107. Deutscher Bibliothekartag 2018 in Berlin

Öffentliche Arbeitssitzung des bibliothekarischen Arbeitskreises Politik- und Sozialwissenschaften


Donnerstag, 14.06., 13:30-15:30 Uhr
Estrel Berlin      
Sonnenallee 225
12057 Berlin
Raum 30341   

Moderation: Susanne Maier und Heinz-Jürgen Bove (SBB-PK)

Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen ein, mit uns über folgende Themen in Form eines World Café zu diskutieren:
 

Fake News in der Informationsvermittlung

Falschmeldungen oder alternative Fakten existieren seit Anbeginn menschlicher Kommunikation. Mit der Omnipräsenz sozialer Medien in der heutigen Zeit verbreiten sich diese rasch wie ein Lauffeuer, insbesondere wenn die Sender selbst über eine exponierte Stellung in der Öffentlichkeit verfügen.  Bibliotheken wiederum sehen sich gerne als Informationsvermittler im doppelten Sinne: einerseits bieten sie Zugang zu vertrauenswürdigen Quellen, anderseits schreiben sie sich (die Vermittlung von) Informations- und Medienkompetenz auf ihre Fahnen. Während im deutschsprachigen Gebiet wenige Öffentliche Bibliotheken bereits Angebote zum Umgang mit Fake News anbieten, so etwa die Stadtbibliotheken Erlangen und München, bleiben Angebote anderer Bibliotheken, gerade auch aus dem Wissenschaftlichen Bibliotheksbereich im Schatten. Die große Resonanz im Umgang mit Fake News in der Informationsvermittlung rufen vielmehr Angebote wie so-geht-medien.de des Bayerischen Rundfunks, der faktenfinder der Tagesschau oder Recherche-Plattformen wie mimikama auf. Warum ist dies so? Klaffen hier Anspruch und Realität unserer Berufsbranche auseinander? Wo steht die Diskussion in der Bibliotheksöffentlichkeit? Wie könnte ein öffentlichkeitswirksames, überregionales Angebot der Bibliotheken konkret aussehen? In der öffentlichen Arbeitssitzung sollen diese Fragen andiskutiert werden und bei Interesse zu weiteren Handlungen führen.  

Heinz-Jürgen Bove
Staatsbibliothek zu Berlin - PK
 

Optimierung der politikwissenschaftlichen Terminologie in der GND

Eine aktuelle, der Wissenschaft nahe Terminologie für die verbale Inhaltserschließung unterstützt nicht nur die Akzeptanz bibliothekarischer Normdaten in der Wissenschaftscommunity, sondern auch das Retrieval in Bibliothekskatalogen und Discovery Systemen. Zudem ist eine lebende Terminologie wichtig für die automatischen Verfahren, die nicht zuletzt durch den Vorstoß der DNB in aller Munde ist. Schaut man sich die GND unter diesem Gesichtspunkt an, wird an vielerlei Stellen sichtbar, dass viel zu tun ist. Wie kann das politikwissenschaftliche Vokabular der GND optimiert werden? Und wer fühlt sich dazu berufen? Die öffentliche Arbeitssitzung soll solche und weitere Fragen sammeln, aufgreifen und ggf. bereits Lösungen vorschlagen.

Michael Franke-Maier
UB der FU Berlin
 

Forschungsdaten in der bibliothekarischen Praxis

Forschungsdaten in der bibliothekarischen Praxis

Forschungsdaten gehören zum wissenschaftlichen Arbeiten in den Politik- und Sozialwissenschaften. Doch welchen Stellenwert haben Forschungsdaten im Rahmen der bibliothekarischen Arbeit? Welche Services werden durch Fachreferentinnen und Fachreferenten oder Bibliothekarinnen und Bibliothekare angeboten? Welche wären denkbar? Sind Angebote in diesem Bereich überhaupt notwendig und sinnvoll?

Kerstin Helbig
HU Berlin
 

Neue Partnerschaftsvereinbarungen für Europäische Dokumentationszentren

Zahlreiche wissenschaftliche Bibliotheken in Deutschland fungieren auch als  Europäische Dokumentationszentren (European Documentation Centres  –  EDC), koordiniert durch die Europäische Kommission. EDC sollen Ansprechpartner für Bürger/innen, insbesondere für Wissenschaftler/innen auf lokaler und regionaler Ebene sein. Sie recherchieren, beraten und informieren zu allen Themenbereichen der Europäischen Union. Im Mai 2018 veröffentlichte die EU-Kommission einen Aufruf zur Interessensbekundung zur Mitwirkung am EDC-Netzwerk, der sich an Einrichtungen wendet, die im Bereich „europäische Studien“ forschen, unterrichten, lehren und kommunizieren. Einreichungsfrist ist der 1. Juli 2018. Die öffentliche Arbeitssitzung soll dazu genutzt werden, unter bereits aktiven EDC-Verantwortlichen offene Fragen zur Antragstellung und zu den neuen Partnerschaftsvereinbarungen zu klären oder Interessierte, die bisher nicht zum Netzwerk gehörten, über die europapolitischen Netzwerke der EU und deren Aktivitäten zu informieren.

Susanne Maier
Staatsbibliothek zu Berlin – PK
 

POLLUX, der Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft

Die politikwissenschaftlichen Forschungsstandorte in Deutschland weisen unterschiedliche Grade der Versorgung an politikwissenschaftlich relevanten Fachinformationen auf. Kein Standort verfügt über alle Informationen, aber wenige sind sehr schlecht ausgestattet. Hier setzt der Fachinformationsdienst Politikwissenschaft (POLLUX) mit seinem umfangreichen politikwissenschaftlichen Suchraum an, der immer eine Beschaffungsmöglichkeit aufzeigt. Die individuellen Bestandslücken der einzelnen Standorte werden, u. a. durch nutzergesteuerte Erwerbungsverfahren, geschlossen. POLLUX zeigt darüber hinaus die jeweils lokal vorhandenen Bestände für die suchenden Wissenschaftler/-innen an. Dadurch werden die lokalen Bibliotheksbestände in POLLUX sichtbar und damit quasi integriert. Eine Doppelerwerbung bzw. -lizenzierung wird sehr stark minimiert. Spezielle Produkte (z. B. OREP) können auf Wunsch aus der bibliothekarischen Fachcommunity durch POLLUX erworben werden. Als wichtige/r Ansprechpartner/-in innerhalb der soziologischen/sozialwissenschaftlichen und politikwissenschaftlichen Informationsinfrastruktur möchten wir Sie herzlich einladen, gemeinsam mit uns zu erörtern, was ein Fachinformationsdienst aus Ihrer Sicht für die Nutzer/-innen leisten soll.

Tim Schardelmann
SUB Bremen
 

SocioHub, der Fachinformationsdienst (FID) Soziologie

Seit Juli 2016 wird in der Nachfolge des SSG Sozialwissenschaften (ab 1950 durch die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln betreut) gemeinsam mit GESIS – dem Leibniz Institut für Sozialwissenschaften – der Fachinformationsdienst Soziologie (SocioHub) aufgebaut. Im Fokus des FID Soziologie steht die Verbesserung der wissenschaftlichen Informationsversorgung sowie die Förderung der Forschungskommunikation innerhalb der Soziologie. Basierend auf umfangreichen Vorarbeiten wurden die drei zentralen Elemente – Recherchemodul, Kollaborationsportal und Open-Access-Komponente – des FID Soziologie entwickelt. Die Perspektive der Portalplattform SocioHub  liegt nicht auf dem Erwerb, sondern auf der Open Access-Bereitstellung fachspezifischer Volltexte – insbesondere auf hochspezielle Literatur zur Ergänzung des lokalen Grundbedarfs. Zielsetzung ist es, einen standortunabhängigen, schnellen und direkten Zugriff auf Literatur und forschungsrelevante Informationen zu ermöglichen. Die Gestaltung und Umsetzung der FID Angebote erfolgt in enger Abstimmung mit der soziologischen Fachcommunity.

Sonja Strunk
USB Köln