konnte Viktor Michajlovič Bezotosnyj, Abteilungsleiter im Moskauer Staatlichen Historischen Museum und anerkannter Spezialist für die Zeit um 1812, als verantwortlicher Redakteur gewonnen werden. In knapper aber präziser Form werden die Ereignisse und handelnden Personen vom Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Grundlage eines umfangreichen historischen Quellen- und Literaturstudiums dargestellt. Die einzelnen Artikel werden durch Literaturhinweise und Abbildungen ergänzt. Im Einzelfall finden sich Verweisungen auf die o. g. Enzyklopädie des Vaterländischen Krieges, so dass beide Werke eine feste Einheit bilden.

Standort: OE LS DB m 241-1 und OE LS DB m 241-2


Volkov, Sergej Vladimirovič: Generaly i štab-oficery russkoj armii: Opyt martirologa. V dvuch tomach. Moskva: FIV 2012. ISBN 978-5-91862-007-6.

Die Geschichte der Gegner der bolschewistischen Revolution im Oktober 1917 rückt immer mehr in den Mittelpunkt der russischen Geschichtsschreibung. Die Biographien der beteiligten Personen spielen dabei eine wesentliche Rolle. In dem Martyrologium genannten Verzeichnis sind Biographien von etwa 18.500 hohen Offizieren und Generälen der russischen Armee enthalten, die während des Bürgerkrieges von 1917 bis 1922 in den Reihen der Weißen Garden gegen die Bolschewiki kämpften, dabei ihr Leben ließen oder später in der Emigration verstorben sind. Ein Teil der Personen ist jedoch auch in der Sowjetunion geblieben und kam während der politischen Verfolgungen in den 1920- bis 1930-er Jahren ums Leben.

Standort: OE LS DB I 737-1 und OE LS DB I 737-2


Die Ausbildung junger Menschen in militärischen Kadettenanstalten hat in Russland eine große Tradition. In der Zarenzeit existierten etwa 40 dieser Schulen, in denen Schulkinder zur mittleren Reife bzw. Abitur geführt und in der Regel auf einen Militärberuf vorbereitet wurden. Diese Tradition wurde auch in der Sowjetunion gepflegt, wo es über 25 Kadettenschulen gab. In der modernen Militärgeschichtsforschung steht die Geschichte der Kadettenanstalten in der Zarenzeit sowie des antisowjetischen russischen Exils im Mittelpunkt der Veröffentlichungen.

Vladlen Anatol’evič Gurkovskij: Rossijskie kadetskie korpusa za rubežom. K desjatiletiju sozdanija Fonda sodejstvija kadetskim korpusam imeni Alekseja Jordana. Moskva: Izdat. Belyj Bereg 2009. ISBN 978-5-9835302-7-0.
Standort: 3 B 16346

Voennye učilišča i kadetskie korpusa Russkoj Imperatorskoj Armii v Moskve XIX - načalo XX vv. Sbornik dokumentov. Rossijskij Gosudarstvennyj Voenno-Istoričeskij Archiv. Moskva: Drevlechranilišče 2009. ISBN 978-5-936461-68-2.

Standort: 3 A 189745

Philosophie der Gegenwart

Nilogov, Aleksej Sergeevič:
Kto segodnja delaet filosofiju v Rossii.

Bd. 1: Moskva: Pokolenie 2007. ISBN 978-5-9763004-9-1
Bd. 2: Moskva: AGRAF 2011. ISBN 978-5-7784-0405-2.

Die von A. S. Nilogov vorbereiteten Bände dokumentieren Gespräche mit russischen Philosophen der Gegenwart. Dabei wurden die Gesprächsthemen bewusst auf „Randgebiete“ der Philosophie, wie z. B. Religion, Kunst- und Kulturwissenschaften, Sprache, Literatur, Logik oder Musik, Politologie, Psychologie und Soziologie ausgedehnt. Den Interviews ist eine kurze Biographie der einzelnen Philosophen vorangestellt. Auf diese Weise bieten die Bände einen interessanten Überblick über die Exponenten der modernen russischen Philosophie und die von ihnen vertretenen Anschauungen und Schulen.

Standort: OELS DB h 602-1; OELS DB h 602-2

Russische Literaturwissenschaft

Russische Literaturwissenschaft | Biographien

Prilepin, Zachar: Podel’nik Ėpochi. Leonid Leonov. Moskva: Astrel’ 2012. ISBN 978-5-271-42690-2.

Im vorliegenden Werk beschäftigt sich der berühmte Schriftsteller Zachar Prilepin mit einem der interessantesten russischen Autoren des 20. Jahrhunderts, Leonid Leonov. Neben dem umfangreichen Werk Leonovs wird dessen an Ereignissen unglaublich reiches Leben sprachlich eindrucksvoll beschrieben. Dabei erscheint es unglaublich, welche Fülle an Ereignissen und Rollen ein einziges Menschenleben umfassen kann. Zu Beginn seines Lebens diente Leonov als weiß-gardistischer Offizier, dann als Soldat in der Roten Armee, 1943 erhielt er den Stalinpreis, wurde Abgeordneter des Obersten Sowjets der UdSSR, bis ihm schließlich Michail Gorbačev zu seinem Lebenswerk gratulierte. Aber vor allem war Leonov ein Meister des Wortes, der in seinen Werken auch problematische Themen anschnitt.

Signatur: 3 A 199893


Veresaev, Vikentij Vikent'evič: Puškin v žizni. [sistematičeskij svod podlinnych svidetel`stv sovremennikov]. Moskva: Izdat. AST [u. a.] 2011. ISBN 978-5-17-074602-6.

Die Arbeiten des Schriftstellers, Arztes und überzeugten Marxisten Veresaev (1867-1945) zum Leben Puschkins konnten erstmals kurz nach der Oktoberrevolution erscheinen und wurden seitdem mehrfach aufgelegt. In jahrelanger mühevoller Arbeit trug Veresaev alle Berichte über Puschkin und dessen Leben zusammen, um sich ein möglichst umfangreiches und lebendiges, möglichst realitätsnahes Bild von Puschkin zu machen. Dabei hat er unzählige Tagebücher, Briefe und Berichte durchforstet und die gefundenen Abschnitte anschließend zeitlich und thematisch geordnet. Um den Forschern und begeisterten Puschkinlesern eine solche Arbeit in der Zukunft zu ersparen, entschloss er sich zur Veröffentlichung seiner Sammlung. Neben unzweifelhaft authentischen Zeugnissen umfasst das Werk auch Berichte, die nicht mit gänzlicher Sicherheit als echt bezeichnet werden können. Bekanntermaßen gefälschte Berichte und Briefe sind dagegen ausgeschlossen worden. Veresaev rechtfertigt das Nebeneinander von sich widersprechenden Quellen und von nicht sicher authentischen Zeugnissen damit, dass auch die Legenden um Puschkin zum Puschkinbild gehören, gleichwohl gibt er damit auch einen Einblick in die Unsicherheit von Zeugnissen und Quellen allgemein.

Signatur: 3 A 200374


Russische Literaturwissenschaft

Čuprinin, Sergej: Malaja literaturnaja ėnciklopedija. Russkaja literatura segodnja. Moskva: Vremja 2012. ISBN 978-5-9691-0679-6.

Mit der Enzyklopädie zur zeitgenössischen russischen Literatur des Chefredakteurs der Zeitschrift Znamja, Sergej Čuprinin, liegen umfassende Informationen für alle diejenigen vor, die sich einen Überblick über die aktuelle russische Literatur verschaffen wollen. Dabei werden nicht nur einzelne Autoren behandelt, sondern auch Schriftstellervereinigungen, Literaturzeitschriften, Verlage, Literaturfesti-vals, Literaturwettbewerbe und Literaturpreise. Russischsprachige Autoren und Institutionen des Exils werden ebenfalls berücksichtigt. Die Enzyklopädie setzt die früheren Anstrengungen des Autors um eine Darstellung des derzeitigen literarischen russischen Lebens fort, welche sich bereits in dem Werk Novaja Rossija, Mir literatury, (erschienen 2003) und dem 2003 bis 2009 in mehreren Ausgaben publizierten Nach-schlagewerk Russkaja literatura segodnja niedergeschlagen haben.

Signatur: OE LS DB e 254


Vysockij, Vladimir: Sobranie sočinenij v četyrech tomach. Moskva: Vremja 2009.
ISBN 978-5-9691041-1-2.


Wladimir Wyssozki ist ein Klassiker – sowohl der sowjetischen offiziellen Liedkultur als auch des sowjetischen Samisdat (= illegale Vervielfältigung von zensierten Medien). Die Gesammelten Werke geben einen umfassenden Einblick in das künstlerische Schaffen Wyssozkis, das neben seinen zahlreichen Liedtexten auch Gedichte und Prosa umfasst.

Standort: 3 A 200080 (Bd. 1 - 4)


Iosif Brodskij. Problemy poėtiki. Sbornik naučnych trudov i materialov. A. G. Stepanov (Hrsg.). Moskva: Novoe literaturnoe obozrenie 2012. ISBN 978-5-86793-990-8.

Der vorliegende Band versammelt Arbeiten zu so unterschiedlichen Themen wie der künstlerischen Semantik, der Struktur der Dichtung, der kulturellen Kontexte sowie dem Sprachwechsel Joseph Brodskys. Darüber hinaus ist der Sammelband, der Beiträge von Slawisten aus allen Teilen der Welt beinhaltet und den neuesten Stand der Forschung wiedergibt, mit einer ausführlichen Bibliographie der internationalen Brodsky-Forschung der Jahre 1978 bis 2012 ausgestattet.

Standort: 3 A 198644


Taboo Pushkin: topics, texts, interpretations. Ed. by Alyssa Dinega Gillespie. Wisconsin: The University of Wisconsin Press 2012. ISBN 978-0-299-28704-7.

Alexander Puschkin wird wie kaum ein anderer Autor der russischen Literatur geschätzt. Jedes russische Schulkind kennt den Lebenslauf sowie die Werke des großen Dichters – und doch existieren, wie der vorliegende Sammelband zeigt, vielfältige Tabus in Hinsicht auf das Leben und Werk Puschkins.
Der erste Teil des Sammelbandes enthält Beiträge über die Bedeutung von bisher tabuisierten Aspekten der Biographie Puschkins; der zweite Abschnitt versammelt Aufsätze, die Tabubrüche in Puschkins literarischem Werk behandeln, während schließlich die tabugeleitete Darstellung Puschkins und seines Werkes literaturgeschichtlich untersucht wird. Es wird deutlich, dass jede Generation ihr eigenes Bild des Dichters entwarf, das aufgrund gesellschaftlicher oder kulturpolitischer Bedürfnisse der Zeit bestimmte Aspekte hervorhob oder ausblendete.

Standort: 1 A 865717


Gasdanow, Gaito: Das Phantom des Alexander Wolf. Roman. München: Hanser 2012. ISBN 978-3-446-23853-4.

An einem heißen Sommertag im russischen Bürgerkrieg erschießt ein junger Mann einen Angreifer und reitet mit dessen Pferd davon. Noch im Pariser Exil verfolgt ihn der Gedanke an sein Opfer täglich, bis er eines Tages eine Kurzgeschichte liest, in der alle Details dieser Begebenheit aus der Perspektive des Opfers genau beschrieben werden. Wer ist der mysteriöse Autor? Wie hängen die Schicksale der beiden Männer zusammen?
Das spannende, mit Humor geschriebene, Glanzstück der russischen Exilliteratur (1947 in russischer Sprache in New York erschienen) ist nun erstmals in Deutsch, übersetzt von Rosemarie Tietze, zu lesen. Der Autor Gaito Gasdanow (1903-1971), seit den 1920er Jahren im Exil lebend, wurde seinerzeit in Exilantenkreisen sehr geschätzt. Gemeinsam mit Nabokov galt er als einer der talentiertesten jungen Schriftsteller der neuesten russischen Literatur. Mit dem Aussterben der ersten Exilgeneration geriet Gasdanow, wie viele in russischer Sprache schreibende junge Autoren, zunehmend in Vergessenheit.

Standort: 1 A 864229


Molitvy russkich poėtov. Antologija. Viktor Il’ič Kalugin (Red.)

Bd. 1: Moskva: Veče, 2. Aufl. 2012. ISBN 978-5-9533631-1-2
Bd. 2: Moskva: Veče 2011. ISBN 978-5-9533522-1-5.

Die Anthologie präsentiert in ihrem ersten Band einen Abriss der russischen Gebetslyrik von den Anfängen im 11. bis ins 19. Jahrhundert. Werke einer Reihe „vergessener“ Lyriker finden dabei Eingang in die zweite, erweiterte Auflage des Übersichtswerks. Besonders hervorzuheben ist hierbei die erstmalige Publikation von Faksimile einiger bedeutender Notendrucke zur russischen Gebetslyrik. Der Fortsetzungsband der Anthologie zeichnet die Entwicklung der russischen Gebetslyrik vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Als besonders prominente Vertreter des Genre werden die Lyriker des „Serebrjanyj vek“ (Silbernes Zeitalter) und der russischen Exilliteratur herausgestellt. Neben seltenen Illustrationen findet der Leser Beispiele für Notendrucke zu einigen berühmten Gedichtvertonungen.

Standort:  3 B 16824; 3 B 16825


Šuležkova, Svetlana Grigor’evna: „I žizn’ i slezy i ljubov’…“. Proischoždenie, značenie, sud’ba 1500 krylatych slov i vyraženij russkogo jazyka. Moskva: Nauka 2011. ISBN 978-5-9765103-0-2.

Dieses Nachschlagewerk widmet sich der Herkunft und Bedeutung von 1500 sehr gebräuchlichen geflügelten Worten des Russischen. Jeder Eintrag beinhaltet einen Nachweis über die erstmalige Erwähnung der Redewendung, eine Bedeutungsdefinition sowie eine Reihe von Zitaten zur Verwendung der jeweiligen Wendung in literarischen und publizistischen Texten. Die Beiträge sind von ausführlichen semantischen und stilistischen Kommentaren begleitet. Situative Aspekte des Gebrauchs werden anhand zahlreicher Beispiele für Bedeutungsvarianten veranschaulicht.

Standort: 3 A 192935

Russische Sprachwissenschaft

Bogatova, G. A. (Hrsg.): Otečestvennye leksikografy. XVIII – XX vv. Moskva: Russkaja panorama 2011. ISBN 978-593-16529-3-1.

Der vorliegende Sammelband ist der Entwicklung der russischen Lexikographie gewidmet. Über die Beschreibung von Leben und Werk der wichtigsten Lexikographen der russischen Geschichte entsteht das Bild dieser Wissenschaftsdisziplin von den Anfängen ihrer Eigenständigkeit bis in die heutige Zeit. Das Werk verfügt über einen umfangreichen bibliographischen Apparat und Archivmaterialien.

Standort: 3 A 194568


Ivancova, E. V. (Hrsg.): Polnyj slovar’ dialektnoj jazykovoj ličnosti. Tom 1: A-Z. Tomsk: Izdat. Tomskogo Universiteta 2006. ISBN 5-7511-2026-9.

Ein durchaus bemerkenswertes Projekt im Bereich der Dialektologie stellt dieses Wörterbuch dar. Im Zeitraum von 1981 bis 1994 begleiteten Sprach-wissenschaftler der Universität Tomsk die Bewohnerin eines kleinen Dorfes im Oblast’ Tomsk, Vera Prokof’evna Veršinina. Um den vollständigen dialektalen Wortschatz ihrer Informantin zu sammeln, besuchten verschiedene Forscher die Bewohnerin bei 57 Gelegenheiten, die in sich stark variabel waren (Geburtstage, Beerdigungen, Alltagsgespräche etc.). Am Ende des Projektes steht nicht nur dieses Wörter-buch, welches einen umfassenden Einblick in den dialektalen Wortschatz und die Weltsicht dieses Menschen bietet, sondern auch die Erinnerung der Autoren und Herausgeber an eine besondere Persönlichkeit.

Standort: 3 B 17497-1


Lapteva, L. P.: Istorija slavjanovedenija v Rossii. V konce XIX – pervoj treti XX v. Moskva: Indrik 2012. ISBN 978-591-67415-5-1.

Die Monographie gibt einen Einblick in die Geschichte der Slawenforschung vom Ende des 19. Jahrhundert bis 1935. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung der Slawistik und Slawen-forschung an den wichtigsten Universitäten des russischen Sprachraums; darüber hinaus ist auch den Universitäten Warschau, Kiev und Char’kov sowie außeruniversitären Einrichtungen jeweils ein Abschnitt gewidmet.

Standort: 3 A 200312


Plungjan, V. A. (Hrsg.): Nacional’nyj korpus russkogo jazyka 2006 – 2008. Novye rezul’taty i perspektivy. Sankt-Peterburg: Nestor-Istorija 2009. ISBN 978-598-18732-7-0.

Das Projekt eines Nationalen Korpus der russischen Sprache ist seit seiner Gründung im Jahr 2004 darum bemüht, aus verschiedensten elektronisch verfüg-baren Texten eine Übersicht über alle Lexeme und grammatikalische Formen der russischen Sprache vom 18. bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu erstellen. Der Korpus soll Linguisten bei ihren Forschungen unterstützen und ist frei im Internet verfügbar (http://www.ruscorpora.ru/). Die Beiträge des vorliegenden Sammelbandes ziehen eine Zwischenbilanz des Projektes, den Zeitraum von 2006 bis 2008 betreffend. Unter anderem werden folgende Fragen behandelt: Welche Perspektiven bietet der Korpus für die weitere Forschung? Welche Entwicklungen hat es bei der Aufarbeitung der Daten gegeben? Wie kann der Korpus für den Sprach- und Literaturunterricht verwendet werden?

Standort: 3 A 200257


Superanskaja, A. V.: Slovar’ narodnych form russkich imen. Moskva: LIBROKOM 2010. ISBN 978-539-70101-8-4.

Mit über 25.000 russischen Namensformen bietet das vorliegende Wörterbuch über die Versionenvielfalt russischer Vornamen einen umfassenden Überblick nicht nur für werdende Eltern und Sprachwissen-schaftler, sondern auch für Liebhaber der russischen Literatur, die sich über die in literarischen Werken auftauchenden Namensformen informieren möchten. Neben den volkstümlichen Namensformen sind die offiziellen kirchlichen und weltlichen Namensformen, Schreibweisen und die Betonung angegeben.

Standort: OELS DB d 599+12

Stadtgeschichte Moskaus

Moskovskaja panorama: kniga-fotoal'bom v 2 tomach. Ideja i konc. Dmitrij Zimin. ... Tekst Gelij Zemcov. Moskva: Fond Moskovskoe Vremja 2011. ISBN 978-5-904618-04-9.

Im Jahre 1876 stiegen Fotografen der Firma „Šerer i Nabgol’c“ (Scherer und Nabholz) mit schwerem Gerät auf die Kuppel der Christi-Erlöser-Kirche von Moskau. Mit nur sechzehn Aufnahmen erstellten sie ein vollständiges Panorama der Stadt Moskau. Dieses Panorama ist die Grundlage für diesen Bildband, mit dem die Entwicklung der Stadt in den letzten fast 150 Jahren nachvollzogen werden kann. Auf den historischen Aufnahmen wurden markante Gebäude mit Nummern versehen. Auf den folgenden Seiten werden zu jeder Nummer historische Abbildungen und neuzeitliche Fotografien gegenübergestellt, mit denen der Betrachter historische Plätze in ihrer heutigen architektonischen Gestaltung nacherleben kann. Auf dem Großblatt 6 ist beispielsweise die Kuppel des Gagarin-Hauses (Band 1, S. 166-167) zu erkennen, in dem nach 1894 das 5. Moskauer Männergymnasium untergebracht war. Im Zuge der Neugestaltung des Moskauer Zentrums und des Ausbaus des Kalininprospektes (heute Neuer Arbat) wurde das Gagarin-Haus abgerissen. Der Panoramablick vom Großblatt 10 (Band 2, S. 42-43) zeigt das Moskauer Zentrum mit dem Kreml und der Moskwa auf der linken Seite sowie der südlich des Kremls gelegenen Insel in der Moskwa. Auf der rechten Seite im Hintergrund ist mit der Nummer 20 das auf Befehl Katharinas II. gegründete Kaiserliche Moskauer Waisenhaus zu sehen. Dort befindet sich heute die nach Peter dem Großen benannte Militärakademie. Im Vordergrund ist mit der Nummer 27 das historische Gebäude der Schokoladenfabrik „Einem“ zu erkennen. Vielen heutigen Besuchern Moskaus wird das erst 1890 errichtete Ziegelgebäude auf der Bersenjewskaja Uferstraße (weiter rechts auf der Insel gelegen) mit der Aufschrift „Krasnyj Oktjabr’“ bekannt sein, wie die von dem deutschen Unternehmer Ferdinand Theodor von Einem (1828-1876) gegründete Fabrik nach der Verstaatlichung im Jahre 1922 benannt wurde.

Signatur: 3 B 17812-1; 3 B 17812-2


Moskovskij Kreml XV stoletija / [sost. sbornika i otvets. red. S. A. Beljaev]. Moskva: Art-Volchonka 2011.
Bd. 1: Drevnie svjatyni i istoričeskie pamjatniki. ISBN 1-978-5-904508-14-2
Bd. 2: Archangel`skij sobor i kolokol`nja "Ivan Velikij" Moskovskogo Kremlja. ISBN 978-5-904508-15-9.


In einer prachtvoll illustrierten Ausgabe berichten führende russische Historiker, Architekten, Kunsthistoriker und Theologen über die Entwicklung des Moskauer Kreml im 15. Jahrhundert. Die Generaldirektorin der Museen des Moskauer Kreml, Jelena Gagarina (die älteste Tochter des ersten Menschen im Weltraum, Juri Gagarin) hebt in ihrem Vorwort die in dieser Zeit erfolgte Wandlung des Moskauer Kreml zum politischen und geistigen Zentrum des aufstrebenden russischen Staates hervor. Der erste Band ist dem im 15. Jahrhundert erfolgten Umbau des Kremls zur Zarenresidenz und zum Zentrum der Russisch-orthodoxen Kirche unter Einbezieh-ung ausländischer und führender russischer Meister gewidmet. Im zweiten Band werden spätere Umbauten und Maßnahmen zur Bestandssicherung der historischen Bauten und ihrer künstlerischen Ausstattung unter Verwendung zahlreicher Quellen ausführlich dargestellt. Bei der Einbandgestaltung wurden Abbildungen aus dem Licevoj letopisnyj svod XVI veka verwendet (vgl. Handschriftenlesesaal unter der Signatur H 580 - Bd. 1-40).

Standort: 3 B 17154-1; 3 B 17154-2


Kalejdoskop Moskovskoj žizni: dve nedeli iz žizni goroda Moskvy; god 1870-j. 24-oe sentjabrja – 7-oe oktjabrja. Moskva: Lingva-F [2008?]. ISBN 978-5-914770-01-0.

Die unterschiedlichen Facetten der Stadtgeschichte Moskaus werden durch zahlreiche Publikationen illustriert.

Das Kaleidoskop des Moskauer Lebens für den Zeitraum vom 24. September bis 7. Oktober 1870 nutzt Archivmaterialien, zeitgenössische Fotografien, Werbeanzeigen und Zeitungsmeldungen, um einen Einblick in den Alltag eines der Zentren der russischen Kultur zu geben. Für Donnerstag, den 1. Oktober 1870, berichtete die Zeitung Sovremennye izvestija, dass der Sekretär der preußischen Botschaft beim Kaiserlichen Hof in Sankt-Petersburg, Herr Pfuel, am Nachmittag um 3 Uhr das Moskauer Öffentliche und Rumjancev-Museum besuchte, das sich im so genannten Paschkow-Haus befand.

Im Juli 1862, vor nunmehr 150 Jahren, wurde hier eine Bibliothek gegründet. Daraus ging die heutige Russische Staatsbibliothek Moskau hervor, eine der größten und bedeutendsten öffentlichen Bibliotheken der Gegenwart.

Standort: 3 B 16544

Theatergeschichte

Orlov, Jurij Matveevič: Moskovskij chudožestvennyj teatr. 1898-1917 gg. Tvorčestvo, organizacija, ėkonomika. Moskva: Gitis 2011. ISBN 978-5-913280-75-6.

Das Werk widmet sich der Organisation des Theaterbetriebs am Moskauer Künstler-theater (MCHAT), welches 1898 von K. S. Stanislavskij und Vladimir I. Nemirovič-Dančenko eröffnet wurde und jahrelang als Zentrum des avantgardistischen Theaters galt. Nach der Oktoberrevolution wurde das Moskauer Künstlertheater zum akademischen Staatstheater ernannt und Stanislavskijs Regiekonzeptionen 1934 zur Norm sowjetischer Schauspielkunst erhoben. In drei Kapiteln, die sich mit dem Organisationssystem, der Spielplanentwicklung und der Geschichte der einzelnen Stücke beschäftigen, wird insbesondere der Zusammenhang zwischen verwaltungstechnischen und genuin künstlerischen Aspekten des berühmten Theaterhauses beleuchtet. Eine Bibliographie sowie eine Zusammenstellung statistischer Daten im Anhang runden die umfassende Darstellung ab. 

Standort: OE LS DB r 525


MchAT Vtoroj : Opyt vosstanovlenija biografii. Inna Solov'eva (Red.) Moskva : Izdatel’stvo Moskovskij Chudožestvennyj Teatr 2010. ISBN 978-5-900020-25-9.

Der vorliegende Band widmet sich der Geschichte des so genannten Zweiten Moskauer Künstlertheaters, das von Michail Tschechow (1891-1955) begründet und 1936 von der Sowjetregierung wegen „Mittelmäßigkeit“ geschlossen wurde. In Rezensionen, Biographien, einer Chronik und einem Dokumenten-Teil wird dieses bislang unerforschte Gebiet der russisch-sowjetischen Theatergeschichte umfassend beleuchtet.

Standort: OE LS DB r 528


Weitere Regionen

Ausländische Bulgaristik des 20. Jahrhunderts

Čuždestranna bălgaristika prez XX vek. Anisava Ljubenova Miltenova (Red.) 1. izd. Sofija: Akad. Izdat. Prof. Marin Drinov 2008. ISBN 978-954-322290-2.

Der vorliegende Band präsentiert die ausländische Bulgaristik des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Sozial- und Geisteswissenschaften in 1024 biobibliographischen Einträgen zu Wissenschaftlern aus 42 Ländern. Im Anhang finden sich Indices nach Land und Fachgebiet der nachgewiesenen Bulgaristen sowie Verzeichnisse der verwendeten Abkürzungen für Zeitschriften und Sammelbände.

Standort: OE LS IA a 201

Ostslavia: Schriftkultur der Raskol’niki

Schriftkultur der Raskol’niki in den westlichen Gebieten der Ostslavia
Handschriften, alte Drucke, wissenschaftliche Publikationen, Kataloge und Ikonen der Altgläubigen aus der Ukraine und Weißrussland vom 16. bis 19. Jahrhundert

Staroobrjadčestvo Bessarabii: knižnostʹ i pevčeskaja kulʹtura / E. B. Smiljanskaja; N. G. Denisov. Moskva: Indrik, 2007. ISBN 978-5-85759-426-1.

Das Werk handelt von der Schrift- und Buchkultur der Altgläubigen Bessarabiens – einer historischen Landschaft, die zwischen dem Schwarzen Meer und den Flüssen Donau, Prut und Dnjestr liegt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die so genannte „lipovaner“ Tradition der Kultur der Altritualisten, die sich durch eine Reihe von Kennzeichen von den anderen Strömungen der Altgläubigenbewegung absetzt. Begleitet wird die Publikation durch einen Katalog der Handschriften, die im Zuge der archäographischen Expeditionen der Moskauer Lomonossov-Universität in den Jahren 1973 bis 2000 in Bessarabien gesammelt wurden. Ein Abzug der Mikrofiche der gesammelten Handschriften befindet sich im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin.

Standort: OE LS DA b 1102


Krachmalʹnikov, Aleksej Pavlovič: Sočinenija staroverov belokrinickogo soglasija (1846 - 62 gg.). Moskva: Indrik, 2012. ISBN 978-5-91674-199-5.

Das Buch widmet sich der Schrift- und Kulturgeschichte der Altgläubigen in und um Belaja Krinica – einer Siedlung, die an der Grenze zwischen der heutigen Ukraine und Rumänien liegt. Behandelt werden vor allem die polemischen und apologetischen Schriften der Altgläubigengemeinde, die bisher wenig erforscht waren. Der Schwerpunt der Analyse liegt auf der Polemik, die die Altgläubigen im 19. Jahrhundert geführt haben; es werden jedoch auch eine Reihe von Quellen aus dem 18. Jahrhundert mit einbezogen. Die Mikrofiche-Sammlung des Schrifttums aus Belaja Krinica, die im Zuge der MGU-Expeditionen gesammelt wurden, befindet sich im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin.

Standort: 3 A 209827


Živaja vera: Vetka = Living faith / sost. G. G. Nečaeva. Minsk: Belaruskaja Ėnzyklapedyja Imja Petrusja Broŭki, 2012. ISBN 978-985-11-0575-1.

Der Band zur Ikonenmalerei der Altgläubigen der Vetka-Region (heute Gomel’skaja oblast’) kann als Ergänzungsband zur Schriftgeschichte der Vetka-Gemeinde (vgl. Knižnaja kulʹtura: Vetka) dienen. Es ist ein bedeutendes Zeugnis der Kultur und Kunst der religiösen Minderheiten auf dem weißrussischen Boden, welches mit der kirchenslawischen Überlieferung der Slawen des Moskauer Staates, Polen-Litauens und später des Russischen Kaiserreiches verbunden ist. Der Band enthält eine Reihe von einmaligen Ikonendenkmälern russisch-orthodoxer Kunst.

Standort: 3 B 18700


Knižnaja kulʹtura: Vetka / red. sovet: O. V. Proleskovskij u. a. Minsk: Belaruskaja Ėnciklopedija Imeni Petrusja Broŭki, 2013. ISBN 978-985-11-0688-8.

Der Prachtband bietet einen Einblick in die Schrift- und Kulturgeschichte der Altgläubigen aus der Vetka-Region (heute Gomel’skaja oblast‘). Vertreten sind dabei fast alle kirchenslawischen Kulturdenkmäler des vornikonianischen, altorthodoxen Schrifttums vom Ende des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Mikrofiche-Abzug der meisten Handschriften, die im Zuge der MGU-Expeditionen aus den Jahren 1973 bis 2000 gesammelt wurden, befindet sich im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin.

Standort: OELS DA b 1103

Sowjetliteratur

Vʹjugin, Valerij J.: Politika poėtiki. Očerki iz istorii sovetskoj literatury.
Sankt-Peterburg: Aletejja 2014. ISBN 978-5-91419-842-5.


Das Buch untersucht die Wechselwirkung von Politik und Poetik von den 1920er bis zu den 1960er Jahren, von der sowjetischen Literatur der Avantgarde bis zum Sozialistischen Realismus. Ein Kapitel ist der Kinderliteratur Samuil Marschaks gewidmet, ein weiteres der Textwissenschaft.

Standort: 3 A 214202


Kind-Kovács, Friederike: Written here, published there. How underground literature crossed the Iron Curtain. Budapest; New York: Central European University Press 2014. ISBN 978-963-386-022-9.

Dieses Buch bietet eine neue Perspektive auf die Rolle der Literatur im Kalten Krieg und richtet die Aufmerksamkeit auf die Lücken in dem vermeintlich undurchdringlichen Eisernen Vorhang. Es widmet sich den Geschichten des weithin vergessenen Phänomens Tamizdat, "Publishing-over-there", und untersucht, wie die Untergrundliteratur aus dem "Anderen Europa" nach Westeuropa und in die Vereinigten Staaten gelangte und wie damit auch eine Form des Kulturaustausches im Kalten Krieg stattfand. Basierend auf sehr umfangreichen Archivrecherchen stützt sich die Autorin auf vielfältige Materialien: neben literarischen und politischen Texten wurden auch Interviews, Audio- und Videoaufzeichnungen, Konferenzmaterialien und Zeitungsausschnitte ausgewertet. Dieser Ansatz ermöglicht einen breiteren Blick auf das ganze Phänomen der Verletzung der Grenzen durch das "Veröffentlichen im Ausland". So wird der Tamizdat nicht nur als literarisches, sondern auch als soziales Phänomen wahrgenommen; am Beispiel der individuellen Teilnahme an diesen grenzüberschreitenden Aktivitäten, der Verwendung von geheimen Kanälen zum Literaturtransfer, wird der Beitrag des Tamizdat zur Schaffung einer länderübergreifenden literarischen Gemeinschaft dargestellt.

Standort: 3 A 216387


Korallov, Marlen M.: Antikontra. Istorija "stalinskogo" zėka. Lagernaja proza, memuary, kritika. Moskva: Logos 2014. ISBN 978-5-8163-0097-1.

Der vorliegende Band ist die Werkausgabe des 2012 verstorbenen Literaturwissenschaftlers, Kritikers, Polithäftlings, GULAG-Chronisten und „Memorial“-Mitbegründers Marlen Michailowitsch Korallow. Es sind seine Memoiren, Kritiken und Lagerprosa enthalten. Ein Zeitdokument.

Standort: 3 A 215308


Mel’ničenko, Michail A.: Sovetskij anekdot. Ukazatel sjužetov. Moskva: Novoe Literaturnoe Obozrenie 2014. ISBN 978-5-4448-0157-4.

Anekdoten, in der Sowjetunion 1917 bis 1991 entstanden, sind ein Stück Kultur- und Politikgeschichte und werden in diesem Band erstmals in einer thematischen Systematik dargestellt. Die Themen reichen von historischen Ereignissen, über einzelne Politiker bis hin zu den verschiedensten Bereichen des Alltagslebens. Die Sammlung von 5852 Artikeln wurde aus den verschiedensten Quellen wie Pressematerialien, Exilpublikationen, Tagebüchern, Berichten, Memoiren und Aufzeichnungen von Hobbyfolkloristen zusammengetragen.

Standort: 3 A 215032


Vʹjugin, Valerij J.: Politika poėtiki. Očerki iz istorii sovetskoj literatury. Sankt-Peterburg: Aletejja 2014. ISBN 978-5-91419-842-5.

Das Buch untersucht die Wechselwirkung von Politik und Poetik von den 1920er bis zu den 60er Jahren, von der sowjetischen Literatur der Avantgarde bis zum Sozialistischen Realismus. Ein Kapitel ist der Kinderliteratur Samuil Marschaks gewidmet, ein weiteres der Textwissenschaft.

Standort: 3 A 214202

Südslawische Sprachen

Ante Kraljević: Ričnik zapadnoercegovačkoga govora. Široki Brijeg: Matica Hrvatska [u.a.] 2013. ISBN 978-9958-672-05-7.

Die westherzegowinische Mundart wird von den Kroaten in der Westherzegowina gesprochen. Sie basiert auf der kroatischen Standardsprache und ist der štokavischen Dialektgruppe der südslawischen Sprachen zuzuordnen. Das Wörterbuch wurde von Ante Kraljević mit Unterstützung der Zweigstelle der Matica hrvatska in Široki Brijeg erarbeitet. Der eigentlichen Wortliste mit 13.000 Stichworten, 1.400 Wendungen und etwa 6.000 Beispielen aus der mündlichen Überlieferung und der Literatur der herzegowinischen Kroaten (Spruchweisheiten, Rätsel, Sprichwörter, Gebete, Liedverse, Anekdoten, Überlieferungen u. s. w.) ist eine ausführliche Beschreibung des Dialektes und seiner Besonderheiten vorangestellt. Am Ende ergänzt eine Liste der verwendeten Quellen das Wörterbuch.

Standort: OE LS HC d 540


Tomislav Lipljin: Rječnik varaždinskoga kajkavskog govora. 2., prošireno izd. – Varaždin: Stanek Media 2013. ISBN 978-953-6926-94-7.

Der kajkavische Dialekt wird fast ausschließlich in Kroatien gesprochen. Neben Zagreb gehört Varaždin zu den traditionellen städtischen Zentren dieses Dialektes. Die zweite Auflage des Dialektwörterbuches ist im Vergleich zur ersten aus dem Jahr 2002 deutlich erweitert worden. Die Zahl der Stichworte stieg von 33.406 auf nunmehr 57.360. Der Autor Tomislav Lipljin wurde 1937 in Varaždin geboren, wo er 2008 verstarb. Er wirkte lange Jahre als Schauspieler am Kroatischen Nationaltheater (Hrvatsko narodno kazalište) in Varaždin. Obwohl das Dialektwörterbuch von einem „nicht-professionellen“ Dialektologen und Leksikographen erstellt wurde, zeugt die erneute Auflage von einem hohen Bedarf an entsprechenden Dokumentationen zu regionalen Ausprägungen des kajkavischen Dialekts.

Standort: OE LS HC d 550


Dobrilo Aranitović: Njegoš i pozorište: prilog bibliografiji; (1884 - 2011). Beograd: Altera 2012. ISBN 978-866-007-118-9.

Die Bedeutung von Petar II. Petrović-Njegoš für die montenegrinische und serbische Literatur und Geschichte verdeutlicht diese Bibliographie, die sich mit der Rolle Njegošs für das Theater in Serbien und Montenegro befasst. Sie verzeichnet 919 Publikationen in chronologischer Folge des Zeitraums 1884 bis 2011. Die Bibliographie ist durch ein Register der Aufführungen von Njegošs dramatischen Werken, den Aufführungsorten sowie ein Autorenregister erschlossen. Der Verfasser Dobrilo Arantović wurde 2013 für die Erarbeitung dieser und einiger weiterer Bibliographien mit dem Preis des Serbischen Bibliotheksverbandes geehrt.

Standort: OE LS HD r 404


Džavid Begović: Sandžački rječnik: prilog leksikografiji bosanskog jezika. Sarajevo: Autori 2012. ISBN 978-9958-865-49-7.

Der Sandschak-Dialekt gehört zu den ijekavischen Dialekten in der štokavischen Dialektgruppe der südslawischen Sprachen. Das Wörterbuch wurde von Džavid Begović und Šefka Begović-Ličina erarbeitet. Kurzen Einführungen der Autoren sowie der Professoren Muhamed Filipović und Maruf Fetahović folgt das eigentliche Wörterbuch. Umfangreiche Anlagen ergänzen die Wortliste. Dazu gehören ein Liste der verwendeten Quellen, umfangreiche Beispiele für die Verwendung des Sandschak-Dialektes in den Werken von Schriftstellern, statistische Materialien, Biographien der Autoren und Rezensionen des Wörterbuches von Dževad Jahić, Ibrahim Pašić und Sait Kačapor.

Standort: OE LS HE d 540


Ko je ko u bh. dijaspori: pisci. Sarajevo: Ministarstvo za Ljudska Prava i Izbjeglice 2009.

Publikationen biographischer Verzeichnisse von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus Bosnien-Herzegowina sind rar. Das bosnisch-herzegowinische Ministerium für Menschenrechte und Flüchtlinge ermöglichte 2009 die Veröffentlichung eines biographischen Verzeichnisses von 72 Autorinnen und Autoren, die im Ausland leben, dabei Bosnien-Herzegowina als ihre literarische Heimat betrachten und mit Unterstützung des Ministeriums zwischen 2005 und 2009 ihre Werke auf den Internationalen Buchmessen in Sarajevo vorstellten. Die 72 Kurzbiographien sind durch bibliographische Angaben zu den Veröffentlichungen der jeweiligen Autoren ergänzt. Ein Anhang berichtet über die Lesungen auf den Buchmessen in Sarajevo.

Standort: OE LS HE e 903

Geschichte der Tschechoslowakei

Pracovali pro Třetí říši. Nucené pracovní nasazení českého obyvatelstva Protektorátu Čechy a Morava pro válečné hospodářství Třetí říše (1939-1945).  Zdeňka Kokošková (Ed.). Praha: Scriptorium 2011. ISBN 978-80-8727139-1.

Die Publikation mit dem Titel „Sie arbeiteten für das Dritte Reich“ präsentiert insgesamt 143 Dokumente zur Problematik der Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung des Protektorats Böhmen
und Mähren in der Kriegswirtschaft im Dritten Reich in den Jahren
1939 bis 1945. Die veröffentlichten Dokumente wurden von deutschen Behörden im Reich, von der deutschen Besatzungsverwaltung oder
von der autonomen Verwaltung im Protektorat Böhmen und Mähren erstellt. Ein Teil der Dokumente stammt von Zwangsarbeitern oder
ihren Familienangehörigen.

Standort 3 A 189987


Karel Kaplan: Alexej Čepička. Dobová dramata komunistické moci. Brno: Barrister & Principal 2011. ISBN 978-80-8747422-8.

Ein neues Buch des renommierten tschechischen Historikers Karel Kaplan bringt eine Reihe neuer Informationen über Alexej Čepička, den gefürchtetsten Politiker der 50-er Jahre in der damaligen Tschechoslowakei. Der Name des Schwiegersohns des „ersten Arbeiterpräsidenten“ Klement Gottwald wird am häufigsten mit seiner Funktion als Verteidigungsminister und der Einrichtung der so genannten technischen Hilfseinheiten als Versklavungsinstrument von zehntausenden politisch unangenehmen Bürgern der damaligen Tschechoslowakei in Verbindung gebracht.

Standort: 3 A 190020


Rituály normalizace. Československo 70. - 80. let. The Rituals of Normalization. Czechoslovakia in the 1970s and 1980s. Photographie: Dana Kyndrová. Praha: Kant 2011. ISBN 978-80-7437044-1.

Unter dem Titel „Rituale der Normalisierung“ präsentiert die Autorin Dana Kyndrová Bilder des täglichen Lebens sowie Bilder zu kommunistischen Massenveranstaltungen in der Tschechoslowakei in den 70er und 80er Jahren. Die Fotografin Kyndrová wurde 2008 mit dem Titel „Persönlichkeit der tschechischen Photographie“ ausgezeichnet.

Standort 3 B 16428

Aktuelle Veröffentlichungen zur Ukraine

Aktuelle Veröffentlichungen zur Ukraine

Majdan: (r)evoljucija duchu / [avtor i kurator proektu] Antin Muchar´skyj. Kyïv: Naš Format, 2014. ISBN 978-966-97425-2-0.

Der Kultur-Almanach beinhaltet eine illustrierte Chronik zu den Ereignissen auf dem Maidan sowie Publikationen verschiedener ukrainischer Künstler mit philosophisch-kulturellen Aspekten zur Maidan-Revolution im Zeitraum des November 2013 bis Mai 2014.

Signatur: 3 B 19076


Ljudy Maidanu: chronika / za zahal´nou red. Larysy Ivšynoï. Kyïv: Vydavnyctvo PrAT Ukraïns´ka Pres-Grupa, 2014. ISBN 978-966-8152-58-0.

Das Fotoalbum beinhaltet Momentaufnahmen und Kommentare zu den Protesten und Ausschreitungen auf dem Maidan im Zeitraum November 2013 bis März 2014. Die Reporter und Journalisten der in Kiew erscheinenden Tageszeitung "Den" waren direkt vor Ort und dokumentierten ihre Eindrücke anhand der vorliegenden Chronik "Menschen des Maidan".

Signatur: 3 B 19107


Semenova, E. V.: Evromajdan i russkaja vesna: istorija, fakty, analitika. Moskva: Tradicija, 2014. ISBN 978-5-9905732-1-5.

Das Buch möchte die Ursachen des Ukraine-Konflikts analysieren. Dabei werden historische, politische, wirtschaftliche und weltanschauliche Aspekte als mögliche Ausgangspunkte beleuchtet. Russische Gelehrte, Historiker und Publizisten sollen dabei die aufkommenden Fragen beantworten.

Signatur: 3 A 218798


Schuller, Konrad: Ukraine. Chronik einer Revolution. Berlin: Edition.fotoTAPETA, 2014. ISBN 978-3-940524-29-4.

Im vorliegenden Werk werden politische Stimmungen als Momentaufnahmen eingefangen und kommentiert. In einer Art Interview teilen die Kiewer Bürger / Ukrainer ihre Sorgen mit. Die Chronik fasst den Zeitraum November 2013 bis Ende Mai 2014 durch Reportagen und Berichte eines Reporters vor Ort zusammen.

Signatur: 1 A 933099


Haska, Charis: Nachts zittert das Haus: Erlebnisse am Maidan 2013/14. Göppingen [u.a.]: Kinzel, 2014. ISBN 978-3-95544-029-9.

Bereits vier Jahre lebte die deutsche Pfarrer-Familie Haska in Kiew - nur wenige Minuten vom Maidan entfernt - als im November 2013 friedliche Demonstrationen beginnen. Der vorliegende zeitgeschichtliche Roman ist im Zuge ihres gemeinsamen Auslandseinsatzes für die "Evangelische Kirche in Deutschland" (EKD) in den Jahren 2009 bis 2015 aus authentischen Facebook-Einträgen entstanden. Die Aufzeichnungen der Theologin und Pfarrersfrau Charis Haska sind subjektiv. Ihr Anliegen ist es, die Sichtweise der ihr begegnenden Personen möglichst unverfälscht wiederzugeben.

Signatur: 1 A 930958

Weißrussland

Weißrussland

Geschenke der Weißrussischen Regierung

Knižnaja spadčyna Francyska Skaryny. Minsk : Nacyjanalʹnaja Biblijatėka Belarusi [u.a.], 2013 - 2014. ISBN 978-985-7039-17-3

Die Publikationsreihe „Knižnaja spadčyna Francyska Skaryny” (Das Bucherbe des Francysk Skaryna) beinhaltet die ersten fünf Bände einer geplanten Gesamtausgabe der Werke des weißrussischen Aufklärers, Übersetzers und Druckers Francysk Skaryna (weißruss. Францішак Скарына, 1486-1541). Die Ausgabe wird im Rahmen eines internationalen Projekts bereitgestellt, bei dem die Weißrussische Nationalbibliothek die Federführung übernommen hat. Bis zum Jahr 2017 sollen die Faksimiles aller Bücher von Francysk Skaryna neu herausgegeben werden, die der weißrussische Übersetzer zwischen 1517 und 1519 in Prag und zwischen 1522 und 1525 in Wilna drucken ließ. Als Grundlage der Faksimiles sollen die Werke dienen, die bis heute in den Bibliotheken Weißrusslands, Russlands, der Ukraine, Deutschlands u.a. aufbewahrt werden und am besten erhalten sind. Die Faksimiles werden durch die wissenschaftlichen Kommentare sowie durch erstmalig edierte Vor- und Nachworte zu den Übersetzungen von Francysk Skaryna begleitet. Die Editionen sind in drei Sprachen – im modernen Weißrussisch, Russisch und in englischer Sprache – vorgesehen. Die vorliegenden fünf Bände sind ein Geschenk der weißrussischen Regierung an die Staatsbibliothek zu Berlin.

Signatur: 3 B 18802-1/5


Geschenke aus der Nationalbibliothek

Die Nationalbibliothek der Republik Belarus in Minsk übergab der Staatsbibliothek zu Berlin 100 Veröffentlichungen zu Geschichte und Landeskunde, Sprache und Literatur, Volkskunde und Brauchtum sowie Film und Theater des Landes zum Geschenk. Die Bücher waren in den letzten Jahren mit Unterstützung des Kulturministeriums der Republik Belarus im Rahmen des Projektes „Belarus Today“ ediert worden. Sie spiegeln die Vielfalt des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in dem noch jungen selbstständigen Staat Belarus wider. Darüber hinaus wird die lange Geschichte des belarussischen Volkes und der Einfluss herausragender historischer Persönlichkeiten belarussischer Nationalität auf die Entwicklung der europäischen Kultur herausgearbeitet. Wir danken der Nationalbibliothek der Republik Belarus und deren Direktor, Raman Matulski, für diese Ergänzung der Sammlungen in der Staatsbibliothek zu Berlin.

Auswahl aus den Geschenken:

N. V. Haŭroš, N. M. Njamkovič: Afarystyčnyja vysloŭi belaruskich pis’mennikaŭ. Minsk: Vyšėjšaja Škola 2012. ISBN 978-985-06-1956-3.

Das Buch bietet eine Sammlung von 3600 Aphorismen aus den Werken von 180 weißrussischen Schriftstellern; geordnet in 45 thematischen Gruppen. Die Publikation richtet sich an die Studierenden philologischer Fächer, Lehrer, Wissenschaftler und an alle anderen, die sich für die weißrussische Folklore interessieren.

Standort: 3 A 207053


Nacional’naja Akademija Nauk Belarusi, Institut Istorii: Belarus’: stranicy istorii. Minsk: Belaruskaja Navuka 2011. ISBN 978-985-08-1304-6.

Das Buch spiegelt die Geschichte Weißrusslands von den Anfängen bis in die Gegenwart wider und schildert die Rolle, den Beitrag und die Errungenschaften des weißrussischen Volkes im europäischen Kontext auf der Grundlage der neuesten historisch-methodologischen Standards und im Einklang mit der nationalstaatlichen Ideologie der Republik Belarus. Die Publikation ist für eine breite Leserschaft gedacht.

Standort: 3 B 18214


O. A. Lobačevskaja, Z. I. Zimina: Belorusskij narodnyj kostjum: kroj, vyšivka i dekorativnye švy. Minsk: Belaruskaja Navuka 2013. ISBN 978-985-08-1556-9.

Das Buch beschreibt die Fertigungstechniken und Besonderheiten der weißrussischen Volkstrachten und ist mit zahlreichen Illustrationen zur Technik der Stickerei sowie Photographien versehen. Die Publikation ist als Nachschlagewerk oder auch Anleitung an alle gerichtet, die sich für die nationalen Traditionen Weißrusslands interessieren oder selbst eine Volkstracht nach alten Vorlagen gestalten möchten.

Standort: 3 B 18215


Ju. M. Bochan: Uzbraenne nasel’nictva belaruskich zjamel’ u XIV - XVI stahoddzjach. Minsk: Vydavectva Belarus’ 2012. ISBN 978-985-01-0995-8.

Diese mit zahlreichen Illustrationen versehene Publikation ist der Entwicklung der Bewaffnung in den weißrussischen Territorien im 14. bis 16. Jahrhundert gewidmet. Das Buch ist eine militärhistorische Studie, die sich mit Fragen der Fortifikation und Belagerung, der Entwicklung der Kriegs- und Waffenkunst beschäftigt und an den historisch interessierten Leser richtet.

Standort: 3 B 18217


Belarusy ŭ fotazdymkach Isaka Serbava: 1911 – 1912. Minsk: Belaruskaj Ėncyklapedyja Imja Petrusja Broŭki 2012. ISBN 978-985-11-0679-6.

Die Publikation ist eine Sammlung der Photographien des weißrussischen Ethnographen Isaak Serbov, die er während seiner Expeditionen in die weißrussischen Provinzen in den Jahren 1911 - 1912 im Auftrag der Russischen Geographischen Gesellschaft anfertigte. Das Buch enthält 442 einzigartige Fotografien, die die Volkskultur der historischen Region West- und Ostpolesien sowie des nordöstlichen Belarus widerspiegeln.

Standort: 3 B 18220