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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Der einzigartige Handschriftenbestand zum Werk Ludwig van Beethovens aus der Staatsbibliothek zu Berlin wird jetzt erstmals komplett reproduziert

Einer der bedeutendsten Bestände an Musikhandschriften zum Werk Ludwig van Beethovens befindet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Mehr als 100 Werke des Komponisten liegen in Originalhandschriften oder in Abschriften mit autographen Korrekturen oder Änderungen vor.

Diese Quellen werden jetzt im K. G. Saur Verlag erstmals komplett reproduziert. In der Edition Die Beethoven-Sammlung werden rund 14.600 Seiten Autographe und Manuskripte mit autographen Textanteilen, 13.500 Seiten Abschriften von Werken des Meisters sowie weitere 1.800 autographe Seiten in höchster Qualität auf Mikrofiche verfilmt. Da die Werkautographe in Farbe und mit ihren Durchstreichungen, Änderungen und nachträglichen Korrekturen wiedergegeben werden, ist das Studium gerade dieser Manuskripte bis ins Detail möglich. Die Edition wird im Jahre 2004 vollständig vorliegen. Diese nach Umfang als auch nach Bedeutung weltweit einzigartige Sammlung der Staatsbibliothek wird damit erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Beethoven-Sammlung in Berlin und Krakau

In der Beethoven-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin befinden sich fast alle "großen Werke" Beethovens wie die Symphonien Nr. 4, 5, 7, 8 und 9, die Klavierkonzerte Nr. 1-3 und Nr. 5, die Missa Solemnis oder die Oper Fidelio. Weiterhin gehören zahlreiche bedeutende Vertreter der Kammermusik, etwa das Septett, die Rasumowsky-Quartette Nr. 1 und 2, die Große Fuge sowie Klaviertrios, Violin-, Violoncello- und Klaviersonaten zu der Sammlung. Reichhaltig ist auch der Fundus an Notenskizzen Beethovens. Die Skizzenbücher, Konvolute und Einzelblätter mit einem Umfang von etwa 4.700 Seiten umfassen die gesamte Wiener Zeit und enden mit den Notierungen Beethovens auf dem letzten Krankenlager.
Neben dem Bestand an Musikhandschriften Ludwig van Beethovens in der Staatsbibliothek zu Berlin existieren etwa 1.800 autographe Seiten, die als Folge der Verlagerung im 2. Weltkrieg derzeit in der Biblioteka Jagiellonska in Krakau aufbewahrt werden.

Entstehung der Berliner Beethoven-Sammlung

Der Grundstein zur Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin wurde im Jahr 1841 gelegt, als mit der Musikbibliothek Georg Poelchaus das Autograph des Kyrie aus der Missa Solemnis in die Berliner Königliche Bibliothek gelangte. 1846 konnte ein Hauptteil der bedeutenden Sammlung des Beethoven-Biographen Anton Schindler übernommen werden. Ankäufe und großzügige Schenkungen führten in der Folgezeit zu einem raschen Ausbau des Beethoven-Bestandes. Darunter sind die Akquisitionen der Sammlungen Ludwig Landsbergs aus Rom (1862), Immanuel Guttentags aus Berlin (1868), Richard Wageners aus Marburg (1874), Friedrich August Grasnicks aus Berlin (1879) und der Verlegerfamilie Artaria aus Wien (1901) besonders hervorzuheben. Den Abschluss der großen Beethoven-Erwerbungen bildete die Stiftung Ernst von Mendelssohn-Bartholdys, der 1908 die in der Familie zusammengetragenen Handschriftenschätze der Königlichen Bibliothek übermachte.

Die Edition

Die Edition Die Beethoven-Sammlung macht unter Einschluss der Krakauer Manuskripte die Berliner Sammlung in ihrem historisch gewachsenen Umfang der internationalen Forschung als wesentliche Arbeitsgrundlage verfügbar. Die Handschriften werden in der Folge der Bibliothekssignaturen verfilmt. Die derzeit in Krakau aufbewahrten Autographe werden separat in der vierten Lieferung wiedergegeben. Ein Kurztitelkatalog mit einem Nachweis der Signatur, der Opus-Angabe sowie der Mikrofichenummer erschließt diese Edition.

Die Reihe "Musikhandschriften der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz"

Die Edition der Beethoven Handschriften ist Teil der großen Editionsreihe "Musikhandschriften der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz", die im K. G. Saur Verlag erscheint. Sie widmet sich den wertvollen Handschriftenbeständen aus der Musikabteilung der Bibliothek, der größten Musiksammlung im deutschsprachigen Raum. Höhepunkte dabei sind die zum Weltkulturerbe zählenden Werknachlässe der großen deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Philipp Telemann oder Carl Maria von Weber. Die autographen Partituren und Stimmen dieser Meister und die Abschriften ihrer Werke werden durch die Reihe nach und nach in hoher Wiedergabequalität der wissenschaftlichen Forschung als Quellenbasis zugänglich gemacht und eine große Bereicherung für jede musikwissenschaftliche Bibliothek bilden. Innerhalb der Reihe wurden bisher "Die Bach-Sammlung" und "Die Georg Philipp Telemann-Sammlung" veröffentlicht.

Musikhandschriften der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Teil 3: Die Beethoven-Sammlung
Mikrofiche-Edition
2002-2004
Ca. 180 Silberfiches, sowie 280 Fiches in Farbe. 4 Lieferungen inkl. Begleitheft.
Lesefaktor 24x. Ladenpreis: € 5.400,-*
ISBN 3-598-34427-9
*=unverb. Preisempfehlung