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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Erster Spatenstich für zentralen Lesesaal

36 Meter in die Höhe, 30 Meter in die Breite und 35 Meter in die Länge wird der neue zentrale Lesesaal der Staatsbibliothek zu Berlin am Standort Unter den Linden wachsen. Den Baubeginn markiert der heutige erste Spatenstich. 2008 geht der Lesesaal in Betrieb, ausgestattet mit 250 Leserplätzen und einer Kapazität von knapp 300.000 Bänden Freihandbestand.

Dann wird das im Innenhof des Gebäudes als Lichtkubus ausgeführte Bauwerk nach Plänen des Architekten HG Merz weithin strahlen und so einen neuen städtebaulichen Akzent in der historischen Mitte Berlins setzen. Im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz betreut das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die Errichtung des Neubaus und die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des historischen Gebäudes. Mit einem Bauvolumen vergleichbar dem des Reichstags ist es die größte Kultur-Baustelle Berlins.

In dem rund 7.000 qm großen Innenhof des Gebäudes führten heute der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Florian Mausbach, und die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf den ersten Spatenstich für den neuen Lesesaal aus.

Der heutige Spatenstich ist eine weitere Etappe in der vor 13 Jahren begonnenen Instandsetzung des Gebäudes der ehemals Königlichen Bibliothek von Preußen, später Preußische Staatsbibliothek, seit 1992 Staatsbibliothek zu Berlin. Mit Neubau und Generalsanierung erhält das Gebäude Unter den Linden seine volle Funktionsfähigkeit als Bibliothek. Bisher wurden unter  anderem die historischen Räume der Generaldirektion rekonstruiert (1993/94), rund 4.200 qm Hauptdachflächen (1995) und die Fundamente des gesamten Gebäudes (2001) saniert.

Im Jahr 2000 setzte sich das Architekturbüro HG Merz als Sieger des internationalen Architekturwettbewerbs zur Ergänzung des Gebäudes mit einem zentralen Lesesaal und weiteren Neubauten durch. Bis Ende 2003 wurden die in den 80er Jahren errichteten, jedoch in ihrer Baukonstruktion verfehlten Magazintürme im Inneren der Staatsbibliothek abgerissen. Auf der frei geräumten Fläche kann nun der neue Lesesaal, das funktionale Herzstück des Gebäudes, aufgebaut werden.

Der Neubau umfasst neben dem zentralen Lesesaal und dem angrenzenden Freihandmagazin auch einen Lesesaal für seltene Drucke, Tresormagazine für die kostbarsten Bestände der Staatsbibliothek sowie einen Museums- und Ausstellungsbereich. Die Kapazität an Leserplätzen steigt am gesamten Standort Unter den Linden auf 500. Der zentrale Lesesaal wird als weithin strahlender Lichtkubus an der Stelle des im Krieg beschädigten, später abgerissenen Kuppellesesaals stehen. Er wird den Höhepunkt einer eindrucksvollen Raumfolge bilden, die vom Brunnenhof - einem Gartendenkmal - über den Treppenaufgang und das Vestibül reicht.

Parallel zum Neubau läuft die Generalsanierung des 1914 eingeweihten Gebäudes. Das Informationszentrum für das historische Buch wird mit neuester Technik und mit 50.000 Bänden Freihandbestand bestückt, die Lesesäle der Sonderabteilungen für Kartographica, Musikhandschriften- und -drucke, Handschriften und Nachlässe, Kinder- und Jugendliteratur sowie Zeitungen modernisiert, Magazine für 3 Millionen Bände über neun Etagen hinweg saniert und klimatisiert. Die Bereiche Bestandserhaltung und Buchrestaurierung werden neu untergebracht und ausgestattet, ganz im Sinne ihrer Aufgabe als nationales Kompetenzzentrum für Bestandserhaltung.

Die Kosten in Höhe von rund 326 Millionen Euro trägt, wie bei allen Bauinvestitionen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Bund. Er unterstreicht damit die Bedeutung der Staatsbibliothek, die Qualität ihrer Dienstleistungen für die nationale und internationale Forschungslandschaft sowie ihre besondere Rolle als Bewahrer herausragenden Kulturguts.

Mit ihren Beständen und ihrem Service für die wissenschaftliche Klientel ist der Standort Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin Teil der Bildungslandschaft im östlichen Zentrum der deutschen Hauptsstadt, welche von der Museumsinsel über die Humboldt-Universität bis zur Bibliothek reicht. Indem die Bibliothek in den nächsten Jahren ihre volle Funktionsfähigkeit gewinnt, wird der Standort Berlin für Wissenschaft und Kunst weiter gestärkt.