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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Die Staatsbibliothek zu Berlin sortiert "Beutebücher" aus Armenien

Am 16. August 2000 fand eine weitere Restitutionsmaßnahme für deutsches Bibliotheksgut ihren vorläufigen Abschluss.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatten Einheiten der Roten Armee Bücher aus deutschen Bibliotheken in die damalige Sowjetunion verbracht. Dort sind Teile dieser Bestände in verschiedene Sowjetrepubliken weitergeleitet worden, um den Aufbau von Bibliotheken zu unterstützen.

Nachdem schon 1996 die Republik Georgien die so erhaltenen Bücher an die Bundesrepublik zurückgegeben hatte, entschloß sich 1998 auch die Republik Armenien zu diesem Schritt. Eine erste Sendung von 575 Handschriften, Archivmaterialien und Dokumenten war sofort an Deutschland übergeben worden. Seitdem haben sich Bibliothekare der Staats- und Universitätsbibliotheken Hamburg und Bremen sowie der Staatsbibliothek zu Berlin um die Rückführung bemüht.

Mehrfach weilten Mitarbeiter der Einrichtungen in Armenien und berieten mit den Kollegen der Zentralbibliothek der Akademie der Wissenschaften in Jerewan die Details der Restitution. Es vergingen jedoch noch nahezu zwei Jahre, bis die ca. 18.000 Bücher in der armenischen Hauptstadt vorsortiert, verpackt, verzollt, verladen und auf den Weg in die Bundesrepublik gebracht werden konnten.

Am 16. August erreichten sie nun ihre Zielorte. Etwa 10.000 Bücher aus ihrem Vorkriegsbestand konnte die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen in Empfang nehmen, während die Stadtbibliothek Magdeburg 4.000 Bände zurückerhielt. Die restlichen etwa 4.000 Bücher und Handschriften mit Eigentumsstempeln verschiedener deutscher Bibliotheken wurden in die Staatsbibliothek zu Berlin gebracht. Dort werden sie in den nächsten Wochen ausgepackt, nach Provenienzen sortiert und an ihre jeweiligen Besitzer zurückgegeben. Es ist zu erwarten, daß neben der Staatsbibliothek zu Berlin weitere Einrichtungen aus Berlin, Hamburg und Lübeck und anderen deutschen Städten Werke erhalten, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges vermißt werden.