Eskimo- und Indianersprachen
Bestände
Die Eskimo- und Indianersprachen in der Staatsbibliothek zu Berlin
Die Eskimo- und Indianersprachen sind in der Staatsbibliothek ein sehr kleines Sammelgebiet. Obwohl sie von sehr wenigen Menschen gesprochen werden, hat die Erforschung der Eskimo- und Indianersprachen in den letzten Jahren eine gewisse Bedeutung gewonnen.
Neuere Bestände
Allgemeines
Literaturformen: Bei Veröffentlichungen zu den Indianersprachen handelt es sich meistens um Lexika zu einzelnen Sprachen, sprachwissenschaftliche Monographien zu speziellen Themen, Konferenzberichte oder - ggf. auch in englischer oder deutscher Übersetzung - Sammlungen von Mythen oder Kurzgeschichten. Zu den Eskimosprachen gibt es außer (meist einführenden) Grammatiken und Lehrbüchern teilweise auch Fachliteratur und Amtsdruckschriften (aus Grönland).
Es erscheinen auch immer mehr speziellere Veröffentlichungen, vorwiegend in den USA und Kanada. Bezüglich der Eskimosprachen erscheint, geschichtlich bedingt, relativ viel Literatur in Dänemark, besonders in Grönland, und teilweise auch in Kanada; Literatur zu den Eskimosprachen fällt zum Teil auch in die Zuständigkeit der Osteuropa-Abteilung.
Die SBB sammelt Literatur zu den Indianersprachen allgemein und über die nordamerikanischen Indianersprachen, wohingegen das Ibero-Amerikanische Institut Veröffentlichungen über die südamerikanischen Indianersprachen erwirbt.
Suche
Die Bestände der Bibliothek ab Erscheinungsjahr 1501 sowie ein Teil der Sondermaterialien sind im elektronischen Katalog der Staatsbibliothek (StaBiKat) verzeichnet und alphabetisch bzw. zum Teil sachlich suchbar.
Zur sachlichen Suche empfiehlt sich zudem in vielen Fällen der Neue Sachkatalog (NSK), der bis 1999 geführt wurde und systematisch aufgebaut ist. Literatur zu Indianersprachen allgemein ist dort unter der Notation Spra indianerspr zu finden, zu einzelnen Sprachen im Bereich spra unter der jeweiligen Sprachbezeichnung (alphabetisch geordnet). Die Notationen des NSK für nach 1985 erworbene Werke sind bereits im elektronischen Katalog enthalten. Für die zwischen 1945 und 1985 in der Staatsbibliothek (West) erworbene Literatur muss noch der Zettelkatalog benutzt werden (Standort: Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße).
Die 1956-1990 in der Staatsbibliothek (Ost) erworbene Literatur ist sachlich im Neuen Systematischen Katalog (NSyK) nachgewiesen (Standort: Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße).
Historische Bestände
Allgemeines
Der historische Bestand spiegelt die verschiedenen Phasen der Beschäftigung mit den Indianersprachen wider. Die ältesten Titel stammen aus dem 17. Jahrhundert: von spanischen christlichen Missionaren ausgeführte Untersuchungen einzelner südamerikanischer Sprachen. Um mit ihrer Tätigkeit die eingeborene Bevölkerung zu erreichen, studierten die Missionare deren Sprache, fertigten Wortlisten und Wörterbücher an, beschrieben die Grammatik, gaben zumeist von ihnen selbst in den Eingeborenensprachen verfasste Gebet- und Liederbücher, Katechismen, Übersetzungen der Bibel heraus und zeichneten traditionelle Texte auf. Ab dem 18. Jahrhundert wurden in gleicher Weise die nordamerikanischen Sprachen von englischen und amerikanischen Missionaren analysiert und dokumentiert. Besonders im 19. Jahrhundert wurden im Zusammenhang mit Bestrebungen der vergleichenden Sprachwissenschaft zur Klassifikation und Typologisierung der Sprachen der Welt verstärkt Sprachgruppen beschrieben, einhergehend mit dem Versuch, verschiedene Indianersprachen zu Familien zusammenzufassen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nimmt die Erforschung einzelner Sprachen im Kontext der Kultur im Rahmen der Anthropologie und Ethnographie (Ethnolinguistik) zunehmend größeren Raum ein.
Auch nach 1945 wurde der Bestand im Rahmen des Möglichen gepflegt und retrospektiv ergänzt, Verluste konnten dabei nur punktuell ersetzt werden. Heute führt die <link 902>Abteilung Historische Drucke</link> durch antiquarische Erwerbungen die Bestandsergänzung unter gleichem Gesichtspunkt fort.
Verluste durch den Zweiten Weltkrieg
Die einst beachtliche Sammlung ist fast ausschließlich als Verlust zu betrachten. Der Sachteil des Kataloges ist jedoch erhalten und spiegelt in systematischer Anordnung den ehemaligen Bestand wider.
Suche
Der historische Bestand ist im Alten Realkatalog (ARK) verzeichnet.
Die Indianersprachen sind zusammen mit den Eskimosprachen unter der Bezeichnung "Amerikanische Sprachen" im Anschluss an die europäischen im Katalogteil "Occidentalische Sprachen" eingeordnet (Signaturenbereich: Zs 4 - Zs 27581). Nach einem allgemeinen Abschnitt, der Überblickswerke, vergleichende Studien zu mehreren Sprachen wie auch Untersuchungen von Sprachgruppen enthält, folgen die einzelnen Indianersprachen in alphabetischer Anordnung (inkl. Eskimosprachen und Grönländisch). Bei der jeweiligen Sprache sind auch diese dokumentierende Texte zu finden, sowohl folkloristische als auch liturgische. Lediglich Übersetzungen der Bibel und ihrer Teile sind hier nicht zugeordnet. Sie stehen im Kontext sämtlicher nach Sprachen geordneter Bibelübersetzungen im Katalogteil Theologie: Exegese (Amerikanische Sprachen: Signaturenbereich Bz 4020 - Bz 7604).
Die sachliche Recherche nach historischen Beständen ist anhand der Microfiches des ARK möglich (Standort: Informationszentrum im Haus Unter den Linden, Katalogzentrum im Haus Potsdamer Straße). Die Titel sind in der Regel auch im StaBiKat recherchierbar.
E-Ressourcen
Datenbanken
Lizenzpflichtige und kostenfreie Datenbanken finden Sie im Datenbank-Infosystem (DBIS):
Allgemein / Fächerübergreifend
Ethnologie
Allgemeine und vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Elektronische Zeitschriften
finden Sie über die Titelsuche im StaBiKat, in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) und der Zeitschriftendatenbank (ZDB).
In der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek wird dieselbe Fächergliederung wie im Datenbank-Informationssystem zugrundegelegt (s.o.). Über die Suchfunktion können sie elektronische Zeitschriften auch danach suchen, ob sie frei (grün) oder nur für registrierte Nutzer der Bibliothek zugänglich (gelb) sind oder ob nur auf Titelinformationen und ggf. Inhaltsverzeichnisse und Artikelzusammenfassungen zugegriffen werden kann (rot).
Online-Zeitschriften zur allgemeinen Literaturwissenschaft findet man in der Zeitschriftendatenbank in den Fachgruppen:
geschulte Datenbanken
Einzelne Datenbanken:
MLA International Bibliography
Periodicals Index Online (PIO)´
Die zugehörigen Materialien dienen als erste Information und können als PDF-Dokument heruntergeladen werden.
Links
Lesesäle
Handbibliotheken zu den Eskimo- und Indianersprachen finden Sie in den Allgemeinen Lesesälen:
Haus Potsdamer Straße:
Signaturen HB 5 Zw - Zx
Haus Unter den Linden:
Signaturen HA 5 Zw - Zx
Die Bücher werden in beiden Häusern nach derselben Systematik aufgestellt. Bibliographien zu den Eskimo- und Indianersprachen sind in den Bibliographischen Handbibliotheken aufgestellt:
Haus Potsdamer Straße:
Signaturen HB 1 Mz
Haus Unter den Linden:
Signaturen HA 1 Mz 9000 - Mz 9799
Kontakt
Für wissenschaftliche Fachinformation wenden Sie sich an:
Susanne Henschel
Fachreferentin für Eskimo- und Indianersprachen sowie Allgemeine und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft.
E-Mail: Susanne Henschel
Tel.: +49 30 266 433152
Vertretung: Dr. Jochen Haug
Anfragen zum Thema
Dienstleistungsumfang
- Wir informieren Sie zu allen Belangen der Bibliotheksbenutzung und helfen Ihnen beim Auffinden und bei der Benutzung der vielfältigen Angebote und Bestände der Staatsbibliothek.
- Wir unterstützen Sie bei der Literaturrecherche in Katalogen, Bibliographien und Datenbanken und nehmen aufgrund Ihrer Anfrage gegebenenfalls auch Einsicht in unsere Bestände.
- Unser Informationsangebot ist kostenlos und steht allen Interessierten zur Verfügung.
- Wir beantworten Ihre Fragen schnellstmöglich. Wenn die Bearbeitung innerhalb einer Woche nicht möglich ist, erhalten Sie von uns einen Zwischenbescheid. Informationen zu Reproduktionsmöglichkeiten in der Staatsbibliothek finden Sie auf der Seite Digitalisate und Reproduktionen.
- Bei umfangreichen Anfragen behalten wir uns die Überprüfung von maximal 10 Positionen vor.
- Nicht zu unserem Leistungsumfang zählen Literaturzusammenstellungen, Wertermittlungen, Transkriptionen und Übersetzungen, kommerzielle Empfehlungen sowie medizinische und juristische Beratung.





