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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Zum 100. Geburtstag : Ausstellung über Witold Gombrowicz

Mit einer kleinen Ausstellung erinnert die Osteuropaabteilung in diesem Jahr an den polnischen Exilschriftsteller Witold Gombrowicz (1904-1969).

Der lange Zeit wenig bekannte Schriftsteller lebte, vom Krieg überrascht, von 1939 bis 1963 in Argentinien. Während er im Hauptberuf als Angestellter der Banco Polaco seinen Lebensunterhalt verdienen musste, entwickelte er seine schriftstellerischen Fähigkeiten in seiner Muttersprache weiter und konnte ab 1951 in der Pariser Zeitschrift „Kultura“ publizieren. Der Herausgeber dieser Zeitschrift, das Instytut Literacki, galt stets als Leuchtfeuer polnischer kultureller Integrität in Zeiten politischer Bedrängnis. In der ebenfalls in Paris verlegten Schriftenreihe „Biblioteka Kultury“ erschienen seine Stücke „Transat-lantyk“ und „Slub“ (Trauung) im Original.

Erst nach der Lockerung der Kulturpolitik Polens, ab dem Jahr 1957, erschienen auch in seinem Heimatland Werke von Witold Gombrowicz; in der DDR wurde keines seiner Stücke aufgeführt. In der Westberliner Akademie der Künste erlebte er während seines einjährigen Berlin-Aufenthalts von 1963 bis 1964 die europäische Uraufführung seines Stückes „Trauung“. Seit dem Fall der Mauer nahm das Interesse an dem polnischen Exilschriftsteller erheblich zu.

Die Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zeigt noch bis zum 30. Oktober 2004 aus ihren Beständen eine Auswahl von Titeln von und über Gombrowicz. Ergänzt um Fotografien von Susanne Fels, bietet die Ausstellung Einblicke in sein literarisches Werk, zeigt Leseproben mit Übersetzungen und dokumentiert die politische Kritik, der Gombrowicz in seinem Heimatland ausgesetzt war.

Die Osteuropa-Abteilung stellt seit drei Jahren einem breiten Publikum Themen aus dem von ihr vertretenen Sprachraum vor: An die große Schau der „Kroatischen Schriftdenkmäler“ im Jahr 2002 schlossen die kleineren Ausstellungen „Bulgarien-Amerika“ im Jahr 2003 und „Lettischer Jugendstil“ im Frühjahr 2004.