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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Drei Veranstaltungen zu Wiener und Berliner Kinderbüchern

Im Begleitprogramm der Ausstellung "Wien und Berlin: Zwei Metropolen im Spiegel des Kinder-buchs 1870 — 1945" lädt die Staatsbibliothek zu Berlin zu drei Abendveranstaltungen ein.

Am 5. Juni 2008 findet ein Gesprächsabend mit der österreichischen Illustratorin Lisbeth Zwerger und dem in Berlin lebenden Illustrator Aljoscha Blau statt. Die international bekannte und mit vielen Auszeichnungen geehrte Illustratorin Lisbeth Zwerger wurde in Wien geboren und studierte dort von 1971 bis 1974 an der Hochschule für angewandte Kunst. Sie illustrierte Märchen von Hans Christian Andersen, Jacob und Wilhelm Grimm, Wilhelm Hauff und E. T. A. Hoffmann sowie viele Klassiker der Kinderliteratur, darunter „Alice im Wunderland“, „Der kleine Häwelmann“ und „Der Zauberer von Oz“. Aljoscha Blau wurde in St. Petersburg geboren, kam 1990 nach Deutschland und lebt seit mehreren Jahren mit seiner Familie in Berlin. Der Künstler erhielt den Troisdorfer Bilderbuchpreis und wurde 2007 für sein Buch „Schwester“ (Text von Jon Fosse) mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch ausgezeichnet. Das Gespräch wird von der Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Carola Pohlmann, moderiert.

Am 12. Juni stellen die Herausgeber Dr. Susanne Blumesberger und Dr. Ernst Seibert (beide Wien) ihr neues Buch „Alex Wedding und die proletarische Kinder- und Jugendliteratur“ vor. Die 1905 in Salzburg als Margarete Bernheim geborene Autorin nannte sich nach den zentralen Treffpunkten der Arbeiterbewegung in Berlin „Alex Wedding“. 1928 heiratete sie den aus Prag stammenden Schriftsteller und Journalisten Franz Carl Weiskopf. 1931 erschien im Malik-Verlag ihr erstes Kinderbuch „Ede und Unku“, das die Geschichte der Freundschaft zwischen einem Berliner Arbeiterjungen und einer Sintiza erzählt. Das viel beachtete Buch gehört zu den Klassikern der proletarischen Kinderliteratur. In der Zeit des Nationalsozialismus emigrierte Alex Wedding mit ihrem Mann über Paris nach New York, kehrte gemeinsam mit ihm 1949 nach Prag zurück und begleitete F. C. Weiskopf als Gesandten der SR nach Washington, Stockholm und Peking. Seit 1953 lebte Alex Wedding in der DDR, wo sie zu den bekanntesten Kinderbuchautorinnen gehörte.Im Anschluss an die Buchpräsentation liest der Schauspieler Christoph Schobesberger aus dem Kinderbuch „Ede und Unku“, das 2005 im Verlag Neues Leben neu aufgelegt wurde.

Am 19. Juni hält der herausragende Kenner des Kinderbuchs der Moderne, Professor Friedrich C. Heller einen Vortrag unter dem Titel „Buchkunst für Kinder: Wiener Kinderbücher im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts“. Der Vortrag widmet sich einem weithin vergessenen Bereich der Wiener Kunst im frühen 20. Jahrhundert. Die aus England auf den europäischen Kontinent übergreifende Entstehung der modernen Buchkunst zum Ende des 19. Jahrhunderts zeigte in Wien eine besondere und bisher zu wenig beachtete Tendenz: hier wurde sie von Anfang an auch als künstlerische Arbeit für Kinder verstanden. Der Aufbruch in die Moderne, den die Kunstschulen in Wien mit jungen, ungemein talentierten Kräften in vielfältiger Weise in die Wege leiteten, schloss immer die „Kunst für Kinder“ ein. Aber auch die „Kunst der Kinder“ spielte in Wien eine besondere und faszinierende Rolle. Provoziert und gefördert durch die Kunsterziehungsbewegung und die Jugendschriftenbewegung trugen Wiener Verlage und Kunstschulen zu einer unvergleichlich reichen Kinderbuch-Produktion bei, die durch hohe Ansprüche an künstlerische Qualität charakterisiert ist.

Die Veranstaltungen finden jeweils um 18 Uhr im Simón-Bolívar-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin-Tiergarten statt. Der Eintritt ist frei.