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Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus

5. Informationsbestände

Die bibliographischen Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin verteilen sich auf die allgemeinen Lesesäle und Sonderlesesäle beider Häuser. Der weitere Bestandsaufbau speist sich aus den Zugängen der Staatsbibliothek zu Berlin, die im Rahmen der Erwerbungsrichtlinien erfolgen.

Bibliographien nehmen innerhalb der allgemeinen Publikationstätigkeit eine besondere Stellung ein. Sie sind wesentliche Hilfsmittel zur wissenschaftlichen und bibliothekarischen Arbeit. Das Bewusstsein der bedeutenden Rolle der Bibliographien in Wissenschaft und Forschung lässt sich an dem hohen Stellenwert ablesen, der der Bibliographienerwerbung bereits in den Vorgängereinrichtungen der heutigen Staatsbibliothek zugewiesen worden war. Aus diesen Traditionen herleitend hat sich die Staatsbibliothek zu Berlin die Erwerbung bibliographischer Nachschlagewerke als Sammelschwerpunkt gesetzt.

Der bibliographische Apparat erfüllt innerhalb der Bibliothek zwei Funktionen. Zum einen dienen die Bibliographien zur Ergänzung der bibliotheksspezifischen Sacherschließung. Dies gilt für monographische Literatur, besonders aber für die Zeitschriften. Deren inhaltliche Erschließung würde anderenfalls auf die Titelebene beschränkt bleiben und sich nicht auf Artikelebene fortsetzen. In einer zweiten Funktion kann mit Hilfe der Bibliographien ein Nachweis über Literatur geführt werden, die überhaupt veröffentlicht worden ist, d.h. unabhängig vom Bestand der Staatsbibliothek. Die Bibliographienerwerbung in der Staatsbibliothek ist bis zu einem gewissen Grade auf Vollständigkeit dieser Nachweismöglichkeiten ausgerichtet. Aus diesem Anspruch ergibt sich, dass unabhängig vom aktuell feststellbaren Bedarf auch hochspezielle Veröffentlichungen beschafft werden.

Im Folgenden wird das Erwerbungsprofil zu den allgemeinen bibliographischen Informationsbeständen dargestellt. Die Pflege der bibliographischen Apparate der Sonderlesesäle (Handschriftenlesesaal, Musiklesesaal, Kartenlesesaal, Osteuropalesesaal, Orientlesesaal, Zeitungslesesaal, und Lesesaal der Kinder- und Jugendbuchabteilung) erfolgt im Rahmen des Bestandsaufbaus für die Sondersammlungen.

Es gibt prinzipiell keine Einschränkung bei dem Erwerb von Bibliographien; die Literaturproduktion aus allen Ländern, in allen Sprachen und in allen Fachgebieten soll nachgewiesen werden können. Eine besondere Stellung nimmt das Ibero-Amerikanische Institut ein: In Abgrenzung zu seinem Sammelauftrag werden für den Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin in Bezug auf Allgemeinbibliographien nur die nationalbibliographischen Verzeichnisse Portugals und Spaniens beschafft, lateinamerikanische Nationalbibliographien werden nicht im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin geführt (allerdings werden im Internet frei zugängliche Nationalbibliographien weltweit von der Staatsbibliothek zu Berlin in ihren Katalogen verzeichnet); bei den Fachbibliographien wird äußerste Zurückhaltung geübt, nur in solchen Fällen, wo ein unmittelbarer Bezug zum allgemeinen Bestand in den Sammelschwerpunkten (wie Geisteswissenschaften) besteht, wird von der Regel abgewichen. Für alle anderen bibliographischen Ermittlungen wird auf das Ibero-Amerikanische Institut verwiesen.

Erscheinungsformen

Alle nur denkbaren Erscheinungsformen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Es werden sowohl laufende als auch retrospektive Bibliographien erworben. Sie können als Monographie oder Zeitschrift erscheinen, graue Literatur wird ebenso berücksichtigt wie Bibliographien, die als Amtsdruckschriften oder in Loseblattform erscheinen. Zur Beschleunigung und Vereinfachung der Bereitstellung werden die Serien, in denen ausschließlich oder überwiegend Bibliographien veröffentlicht werden, zur Fortsetzung bezogen.

Neben den klassischen Veröffentlichungsformen als Printmedium oder auch Mikrofiche-Ausgabe, haben - ständig zunehmend - elektronische Publikationen, entweder als Off- oder Online-Produkte an Bedeutung gewonnen. Bei Parallelpublikationen wird in der Regel die elektronische Version bevorzugt.

Die folgende Auflistung der bibliographischen Kategorien orientiert sich an einer allgemein akzeptierten Gliederung. Nur bei Besonderheiten bzw. Abweichungen von den oben genannten grundsätzlichen Sammelkriterien werden diese kommentiert. Es kann jeweils von einer intensiven und umfassenden Erwerbungstätigkeit ausgegangen werden. Innerhalb der folgenden bibliographischen Kategorien kann jeweils von einer intensiven und umfassenden Erwerbungstätigkeit ausgegangen werden:

Allgemeinbibliographien

  • Bibliographien der Bibliographien
  • Internationale allgemeine Bibliographien
  • Nationalbibliographien
  • Bibliographien der Hochschulschriften: Es werden die laufenden nationalen Verzeichnisse erworben ebenso die zusammenfassenden nationalen und örtlichen Hochschulschriftenbibliographien. Aktuelle laufende örtliche Verzeichnisse werden nur für die Bundesrepublik Deutschland gesammelt, es sei denn ein zusammenfassendes nationales Verzeichnis besteht nicht.
  • Bibliographien kleinerer Gattungen (Akademie-, Schul-, Festschriften, Verlagskataloge, Übersetzungen, verkleidete Literatur, Rezensionen)
  • Kongressschriften
  • Reportliteratur
  • Amtliche Publikationen
  • Zeitschriftenbibliographien: Zeitschriftenverzeichnisse von deutschen Bibliotheken, bei denen es sich um Auszüge aus der Zeitschriftendatenbank (ZDB) handelt, werden nicht beschafft. Von dieser Regel wird nur dann eine Ausnahme gemacht, wenn eine zusätzliche inhaltliche Erschließung erfolgt und damit die Veröffentlichung neben dem Charakter des Bestandsnachweises einen zusätzlichen (fach)bibliographischen Wert gewinnt. Für das Ausland werden alle überregionalen und nationalen Verzeichnisse beschafft sowie die Kataloge bedeutender Einzelbibliotheken, sofern deren Bestände nicht vollständig anderweitig nachgewiesen sind. Daneben werden retrospektive Verzeichnisse erworben, unabhängig davon, ob es sich um eine allgemeine oder fachbezogene Zeitschriftenbibliographie handelt.
  • Zeitschrifteninhaltsbibliographien: Die wenigen fachübergreifenden Zeitschrifteninhaltsbibliographien werden nach Möglichkeit vollständig erworben.
  • Personalbibliographien werden besonders gepflegt. Es wird auch unter Einbeziehung von Kleinstschrifttum versucht, für diesen Bereich eine möglichst komplette Sammlung aufzubauen. Personalbibliographien zeichnen sich durch eine enge Beziehung zwischen Bearbeiterin oder Bearbeiter und behandelter Person aus. Dadurch kann hier Literatur nachgewiesen werden, die an keiner anderen Stelle Beachtung findet.

Fachbibliographien

Bei der Erwerbung von Fachbibliographien werden nach dem Anspruch der Bibliothek auf Universalität alle Fächer berücksichtigt. Innerhalb der Disziplinen findet nach den oben festgelegten Prinzipien eine Differenzierung gemäß der unterschiedlichen Sammlungsdichte statt. Die in der Staatsbibliothek zu Berlin nur in der Informationsstufe vertretenen Fächer, insbesondere die STM-Disziplinen (Science, Technology, Medicine), werden im Bereich der Bibliographien nur restriktiv gesammelt. Dies betrifft in den STM-Disiziplinen auch die Grundlagenbibliographien. Ausschlaggebend ist bei der Frage der Erwerbung die Verzeichnung von wissenschaftlicher Literatur, die eine inhaltliche Verzahnung von genuinen STM-Sujets und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen (Wissenschaftsgeschichte, Philosophie, Ethik, Moral, u. a.) beinhalten.

Als Ausnahme von der umfassenden Sammeltätigkeit müssen im Ausland erschienene Fachbibliographien, die von geringem Umfang sind und nur eine Auswahl der internationalen Literatur nachweisen, genannt werden. An ihre Stelle können im Nachweissystem der Staatsbibliothek die übergreifenden internationalen Fachbibliographien treten.

Von der Erwerbung werden bibliographische Materialien ausgeschlossen, die der ausschließlich (tages)aktuellen Information des in einem Fachgebiet Forschenden dienen.

Ebenfalls wird von einer Erwerbung abgesehen, wenn es sich um gedruckte Auszüge aus elektronischen Publikationen bzw. Datenbanken handelt, die in der Bibliothek vorhanden bzw. zugänglich sind.