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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Die Staatsbibliothek bekommt ihre Zukunftschance

Mit einem eindrucksvollen Beschluss hat jetzt das vom Stiftungsrat eingesetzte Entscheidungsgremium für Bauvorhaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Mittel für die Generalsanierung der Staatsbibliothek und den integrierten Neubau des Lesesaals freigegeben.

Nachdem die Gründungssanierung des Baukörpers als Ersatzpfahlgründung 2002 abgeschlossen und bis Anfang November 2003 die in den 80er Jahren errichtete, aber als verfehlt zu bezeichnende Baukonstruktion der vier Büchersilos am Ort des im Krieg zerstörten Lesesaals rückgängig gemacht werden konnte, beginnt jetzt die eigentliche Bauphase für eine moderne funktionsfähige Bibliothek von internationalem Rang im historischen Ihne-Bau.

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sieht mit dieser Entscheidung für die Staatsbibliothek und ihre Benutzer ein neues Zeitalter. „Die größte wissenschaftliche Universalbibliothek in Deutschland, mit demhistorischen Gebäude Unter den Linden und dem modernen Scharounbau am Potsdamer Platz wird dann alle Voraussetzungen besitzen, für Wissenschaft und Forschung sowie für Lehre und Studium das gesamte Spektrum von historischen bis zu digitalen Quellen in spezifischer benutzerorientierter Form anzubieten. Gleichzeitig entsteht damit eine Bildungslandschaft in der Mitte Berlins, die ganz im Sinn von Wilhelm von Humboldt von der Museumsinsel über die Humboldt-Universität bis zur Staatsbibliothek reicht. Die Stärkung des Standortes Berlin fürKunst und Wissenschaft ist evident.“

Bis 2007 soll der neue Zentrale Lesesaal als weithin strahlender Lichtkubus an der Stelle des zerstörten Kuppellesesaals entstehen. Er wird das Herzstück der eindrucksvollen Raumfolge sein, die vom malerischen Innenhof über den Treppenaufgang und dem Vestibül in den Lesesaal reicht. Ein „Fenster zum Hof“ im Vestibül erlaubt bereits jetzt einen Blick auf die Baustelle. Der Abschluss der Bauarbeiten, die nach Plänen des Architekturbüros HG Merz erfolgen, ist im Jahr 2011 zu erwarten.

Insgesamt wurden für den Gesamtkomplex 326 Mio. € genehmigt. Die Mittel werden nach dem neuen Finanzierungskonzept der Stiftung allein vom Bund getragen.

Das Haus Unter den Linden wird als Präsenzbibliothek bevorzugt für die Disziplinen mit historischer Dimension, für Wissenschaftsgeschichte und für die bedeutenden Sondersammlungen von Rara, über Karten bis zu Musikalien ausgebaut. Es wird eine einzigartige Arbeitsstätte für die historische Forschung sein. Das Haus am Potsdamer Platz dient stärker der gegenwartsbezogenen Literatur, es verfügt als Ausleih- und Informationsbibliothek über ein breit gefächertes Benutzerangebot. Damit besitzen beide Standorte der Staatsbibliothek prägnante Profile. Der Ausbauder informationstechnischen Infrastruktur ist für beide Häuser gleichermaßen von Bedeutung.

Besucher des neuen Zentralen Lesesaals werden direkten Zugang zumFreihandbestand mit 125.000 Bänden sowie zu einem Freihandmagazin mit 175.000 Bänden erhalten; im Rara-Lesesaal stehen dann 30.000 Bände zur Verfügung. Der neue Zentrale Lesesaal mit 250 Plätzen wird die Lesesäle der Sonderabteilungen für Handschriften, Musikalien, Altkarten, Kinder- und Jugendliteratur sowie Zeitungenergänzen. Damit steigt im Jahr 2007 die Gesamtkapazität an Leserplätzen am Standort Unter den Linden auf 500.

Barbara Schneider-Kempf, Kommissarische Generaldirektorin der Staatsbibliothek,und selbst Architektin, ist sich der schwierigen Bauaufgabe bewusst. Die Fertigstellung im Jahr 2011, zum 350. Jahrestag der Gründung der Staatsbibliothek, ist für sie ein klares, prioritäres Ziel.