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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Christie's ruft das bibliographische Lebenswerk von Dr. Bernard Breslauer zur Versteigerung aus

Gestaffelt an fünf Auktionstagen, vom 21. bis 23. März sowie dem 28. und 29. Juni, versteigert Christie's New York rund 2000 Stücke der unvergleichlichen bibliographischen Sammlung des grossen New Yorker Antiquars Dr. Bernard Breslauer.

Der 2004 in Manhattan verstorbene Breslauer wurde als Sohn des jüdischen Buchhändlers Martin Breslauer in Berlin geboren. Durch den Beruf des Vaters, dessen Berliner Antiquariat sich europaweiter Anerkennung erfreute, war schon Breslauers Kindheit von einer bibliophilen Atmosphäre geprägt. Als Heranwachsender veröffentlichte er Gedichte, die bei führenden Vertretern des deutschsprachigen Literaturbetriebes, wie etwa Stefan Zweig und Fedor von Zobeltitz, dem Herausgeber der Zeitschrift für Bücherfreunde, grosse Beachtung fanden. 1936, gerade 18jährig, musste er den schmerzhaften Verlust erheblicher Teile der Buch- und Katalogsammlung des Vaters erleben, die dieser zu verkaufen gezwungen war, um seiner Familie die Flucht aus Nazi-Deutschland zu finanzieren. Dem Holocaust entkommen, gelang es dem jungen Breslauer, nach längerem erfolgreichen Aufenthalt in London, in New York ein Antiquariat mit weltweitem Renommé aufzubauen. Er zeichnete als Bibliographie-Experte ausserdem verantwortlich für bedeutende literarische Funde und zahlreiche Ankäufe im Auftrag angesehener Bibliotheken auf der ganzen Welt.

Nach testamentarischer Verfügung Breslauers ging ein Teil seines Nachlasses, das gesamte Familien- und Firmenarchiv, an die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Der andere Teil, die bibliographische Sammlung und Breslauers Handbibliothek, wird im März und Juni im New Yorker Rockefeller Center zugunsten verschiedener Stiftungen versteigert.

Die Höhepunkte der Auktionsstaffel sind nun, vom 17. bis 18. Februar, in der Berliner Staatsbibliothek zu sehen. Darunter der monumentale von Henry van de Velde gestaltete Ausstellungskatalog der Exhibition of Bookbindings im Burlington Fine Arts Club aus dem Jahre 1891 (Schätzwert: $50,000-70,000). Nicht nur die Burlingtoner Ausstellung war, als weltweit erste grossangelegte Schau historischer Buchbindungen, ein Meilenstein in der Geschichte der Buchkunst, sondern auch das Katalogwerk selbst. Der mit einem Art Nouveau Mosaik ausgestaltete Einband van de Veldes gilt mit Recht als die erste Kunstbuchbindung der Moderne.

Von Johann Wolfgang von Goethe kommt der äusserst seltene und auf $10,000-15,000 taxierte Katalog der autographischen Sammlung des Dichters zur Ausstellung und späteren Auktion. Goethe war einer der ersten Sammler litarischer, musikalischer und historischer Manuskripte, welche in diesem von ihm signierten und in Weimar am 20. Dezember 1811 datierten Katalogwerk verzeichnet sind.

Aus Berlin stammt einer der frühesten erhaltenen Auktionskataloge, datiert auf den 25. September 1708. Der von dem Berliner Versteigerer Lohmeier herausgegebene Katalog zur der Auktion mathematischer und medizinhistorischer Bücher wird zu einer Taxe von $2,000-3,000 angeboten.

Weitere Höhepunkte der rund 60 in Berlin gezeigten Buchwerke sind Philobiblon (1473), die erste Monographie zur Bibliophilie von Richard de Bury, dem Bischhof von Durham (Schätzwert: $120,000-160,000), und das sogenannte Liber de Scriptoribus Ecclesiasticis von Johannes Trithemius. Die im spätmittelalterlichen Basel 1494 publizierte Abhandlung zu den Schriften kirchlicher Gelehrter ist die erste Ausgabe der weltweit ersten gedruckten Bibliographie und wird geschätzt auf $20,000-30,000.

AUSSTELLUNG:
Höhepunkte der Auktion Bibliotheca Bibliographica Breslaueriana

Staatsbibliothek zu Berlin Preussischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Strasse, Potsdamerstr. 33, Berlin Tiergarten

Donnerstag und Freitag, 17. und 18. Februar, 10.00 bis 17.00 Uhr