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E.-T.-A.-Hoffmann-Archiv

Geschichte des E.-T.-A.-Hoffmann-Archivs

Bei seinem Tod am 25. Juni 1822 hinterließ E. T. A. Hoffmann etwa 2300 Reichstaler Schulden - das Anderthalbfache seines Jahresgehalts als Kammergerichtsrat. Dieses Vermächtnis war durch seinen materiellen Besitz, seinen 'Nachlass', offenbar in keiner Weise zu decken und zwang seine Witwe, die Polin Michaelina Hoffmann, geb.  Rorer-Trzynska ("Mischa"), sich den Forderungen der Gläubiger durch Ablehnung des Erbes und ein möglichst schleuniges Verlassen Berlins zu entziehen. 20 Jahre später, im Jahr 1847, schenkte sie dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861), dem "Romantiker auf dem Thron", insgesamt 19 Autographe Hoffmanns. Mit dem Übergang dieser Autographe in die Königliche Bibliothek war der Grundstock gelegt für die umfangreiche Sammlung an Hoffmanniana, die die Staatsbibliothek in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten zusammentragen konnte. Darunter befand sich das Autograph des Harfenquintetts, das gemeinsam mit dem Klaviertrio E-Dur - dessen im August 1809 in Bamberg angefertigtes Partitur-Autograph die Staatsbibliothek im Herbst 1999 erwerben konnte - die einzigen Kammermusikwerke Hoffmanns darstellen.

Einen großen Fortschritt machte der Aufbau des Archivs zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Hoffmann-Kenner und -Liebhaber Hans von Müller nahm sich als Mitarbeiter der Staatsbibliothek der Sammlung an und erweiterte sie nicht nur um zahlreiche Neuerwerbungen, sondern darüber hinaus um eigene Veröffentlichungen, die zu einem beträchtlichen Teil in der Herausgabe bis dahin unveröffentlichter Dokumente Hoffmanns und seines Umkreises bestanden. Zur Gründung eines eigenen E.-T.-A.-Hoffmann-Archivs kam es indessen noch nicht. Der Zweite Weltkrieg riss auch in die Sammlung an Hoffmann-Erstdrucken und -Ausgaben große Lücken. Bis heute sind nicht alle Verluste dokumentiert.

1999 konnte die Staatsbibliothek die bedeutende Sammlung des Hoffmann-Kenners Hans-Dieter Holzhausen ankaufen, bestehend aus über 100 Titeln Primärliteratur, umfangreicher Sekundärliteratur und einer Reihe weiterer Werke aus oder zu Hoffmanns Umkreis. Möglich wurde dieser Ankauf durch die großherzige Stiftung der aus Berlin stammenden, ehemals in München lebenden Frau Dr. Christa Karoli, die im September 1998 an den Folgen ihrer schweren Krankheit verstorben war und einen Teil ihres Vermögens der Staatsbibliothek mit der Maßgabe vermacht hatte, eine "Stiftung E. T. A. Hoffmann" einzurichten. Diesem Wunsch entsprechend wurde im Oktober 2000 ein Mitarbeiter eingestellt, der die E.T.A.-Hoffmann-Bestände der Staatsbibliothek zusammenstellen und ein Konzept für die Gestaltung der Stiftung bzw. des Archivs entwickeln sollte. Die eigentliche Gründung des E.-T.-A.-Hoffmann-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin vollzog sich - da es sich um ein 'virtuelles Archiv' handelt - mit der Einrichtung dieser Homepage und der Veröffentlichung der angeschlossenen Datenbanken.

(Christof Diedrichs)

Die Stiftung Dr. Christa Karoli