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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Felix Mendelssohn Bartholdy-Autograph erworben

Als der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy seiner Schwester Fanny Hensel zu ihrem 39. Geburtstag vier eigenhändig niedergeschriebene Orgelstücke schenkte, machte er eine weit zurückliegende Jugendsünde wieder gut: Fünfzehn Jahre zuvor hatte er ihr als 20-jähriger zur Hochzeit mit Wilhelm Hensel ein Orgelstück versprochen, jedoch war er über den Anfang der Komposition nie hinausgekommen. 1844 löste er dieses Versprechen endlich ein und schenkte ihr fünf doppelseitig beschriebene Blätter und ein handschriftliches Titelblatt, eingebunden in braunes Leder.

Dieses bislang unbekannte Autograph von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) wurde jetzt durch die Staatsbibliothek zu Berlin von den Nachfahren Fanny Hensels erworben. Das Autograph ist zur Rekonstruktion der Werkgenese der vier Orgelstücke äußerst bedeutungsvoll, da es ein Zwischenstadium des Kompositionsprozesses dokumentiert: Im Winter 1844/45 ergänzte Mendelssohn Bartholdy diese Orgelwerke und arbeitete sie um. Schließlich fanden sie Eingang in die sechs Orgelsonaten op.65, die 1845 in ihrer letzten Fassung veröffentlicht wurden. Das Original der Sonaten op.65 liegt heute in der Bodleian Library in Oxford.

Das Musik-Autograph ergänzt zugleich die reichen Bestände des Mendelssohn-Archivs in der Staatsbibliothek zu Berlin. Etabliert als zentrale Sammelstätte der weltweit verzweigten Familie Mendelssohn besitzt dieses Archiv zahlreiche geschäftliche und familiäre Korrespondenzen, eine Bibliothek der Werke des Stammvaters und Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786) sowie zahlreiche Dokumente von der Hand der Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel.