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Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus / Fächerprofile: Geistes- und Sozialwissenschaften

Sozialwissenschaften

Erweiterte Studienstufe

Die Sozialwissenschaften umfassen aufgrund ihres interdisziplinären Charakters ein thematisch sehr breites Spektrum an Literatur, das alle gesellschaftlichen Aspekte beinhaltet. Hierzu zählen als Kernbereiche vor allem die Soziologie, die Sozialgeschichte, die Demographie und die Sozialpolitik. Thematische Schwerpunkte bilden die soziale Frage im historischen und der gesellschaftliche Wandel im modernen Sinne. Im Bereich der Soziologie wird sowohl Literatur der allgemeinen als auch der speziellen Soziologien in einer hohen Intensität gesammelt.

Gleichermaßen wichtig ist für alle Bereiche die historische, theoretische und empirische Literatur.

Durch den kostenfreien Eingang zahlreicher Publikationen staatlicher und halbstaatlicher Stellen des In- und Auslands sowie von Internationalen Organisationen (z.B. UN, OECD) verfügt die Staatsbibliothek zu Berlin über bedeutende Sammlungen an (statistischen) Primärdaten, die durch schwerpunktmäßige Erwerbungen weiter gepflegt wird.

Breite Auswahl

  • Referenzliteratur wie Enzyklopädien, Lexika, Wörterbücher, Adressbücher, Handbücher, Gesamtdarstellungen und ähnliches wird umfassend erworben
  • Bibliographische Referenzliteratur
  • Gesammelte Werke: Gesamtausgaben oder Teilsammlungen bedeutender Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler
  • Habilitationsschriften
  • Umfassende wissenschaftliche Zeitschriften
  • Festschriften und Biographien auf hohem wissenschaftlichen Niveau

Differenzierte Auswahl

  • Monographische Forschungsliteratur insbesondere in deutscher und englischer Sprache
  • Spezielle wissenschaftliche Zeitschriften für alle Bereiche der Sozialwissenschaften
  • Wissenschaftliche Schriftenreihen bei hoher Qualität der Einzelstücke
  • Tagungsliteratur in eingeschränkter Auswahl
  • Dissertationen: im Buchhandel erscheinende Arbeiten werden, sofern sie den oben genannten prioritären Themengebieten zuordenbar sind, erworben

Strenge Auswahl

  • Einführende Studienliteratur
  • Dissertationen außerhalb des Buchhandels werden nur in Einzelfällen berücksichtigt
  • Graue Literatur und Kleinschrifttum können für die aktuelle Forschung sehr wichtig sein und werden in strenger Auswahl erworben

Verzicht

  • Ausbildungsliteratur als Hilfsmittel für Studium und Beruf wie Arbeitsbücher und Repetitorien
  • Praktikerliteratur (besonders umfangreich im Bereich der Sozialpädagogik und Sozialpolitik) wird nicht erworben
  • Populärwissenschaftliche Literatur wird nicht erworben

Sprachliche und regionale Aspekte

Im Allgemeinen wird die Literatur in der Originalsprache gekauft. Als Übersetzungen aus selteneren Sprachen kommen nur solche ins Deutsche oder Englische in Frage. Überset-zungen aus dem Deutschen, Englischen oder Französischen werden nicht gekauft, es sei denn, das Original ist nicht mehr erhältlich.

Von zentraler Bedeutung für die Sozialwissenschaften ist neben der deutschen die angel-sächsische Literatur. Die Publikationen dieser Sprachkreise sind gleichzusetzen und im Bestandsaufbau besonders hervorzuheben. Die besondere Tradition der sozialwissenschaftlichen Forschung in Frankreich wird insofern berücksichtigt, als dass Einzelwerke bedeutender Sozialwissenschaftler sowie die darauf bezogene Forschungsliteratur in französischer Sprache erworben werden. Zusätzlich werden aus Frankreich, wie auch aus Italien, Publikationen, die sich auf das jeweilige Land beziehen, oder solche von erkennbar grundlegender Bedeutung (Referenzliteratur) erworben. In den Niederlanden und in Skandinavien erscheint das wissenschaftlich relevante Schrifttum in der Regel in englischer Sprache, oft als Dissertation oder als Titel einer Serie.

Für die nicht durch die regionalen Sondersammlungen abgedeckte Forschungsliteratur zu regionalen Aspekten in den Sozialwissenschaften (z.B. Sozialstruktur, soziale Prozesse, Demographie) gilt: Publikationen zu Deutschland werden sehr breit erworben. Es folgen Publikationen zum übrigen deutschsprachigen Raum und zum Gebiet der Europäischen Union sowie zu Nordamerika. Sonstige Regionen sowie Darstellungen mit regional stark eingeschränktem Bezug werden nur in Auswahl erworben. Vergleichende Darstellungen in den sozialwissenschaftlichen Forschungsbereichen sind vorrangig zu berücksichtigen. Aufgrund der Kooperation der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Ibero-Amerikanischen Institut wird Schrifttum zur Sozialwissenschaft Iberoamerikas, Spaniens und Portugals in der Regel nicht erworben. In spanischer Sprache wird daher nur Referenzliteratur in Auswahl erworben, sofern sie für die innere Kohärenz des Lesesaalbestands notwendig ist.

Die regionalen Sondersammlungen erwerben Literatur mit ihrem jeweiligen regionalen Bezug gemäß ihrer eigens definierten Sammlungsintensität. Somit werden die Räume Osteuropa, Afrika und Asien differenziert, Ost- und Südostasien dagegen auf einem hohen Sammlungsniveau gepflegt.