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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Seltener Glücksfall: große E.T.A.-Hoffmann-Sammlung geerbt

Eine in Berlin geborene und aufgewachsene, ältere und inzwischen verstorbene Dame, Frau Christa Karoli, vermachte der Staatsbibliothek zu Berlin testamentarisch ein großes Vermögen mit der Auflage, möglichst vollständig Literatur und Illustrationen von und über den bedeutenden Romantiker E.T.A. Hoffmann (1776 - 1822) zu erwerben.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat das Erbe angenommen und ein zweckgebundenes Sondervermögen eingerichtet. So konnte bereits Ende 1999 aus Mitteln der Stiftung das wohl letzte noch im Privatbesitz befindliche Musikautograph Hoffmanns erworben werden, seine eigenhändige Niederschrift der Partitur des Klaviertrios in E-Dur, geschrieben in Bamberg im Sommer 1809 auf 33 Seiten. Es wurde bereits einmal im Jahr 1996 bei Sotheby´s auf einer Versteigerung angeboten, fand damals aber keinen Käufer. Nun ergänzt es auf das Glücklichste den bereits überwiegend in der Staatsbibliothek vorhandenen musikalischen Nachlass Hoffmanns, den im Jahr 1847 seine Witwe dem preußischen König geschenkt hatte, der ihn an die damalige Königliche Bibliothek weitergab. Jetzt konnte nun die umfangreiche und wertvolle Spezialsammlung des Berliner Hoffmann-Liebhabers und Kenners Professor Hans-Dieter Holzhausen erworben werden. Sie bereichert in vorzüglicher Weise die bereits zahlreich vorhandenen Hoffmann-Bestände und bildet den Grundstock für ein besonderes Hoffmann-Archiv in der Staatsbibliothek.

Damit knüpft sie wieder an eine alte Tradition an:Der bedeutende Hoffmann-Forscher Hans von Müller (1875-1944) war dreißig Jahre als Mitarbeiter der Preußischen Staatsbibliothek dort für die neuere deutsche Literatur zuständig und hat dafür gesorgt, dass Literatur von und über E.T.A. Hoffmann in reichem Maße angeschafft wurde. Vieles davon, vor allem die fast vollständige Sammlung der Erstausgaben, ging im Zweiten Weltkrieg verloren, nicht alle Stücke konnten bisher nacherworben werden, aber dazu bestehen nunmehr die besten Chancen. Auch in der Handschriftenabteilung befinden sich Hoffmaniana; neben Hoffmann-Bildnissen auch 16 Briefe von Hoffmann, darunter drei an den Schauspieler Ludwig Devrient, mit dem er bei Lutter & Wegner zu zechen pflegte, sowie acht Briefe an Adelbert von Chamisso.

Beim Erwerb weiterer Briefe wird sich die Berliner mit der Bamberger Staatsbibliothek abstimmen. Diese Einrichtung hat über Jahrzehnte eine hervorragende Hoffmann-Sammlung zusammengetragen. Beide Bibliotheken sind übereingekommen, bei der Ergänzung ihrer Sammlungen zusammenzuarbeiten.