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Ostasien

Bestände

Allgemein

Allgemeine Informationen zu den Beständen

Der Schwerpunkt der Sammlung der Ostasienabteilung liegt auf modernen Veröffentlichungen. Sie ist in Europa die größte Sammlung in asiatischen Sprachen und beinhaltet ebenfalls umfangreiche Bestände in westlichen Sprachen, bei einem Zuwachs von jährlich etwa 25.000 Bänden. Ferner gehören rund 4.000 laufend gehaltene ostasiatische Zeitschriften zur Sammlung, sowie des weiteren große Rara-Bestände aus China, Japan und Tibet. Die asiatischsprachigen Bestände der Ostasienabteilung sind wesentlich durch das Erwerbungsprofil des Sondersammelgebiets Ost- und Südostasien (SSG 6.25) geprägt, das von der DFG finanziell gefördert wird.

Die Sammeltätigkeit, mit einem Schwerpunkt bei Geistes- und Sozialwissenschaften, trägt der Ausrichtung und Entwicklung der internationalen Forschung zu Ostasien Rechnung und umfaßt sowohl die gegenwartsbezogene als auch historische Forschung. Die Abteilung erwirbt wissenschaftliches Material mit Ostasienbezug aus allen Ländern und zu allen für den Sammelauftrag relevanten Fachbereichen. Die im Programm des Sondersammelgebiets genannten Fachgebiete und weitere Informationen finden Sie unter "Sammlungen" und "Sondersammelgebiet".

Technik, Medizin, Wirtschaftswissenschaften und Landbauwissenschaft werden von den jeweils zuständigen Zentralbibliotheken erworben. In den reinen Naturwissenschaften sammelt die Ostasienabteilung Bibliographien und Darstellungen der jeweils regional bezogenen Geschichte dieser Fachbereiche. Bei spezifischen, eigenständigen kulturellen oder wissenschaftlichen Entwicklungen wird allerdings die relevante Literatur auch für die ausgenommenen Fachgebiete gesammelt. Ergänzend zu den Zentralbibliotheken erwirbt die Ostasienabteilung im Bereich der Wirtschafts- und der Landbauwissenschaften monographische Literatur in ostasiatischen Sprachen, soweit ein Zusammenhang mit den Sozialwissenschaften oder der Geschichte besteht.

China

China

Die Sammlung chinesischer Bücher der Staatsbibliothek zu Berlin blickt auf eine lange Geschichte zurück. Für Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) (siehe Geschichte der Staatsbibliothek bzw. der Ostasienabteilung) wurde bereits um 1683 ein erster Katalog der chinesischen Titel gedruckt, der 25 Einträge umfasste. Bis 1912 wurden insgesamt 1603 Signaturen Libri sinici vergeben, bis 1945 weitere 2049 Libri sin. N.S. In beiden Signaturengruppen finden sich auch zahlreiche mandschurische Titel, auf deren Bedeutung für die Sammlung schon Julius Klaproth (1783-1835), Autor des 1822 erschienen gedruckten Berliner China-Kataloges, hingewiesen hat. Von den fast 70.000 chinesischen und mandschurischen Bänden, die kriegsbedingt ausgelagert wurden, sind heute nur noch etwa ein Drittel im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin vorhanden.
Ein neuer und erneuerter Bestand ist seit 1951 mit Hilfe der DFG aufgebaut worden.

Die Schwerpunkte bei den Erwerbungen originalsprachiger Literatur für den Bereich China liegen bei den Geisteswissenschaften und den Sozialwissenschaften, mit einer Betonung des Fachgebiets Recht. Dabei findet das gesamte Spektrum der chinesischen Kultur Berücksichtigung. Auch Gebiete wie Trivialliteratur, Film- und Kinderbücher, Propagandaschriften von Parteien und Gewerkschaften werden einbezogen.

Für die Beschaffung chinesischsprachiger Literatur stehen in der Hauptsache drei Märkte zur Verfügung: Taiwan, Hongkong, und der enorme Publikationsmarkt der Volksrepublik China. In allen drei Märkten herrschen geregelte Buchhandelskonditionen.

Der Literatur über China in westlichen Sprachen wird ebenfalls große Aufmerksamkeit gewidmet. Neuerscheinungen werden nach Möglichkeit vollständig erworben; die thematischen Auswahlkriterien werden dabei sehr weit gefaßt. Kaum weniger intensiv werden darüber hinaus westlichsprachige Publikationen aus den asiatischen Ländern erworben. Japanische Literatur über China wird im Rahmen der Erwerbung japanischer Literatur mit wahrgenommen. Die japanischen Arbeiten zu Politik, Wirtschaft und Recht Chinas, aber auch zu geisteswissenschaftlichen und sinologischen Themenbereichen, haben hier große Bedeutung.

Die Erwerbung erstreckt sich fast ausschließlich auf Neuerscheinungen. Die großen Sammelwerke mit faksimilierten Nachdrucken traditioneller chinesischer Titel, wie z.B. der gesamte Siku quanshu 四库全书-Komplex (beinhaltend Wenyuange siku quanshu 文渊阁四库全书, Xuxiu siku quanshu 续修四库全书, Siku weishoushu jikan 四库未收书辑刊, Siku quanshu cunmu congshu 四库全书存目丛书 und Siku jinhuishu congkan 四库禁毁书丛刊) oder das Zhonghua zaizao shanben 中华再造善本 sowie von Titeln und Zeitschriften aus der Republikzeit, wie Minguo jicui 民国籍粹 bzw. Minguo Fojiao qikan wenxian jicheng 民国佛教期刊文献集成, wurden von der Ostasienabteilung ebenfalls erworben.

Ergänzt wird dieses Segment durch ein ständig wachsendes Volumen an elektronischen Ressourcen zum traditionellen und modernen China, die den herkömmlichen gedruckten Faksimile-Ausgaben digitale, suchbare Volltextausgaben zur Seite stellen, wie etwa der Datenbank China Ancient Books (CAJ) mit 10.000 traditionellen Titeln, oder 700.000 eBooks (Chinamaxx), und mehr als 30 Millionen wissenschaftlichen und akademischen Artikeln (China Academic Journals; CAJ), die über das Portal der Virtuellen Fachbibliothek CrossAsia angeboten werden. Dieses Portal bietet gegenwärtig etwa 60 internationale Datenbanken zu Ostasien an. Es ist modular strukturiert und wird kooperativ von der Ostasienabteilung organisiert.

Japan

Japan

Japan hat einen geregelten Buchmarkt und leistungsfähige Buchhändler. Schwierigkeiten bei der Erwerbung von Neuerscheinungen liegen in der Publikationsmenge, steigenden Preisen, den kleinen Auflagen und entsprechend kurzen Zeiten der Lieferbarkeit. Publikationsmenge und Preise zwingen zur Auswahl, das schnelle Verschwinden vom Markt zur Beschleunigung von Auswahl und Bestellung sowie zur Benutzung der bestmöglichen Unterlagen.

Aus den umfangreichen Publikationen der schönen Literatur werden bevorzugt Sammelwerke, aber auch Bestseller ausgewählt, zur Kunst in erster Linie Nachschlagewerke und Werke zur Kunstgeschichte.

Bei der wissenschaftlichen Literatur wird generell versucht, für die ganze fachliche Breite des Sondersammelgebiets die relevante Literatur zu beschaffen. Betont wird das Fachgebiet Recht, wegen Nachholbedarfs die Bereiche Sozialwissenschaften und Politik seit 1868, Erziehungswesen und Volkskunde, gegenwartsbezogene Japanforschung allgemein. Wissenschaftliche Literatur über Japan in westlichen Sprachen wird relativ umfassend erworben.

Bei der Auswahl wird hinsichtlich der Referenzliteratur Vollständigkeit angestrebt; dies gilt insbesondere für Bibliographien, biographische Nachschlagewerke, biographische, terminologische und Sachlexika, Jahrbücher, Festschriften für wissenschaftliche Einrichtungen, Universitäten, Verlage und Wissenschaftler (wegen der meist enthaltenen Bibliographien bzw. Biobibliographien). Bei den Lexika werden auch die sonst ausgesparten naturwissenschaftlich-technischen Bereiche selektiv berücksichtigt.

Chinesische und koreanische Literatur über Japan wird ebenso berücksichtigt wie japanische Literatur zur China-Forschung und Sinologie. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Literatur aus der japanischen Kolonialzeit und ihren Gebieten (Taiwan, Korea, Mandschurei und besetzte Gebiete in China) gelegt.

Korea

Korea

In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt der Erwerbungen aus Korea fast einseitig auf Sprache, Literatur und Landeskunde. Seit den sechziger Jahren ist jedoch auch eine schwerpunktmäßige Hinwendung zu den Sozialwissenschaften sowie zur Kunst zu verzeichnen. Durch gezielte Nachbeschaffung konnten Bestandslücken im Bereich Recht geschlossen werden. Im Hinblick auf den Lesesaal werden mit besonderer Intensität Nachschlagewerke bibliographischer, biographischer und lexikalischer Art gesammelt.

Für die Ostasienwissenschaft ist es wichtig, den ostasiatischen Raum über den Rahmen der einzelnen Länder hinaus als Ganzes zu betrachten, das trotz ländertypischer Besonderheiten und Unterschiede eine kulturhistorische, politische und wirtschaftliche Gemeinsamkeit und Wechselwirkung zeigt. In diesem Zusammenhang richtet sich die besondere Aufmerksamkeit auf die Veränderungen der politischen und wirtschaftlichen Lage in und um Nordkorea, die eine große Auswirkung auf den gesamten ostasiatischen Raum haben wird. Für die Koreasammlung liegt daher ein besonderer Schwerpunkt auf der Erwerbung in diesem Themenbereich.

Soweit es im Handel zugängliche Neuerscheinungen betrifft, ist die Literaturversorgung aus Südkorea sehr gut. Angesichts der enormen Publikationsmenge in Südkorea ist es jedoch mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich, eine relative Vollständigkeit zu erreichen. Nordkoreanische Veröffentlichungen konnten in der Vergangenheit nur über Hongkong und Japan erworben werden, zur Zeit ist aber der direkte Bezug über einen nordkoreanischen Lieferanten möglich geworden. So können die wissenschaftlichen Publikationen aus Nordkorea annähernd vollständig erworben werden.

Literatur über Korea in westlichen Sprachen wird möglichst umfassend erworben.

Zentralasien

Zentralasien

Die zentralasiatischen Bestände der Ostasienabteilung umfassen geographisch die Mongolei sowie die zentralasiatischen Gebiete der Volksrepublik China mit den Sprachen Mongolisch, Tibetisch und Uigurisch. Originalsprachige zentralasiatische Monographien und Serienstücke sind bisher noch in einem eigenen Katalog nachgewiesen. Auf Zentralasien bezogene Literatur in den westlichen Sprachen sowie alle Zeitschriften sind im allgemeinen Katalog Stabikat verzeichnet, können aber auch über den neuen Online-Katalog der Ostasienabteilung recherchiert werden.

 

Kyrillisch und Mongolisch

Originalsprachliche Mongolica stammen aus der Mongolei oder aus der Volksrepublik China. Während mongolische Publikationen ganz überwiegend in kyrillischer Schrift erscheinen, werden Werke aus der Volksrepublik China in aller Regel in der altmongolischen oder "uigirischen" Schrift veröffentlicht. Zu den verwandten Umschriften siehe:

 

Tibetisch

In tibetischer Sprache erscheinende Literatur stammt aus der Volksrepublik China oder aus Indien. Zu einem kleineren Teil sind Veröffentlichungen aus den Himalaya-Staaten Nepal und Bhutan vertreten. Zur Umschrift des Tibetischen sieh

On Letters, Words, and Syllables: Transliteration and Romanization of the Tibetan Script, von Michael Balk

Tibetische Umschrift

 

Uigurisch

Bücher in uigurischer Sprache stammen aus der Volksrepublik China, insbesondere aus der Provinz Xinjiang. Zur verwandten Umschrift siehe:

Uigurische Umschrift