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Kunst am Bau

Haus Potsdamer Straße

Das Gebäude und sein Architekt

Portrait von Hans Scharoun bei der Grundsteinlegung

Prof. Dr. h.c. Dr. Ing. e.h. Hans Scharoun  wurde 1893 in Bremen geboren. Er absolvierte Architekturstudien in Berlin. Als er 1964 den Wettbewerb für die Staatsbibliothek gewann, war er bereits einer der berühmtesten Architekten Deutschlands. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg hatte seine Karriere begonnen. Ende der 1920er-Jahre gründete er zusammen mit seinem Kollegen Adolf Rading ein eigenes Büro in Berlin und wurde schnell durch seine aufsehenerregenden Wohn- und Siedlungsbauten berühmt. Während der Zeit des Nationalsozialismus blieb er in Deutschland. Er war neben Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe einer der führenden Vertreter des 'Neuen Bauens' in Deutschland. Er starb 1972 vor dem Abschluss der Bauarbeiten an der Staatsbibliothek. Die künstlerische Betreuung der weiteren Bauarbeiten übernahm sein Partner, Edgar Wisniewski.

Bereits während der Planungen wurden bildende Künstler durch Hans Scharoun in die Konzeption des Hauses mit einbezogen. Er bevorzugte dabei Künstler, mit denen er bereits vorher zusammengearbeitet hatte.

Das Gebäude

Die Nüchternheit und Funktionalität der Bauten Scharouns hob sich deutlich vom Repräsentationsstil der Kaiserzeit ab. Seine Häuser erstrahlten mit ihren revolutionären flachen Dächern in leuchtendem Weiß. Die einzigen Schmuckformen, die die Bauten des in Bremerhaven aufgewachsenen Architekten auszeichneten, waren Motive aus dem Schiffsbau. So finden sich auch im Inneren der Staatsbibliothek mehrfach runde Fenster, die an die Bullaugen von Schiffen erinnern. Der Dampfer war als Zeichen des Aufbruchs eine Leitmetapher der Moderne.

Für Scharoun bildete der Mensch den Ausgangspunkt aller Überlegungen zur Architektur. Deshalb sind die Räume seiner Häuser selten streng rechteckig. Stattdessen bilden die Grundrisse ein kompliziertes Gefüge aus trapezförmigen oder vieleckigen Räumen, die ineinander übergehen. Durch die Staffelung der Räume auf verschiedenen Ebenen entsteht ein spannungsreiches und eng aufeinander abgestimmtes Raumgefüge. Außerdem ergeben die Sheddächer, die Lichtpyramiden und die Milchglaskuppeln (sogenannte „Kalotten“) für den Benutzer ein indirektes, angenehmes Tageslicht. Dieses Architekturkonzept wird als organische Architektur bezeichnet.

Es war die Idee von Scharoun, die Kunst direkt im Gebäude zu integrieren. Das heißt, dass die Kunstwerke nicht dem bereits fertigen Bau hinzugefügt wurden, sondern es handelt sich um eine künstlerische Ausgestaltung wichtiger Architekturbestandteile, die mit dem Bau geplant und von den Künstlern in engem Zusammenwirken mit dem Architekten ausgeführt wurden. Sie sind nicht losgelöst als eigenständige Kunstwerke denkbar. Entsprechend der gesetzlichen Vorschrift wurden 2% der Bausumme für Kunst am Bau ausgegeben.