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Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus / Fächerprofile: Geistes- und Sozialwissenschaften

Anglistik

Forschungsstufe

Die Anglistik/Amerikanistik ist eine der großen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und weist eine hohe Publikations- und Nutzungsintensität auf. Aufgrund des Weltsprachencharakters der Englischen Sprache sowie der globalen Bedeutung der englischsprachigen Literaturen gehören die Fächer Anglistik und Amerikanistik zu den zentralen Sammelschwerpunkten der Staatsbibliothek zu berlin (SBB-PK). Diesen Umständen wird durch die intensive Sammlungstätigkeit Rechnung getragen.

Breite Auswahl

  • Text- und Quelleneditionen: Möglichst umfassend originalsprachliche Gesamtausgaben sowie Teilsammlungen, wobei wissenschaftlichen, textkritischen und kommentierten Editionen eine besondere Bedeutung zukommt; ebenso Einzelausgaben (möglichst Erstausgaben) der wichtigeren Autorinnen und Autoren. Der Autorenkanon wird auf der Basis der jeweils aktuellen Entwicklungen in Forschung und Literaturrezeption ständig aktualisiert.
  • Forschungsliteratur: Den Schwerpunkt der Sammlung bildet eine breite Auswahl wissenschaftlich relevanter allgemeiner bis hochspezieller Forschungsliteratur. Veröffentlichungen methodisch grundlegenden, übergreifenden und vergleichenden Inhalts zur Anglistik und Amerikanistik, zur englischen Sprache und Sprachwissenschaft sowie zu den englischsprachigen Literaturen werden je nach wissenschaftlicher Qualität und Quellenwert in unterschiedlich intensiver Auswahl erworben. Schriftenreihen mit wissenschaftlicher Bedeutung werden möglichst laufend bezogen.
  • Referenzliteratur: Wörterbücher, Grammatiken, Literaturgeschichten und -lexika, allgemein und zu einzelnen Epochen und Literaturgattungen, sowie Enzyklopädien und Adressbücher, also jegliche Literaturform mit Handbuchcharakter.
  • Biographien und Festschriften werden in großer Dichte gesammelt.
  • Von der Gegenwartsliteratur werden die in der Forschung und in den Medien stark rezipierten Autorinnen und Autoren (Literaturpreisträgerinnen und -preisträger, Bestseller- und bereits übersetzte bzw. verfilmte Autorinnen und Autoren) breit erworben, andere differenziert.

Differenzierte Auswahl

  • Populäre Literatur hat im angelsächsischen Bereich seit jeher einen bedeutenderen Stellenwert als in den übrigen europäischen Literaturen und ist für die literatursoziologische Forschung von erheblicher Bedeutung. In Auswahl werden Klassiker der populären Literatur sowie Werke beschafft, die die verschiedenen Gattungen exemplarisch repräsentieren, wie etwa Graphic Novels, Science-Fiction-, Fantasy- und Kriminalromane. Zunehmend rezeptionsintensiv sind Graphic Novels und Comics mit der Zielgruppe Erwachsene, die ebenfalls in Auswahl erworben werden.
  • Zeitschriften: Die wichtigen, in gängigen Fachdatenbanken und Referateorganen ausgewerteten wissenschaftlichen Fachzeitschriften mit Forschungsbeiträgen und ausgewählten Rezensionen möglichst umfassend. Literarische Zeitschriften werden erworben, wenn sie über signifikanten Quellenwert und / oder wissenschaftlichen Anspruch verfügen, oder wenn sie ein wichtiger Faktor des literarischen Lebens bzw. Sprachrohr neuer Richtungen sind.
  • Anthologien werden erworben, wenn sie motiv-, regionen- oder gattungsspezifischen Charakter haben.

Strenge Auswahl

  • Einführende Studienliteratur nur unterstützend zur Forschungsliteratur
  • Graue Literatur nur bei herausragender Relevanz für die Forschung

Verzicht

  • Praktiker- und Ausbildungsliteratur: Schulausgaben, Sprachübungsbücher, Arbeitshefte und sonstige Hilfen; Ausbildungsmaterialien zur Erwachsenenbildung (Volkshochschule, Selbst- und Fernstudium); ebenso die in großer Zahl erscheinenden „Reader“ (Kompilationen bereits publizierter Texte zu einem bestimmten Autor oder Thema).

Sprachliche und regionale Aspekte

Die SBB-PK beschafft Quellenliteratur in der Originalsprache (hier überwiegend in englischer Sprache) sowie die Sekundärliteratur im allgemeinen in der Sprache des jeweiligen Erscheinungslandes; Übersetzungen, die der leichteren Rezeption des Textes dienen und keinen eigenen wissenschaftlichen Wert haben, werden nicht erworben. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen Skandinaviens und der Niederlande (seltener die Frankreichs, Italiens und Spaniens) erscheinen überwiegend in englischer Sprache.

Das originalsprachliche Prinzip wird durchbrochen von deutschen Übersetzungen wissenschaftlich edierter Gesamtausgaben anerkannter Autorinnen und Autoren, zumal wenn es sich zusätzlich um die Bearbeitung durch namhafte Schriftstellerinnen und Schriftsteller handelt und die Übersetzung damit literarische Eigenständigkeit gewinnt. Das gilt ebenso für zweisprachige Quellenausgaben (insbesondere im Bereich der Lyrik) sowie wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Übersetzungen von Quellen aus früheren englischen Sprachstufen (Alt- und Mittel-, selten auch Frühneuenglisch) ins Gegenwartsenglisch.

Darüber hinaus werden wissenschaftliche Abhandlungen in deutscher Übersetzung erworben, wenn das Original nicht vorhanden und vergriffen oder in einer nicht-europäischen Sprache erschienen ist, die Übersetzung aufgrund einer wesentlichen Erweiterung einen eigenen wissenschaftlichen Wert besitzt oder die wissenschaftliche Rezeption sich primär an deutschen Übersetzungen orientiert.

Die regionalen Bezüge richten sich im Wesentlichen nach der geographischen Verbreitung der englischen Sprache; hier bilden die Britischen Inseln und die USA traditionell die Schwerpunkte. Zunehmend forschungs- und literaturintensiv sind aber auch die Commonwealth-Länder, hier vor allem das anglophone Kanada sowie Australien und Neuseeland.

Die anglophonen Literaturen bzw. Autorinnen und Autoren Afrikas, Asiens und der Karibik werden von den regionalen Sondersammlungen nach ihrem jeweiligen regionalen Bezug gemäß der eigens definierten Sammlungsintensität erworben. Primärquellen und Forschungsliteratur mit der Zielgruppe Kinder und Jugendliche werden durch die Kinder- und Jugendbuchabteilung beschafft. Aufgrund der Kooperation der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Ibero-Amerikanischen Institut wird Schrifttum zur Anglistik und Amerikanistik aus Iberoamerika in der Regel nicht erworben.