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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Erster Teilabschnitt Unter den Linden ist übergeben

Vor wenigen Tagen übergab das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die ersten im Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin fertiggestellten Räumlichkeiten an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. In den nächsten Wochen werden die Räume – Tresormagazine, Magazine, Restaurierungswerkstätten und Büros – von den Bibliothekaren bezogen.

Hermann Parzinger, Präsident der SPK: „Nach der Einrichtung des neuen Digitalisierungszentrums der Bibliothek, das schon seit Herbst 2010 im Haus Unter den Linden arbeitet, ist der Bezug der neuen Räume ein wichtiger nächster Schritt. Und auch die Wiedereröffnung des neuen Allgemeinen Lesesaals, die wir 2012 feiern werden, ist nun in greifbarer Nähe.“

„Magazine, Werkstätten und Büros – das ist der erste Schritt. Wir alle freuen uns aber schon sehr auf den zweiten Schritt, die Eröffnung des Lesesaals, an dem dann auch die Öffentlichkeit teilhaben wird!“ ergänzt Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin.

Das 1914 eröffnete, im Zweiten Weltkrieg teilzerstörte Gebäude Unter den Linden 8 wird seit dem Jahr 2005 vollständig saniert und modernisiert sowie nach Plänen des Architekten HG Merz mit Neubauten ergänzt. Die Kosten für die Baumaßnahmen betragen rund 365 Mio. Euro. Der mit 170 x 107 Metern Ausdehnung größte historische Gebäudekomplex im Zentrum Berlins, begrenzt von den Straßen Unter den Linden, Charlottenstraße, Dorotheenstraße und Universitätsstraße, ist derzeit die größte Kulturbaustelle des Bundes.

Die Baumaßnahmen sind in zwei große Abschnitte aufgeteilt: Im ersten Bauabschnitt wird bis zum Jahr 2012 die nördliche Hälfte des Gebäudes saniert und modernisiert sowie mit Neubauten ergänzt. Mit dem bis Juni andauernden Einzug in den sanierten Altbau und in die Tresormagazine ist der erste Teil dieses Bauabschnitts vollendet. Im Frühjahr 2012 werden der als Glaskubus ausgeführte Allgemeine Lesesaal und der ebenfalls neu errichtete Rara-Lesesaal an die Bibliothek übergeben und einige Wochen später eröffnet.

Im zweiten Bauabschnitt, der an einem Gebäudeteil bereits beginnen konnte, wird die südliche Hälfte des Bibliotheksbaus saniert und modernisiert. Dabei entstehen auch ein vom Allgemeinen Lesesaal aus zugängliches Freihandmagazin, Lesesäle für die kostbaren Spezialbestände der Staatsbibliothek, Ausstellungsflächen sowie gastronomische Einrichtungen für die Bibliotheksnutzer. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2014 vorgesehen.

Die neu gewonnenen Räume

Die neu gebauten Tresormagazine, die den höchsten konservatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen, verteilen sich auf 3.000 Quadratmeter in zwei unterirdischen Geschossen. Sie sind mit Fahrregalanlagen zur erschütterungsfreien Bewegung der Bestände ausgestattet, mit einer Klimaanlage für konstante Umweltbedingungen von 18 Grad Celsius und 50 Prozent relativer Luftfeuchte sowie mit einer Gaslöschanlage als Teil des strikten Sicherheitsmanagements. Zunächst ziehen die Inkunabel-Sammlung (Frühdrucke von 1452 bis 1500) sowie die Sammlung besonders seltener und wertvoller Drucke (Rara-Sammlung, ab 1501) ein. Im Herbst folgen die kostbaren Musiksammlungen und große Teile der Kartensammlungen.

Auch die historischen Magazine in den sechs oberen Etagen des insgesamt 13-geschossigen Altbaus, die vollständig mit dem 1903 bis 1914 entstandenen, selbsttragenden Lipman-Regalsystem ausgestattet sind, wurden saniert und mit moderner technischer Infrastruktur ausgestattet. So sind auch diese Räume nun klimatisiert. In den kommenden zwei Monaten können zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 32.000 laufende Meter historischer Buchbestand der Bibliothek an nur einer Stelle zusammengeführt und sachgerecht magaziniert werden. Mit zeitgemäßer IT-Technik sind auch die Magazinarbeitsplätze ausgestattet, was die raschere Bereitstellung von Büchern unterstützen wird.

Übergeben wurden ebenfalls zehn mit modernster Technik ausgestattete Werkstatträume und Speziallabore. Dort werden sich die Restauratoren und Buchbinder der Erhaltung des kostbaren Bestandes der Staatsbibliothek widmen sowie Forschungsarbeiten für neue Techniken der Bestandserhaltung durchführen. Schließlich sind die ersten 25 neu eingerichteten Büros durch Mitarbeiter der Staatsbibliothek zu Berlin bezogen worden.