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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Max-Herrmann-Preis 2005 an Ekaterina Genieva

Die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. verleihen heute den Max-Herrmann-Preis 2005 an Frau Dr. Ekaterina Genieva.

Die Preisträgerin ist seit 1993 Generaldirektorin der Allrussischen Staatlichen Bibliothek für Ausländische Literatur Rudomino in Moskau. Sie hat sich herausragende Verdienste um den deutsch-russischen Dialog erworben, die Zusammenarbeit mit deutschen Bibliotheken — z. B. in der Informationstechnologie - maßgeblich gefördert und ist umsichtig für die europäische Kulturkooperation sowie für die Erhaltung und den Schutz von Bibliotheksgütern eingetreten. Ihr unermüdliches Bemühen zur Lösung der aus dem Zweiten Weltkrieg resultierenden Beutekunstproblematik ist beispielhaft.

Als Preis wird der Nachdruck eines wertvollen Buches aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin übergeben - die Psalmenübersetzung von Moses Mendelssohn, erschienen 1783 bei Nikolai.

ZUM MAX-HERRMANN-PREIS

Auf Initiative des bedeutenden Literatur- und Theaterwissenschaftler Max Herrmann (1865 — 1942) wurde 1923 das erste Theaterwissenschaftliche Institut Deutschlands an der Berliner Universität gegründet. Er war der erste Vorsitzende der Gesellschaft für Theatergeschichte, über 20 Jahre Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsche Literatur sowie viele Jahre Herausgeber mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften. Außerdem gründete er die Bibliothek deutscher Privat- und Manuskriptdrucke, die nach 40-jähriger Sammlung 1938 von der Preußischen Staatsbibliothek übernommen wurde.

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war der Wissenschaftler auch in der Staatsbibliothek zunehmenden Repressalien ausgesetzt. Zunächst durfte er den Lesesaal nicht mehr betreten, später die Bücher nur noch stehend einsehen. 1942 wurde Max Herrmann als jüdischer Bürger nach Theresienstadt deportiert, wo er im November desselben Jahres umkam.

Dieses bedrückende Erbe der Staatsbibliothek zu Berlin gab 1979 den Anlass, einen Max-Herrmann-Preis für Mitarbeiter zu stiften, die höchst engagiert ihrem Dienst für die Leserschaft nachgingen. Mit der deutschen Wiedervereinigung zunächst eingestellt, schrieben im Jahr 2000 die Freunde der Staatsbibliothek die Ehrung neu aus. Seitdem wird der Max-Herrmann-Preis für besondere Verdienste im Bibliothekswesen verliehen.
Die Preisträger waren seitdem die Historikerin Cécilie Lowenthal-Hensel (2000), der Bibliothekar und Wissenschaftler Prof. Dr. Paul Raabe (2001), der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Wolfgang Frühwald (2002) und der Verleger Prof. Dr. Klaus Gerhard Saur (2003).

Die festliche Preisverleihung findet heute um 19.00 Uhr im Otto-Braun-Saal
der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße in 10785 Berlin statt.
Die Laudatio wird Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, halten.