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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Mehr Platz für Bücher, Zeitungen und Fotos — Grundstein für Speichermagazin der SPK in Berlin-Friedrichshagen gelegt

Am 2. September wurde in Anwesenheit von Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesbauministerium , der Grundstein für das Speichermagazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Berliner Stadtteil Friedrichshagen gelegt.

http://bauen.staatsbibliothek-berlin.de/de/presse/fotos.htmlDer Neubau, der in drei Abschnitten realisiert wird, begegnet dem langfristigen Magazinbedarf der Staatsbibliothek zu Berlin, des Ibero-Amerikanischen Instituts und der bpk — Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagt: „Dieses Magazin ist eine dringend notwendige Ergänzung für die anderen Standorte der Staatsbibliothek, des IAI und der bpk Bildagentur, deren Kapazitäten in absehbarer Zeit erschöpft sein werden. Mit dem Neubau stellen wir sicher, dass die Bestände der Stiftung in einer ihrer Bedeutung angemessenen Qualität für künftige Generationen bewahrt werden."

Ab 2011 werden im ersten Abschnitt des viergeschossigen Magazins, gebaut nach Plänen des Münchener Architekten Eberhard Wimmer, rund 22.000 qm Hauptnutzfläche zur Verfügung stehen. Davon sind ca. 17.000 qm reine Magazinflächen, die Platz für rund 6 Millionen Bände bieten. Die Kosten für den Bau des ersten Abschnitts des Speichermagazins sind mit rund 84,7 Mio. Euro veranschlagt. Abschnitt 2 und 3, geplant für 2035 bzw. 2060, werden Flächen und Speicherkapazität auf etwa doppeltes Maß erweitern.

Schon jetzt stehen allein in der Staatsbibliothek zu Berlin fast 3 Mio. Bände zum Umzug bereit. Dazu gehören die von der Deutschen Staatsbibliothek zwischen 1946 und 1989 erworbenen Bestände, ein Teil des Zeitungsbestandes und etwa 1,1 Millionen Zeitschriftenbände aus dem Haus Potsdamer Straße sowie weniger in der Benutzung nachgefragte Bestände, wodurch dort Platz für die neu erworbene, aktuelle Literatur geschaffen wird. Das Ibero-Amerikanische Institut wird bis 1974 erworbene Altbestände in Friedrichshagen lagern. Dazu zählen neben Bücher und Zeitschriften auch Mikrofilme, Fotos und Kunstwerke. Die bpk — Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte wird ihre wertvollen fotografischen Originalnegative und -prints in dem konservatorisch optimal gerüsteten Speichermagazin unterbringen.

Da es in Friedrichshagen keine öffentlich zugänglichen Benutzereinrichtungen oder Lesesäle geben wird, ist für den täglichen Transport der Bestände per LKW zur Bereitstellung in den zentralen Standorten der Einrichtungen gesorgt. Daneben können ausgewählte Texte und Zeitschriftenartikel gescannt und elektronisch zur Verfügung gestellt werden.

Zum Schutz der eingelagerten Kulturgüter wird das Magazin mit einer entsprechenden Klimaanlage ausgestattet sowie einem gesonderten, auf 2 Grad Celsius gekühlten Raum für Mikrofilme. Eine elektrisch betriebene Kompakt-Regalanlage wird für eine möglichst Platz sparende Unterbringung der Bände sorgen. Die Magazinräume erhalten eine UV-freie Beleuchtung ohne Tageslichteinfall, während die Arbeitsplätze der Sortierstellen sich um vier Lichthöfe gruppieren. Von dort aus werden die Bücher mittels einer Buchtransportanlage zur Ladestation für die LKW befördert.

Das Speichermagazin ist das erste Gebäude der so genannten „Speicherstadt Friedrichshagen“ der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Auf dem rund 123.000 qm großen bundeseigenen Gelände am Fürstenwalder Damm 388 entsteht künftig auch ein Neubau für Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen zu Berlin, der ebenfalls in Modulen errichtet wird. Der erste Bauabschnitt wird knapp ein Viertel der insgesamt benötigten 50 000 Quadratmeter Hauptnutzfläche abdecken. Er soll ab etwa dem Jahr 2015 zur Verfügung stehen und zwei drängende Probleme lösen: Aus dem Pergamonmuseum und dem Alten Museum müssen Objekte, insbesondere der Antikensammlung, ausgelagert werden, um die Gebäude auf ihre Grundinstandsetzung und Ergänzung vorzubereiten. Außerdem benötigt das Ethnologische Museum dringend Ersatzflächen für seinen nicht mehr funktionssicheren Depotbau in Dahlem. Neben den Depots werden in dem Neubau auch die zur Erforschung und Bewahrung der Objekte notwendigen Funktionsbereiche, wie Restaurierungswerkstätten und Arbeitsräume, vorhanden sein. Im zweiten Bauabschnitt werden weitere Depots und Werkstätten für die anderen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin entstehen.