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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Themenjahr "1914. Aufbruch. Weltbruch"

Die Staatsbibliothek zu Berlin beteiligt sich an den Veranstaltungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor einhundert Jahren, diese zusammengefasst als Themenjahr "1914. Aufbruch.Weltbruch", mit drei großen Bausteinen:

  • 30./31. Januar 2014: zweitägige internationale Konferenz, Ausstellung und Aktionstage rund um die neue virtuelle Weltkriegssammlung Europeana Collections 1914-1918
  • 6. Juni -12. Oktober 2014: Gemeinschaftsausstellung mit der Kunstbibliothek im Kulturforum „Avantgarde!“
  • 4. August - 30. September 2014: Ausstellung im Bilderbuchmuseum Troisdorf/Bonn „Der Erste Weltkrieg im Kinderbuch“, zuvor Präsentation von Ausschnitten aus dieser Ausstellung vom 31. März bis 5. April 2014 in der Reihe Literatur im Foyer im Haus Potsdamer Straße

Pressebilder


Virtuelle Weltkriegssammlung Europeana Collections 1914-1918

http://www.europeana-collections-1914-1918.eu

Am 30./31. Januar 2014 ranken sich mehrere Veranstaltungen in der Staatsbibliothek zu Berlin um den Abschluss des europaweiten Projekts zur Erstellung der virtuellen Kriegs-Sammlung Europeana Collections 1914-1918.

Koordiniert von der Staatsbibliothek zu Berlin digitalisierten innerhalb von drei Jahren zehn Nationalbibliotheken und weitere Partner aus acht Ländern rund 400.000 Dokumente mit engem Bezug zum Ersten Weltkrieg und verknüpften sie zur virtuellen Sammlung Europeana Collections 1914-1918. Ab Ende Januar kann jede Institution und jede Person die Dokumente für wissenschaftliche, schulische, künstlerische, publizistische, private und andere Zwecke kostenfrei benutzen und auswerten. Kriegstagebücher, Zeitungsartikel, Plakate, Schützengrabenzeitungen, Briefe, Fotos, Ratgeber für den Alltag, Flugblätter und vieles mehr - Handgeschriebenes, Gedrucktes und Filme – geben ein weit gefächertes Bild von der damaligen Wahrnehmung und Bewertung des Krieges, diese aus den Perspektiven von Ländern und Völkern, die im Ersten Weltkrieg verbündet oder verfeindet waren.

Konferenz „Unlocking Sources – The First World War online & Europeana : Virtuelle Sammlungen für Forschung und Lehre

400.000 Dokumente – so viele davon noch unerforscht, gar unentdeckt! Sammlungen sichtbar zu machen und der Forschung zur Verfügung zu stellen, ist das vornehmste Ziel von Bibliotheken und Archiven. Eben deshalb ist die zweitägige Konferenz zum Umgang mit der neuen virtuellen Kriegs-Sammlung mit Unlocking Sources – The First World War online & Europeana betitelt.

Am 30./31. Januar 2014 diskutieren Vertreter aus Wissenschaft und Bildung, von Bibliotheken, Archiven und IT-Entwicklung sowie die interessierte Öffentlichkeit über geeignete Wege, Materialien zum Ersten Weltkrieg digital und vernetzt zugänglich zu machen. Im Fokus der Konferenz steht die Frage, mit welchen Instrumenten und Verfahren virtuelle Sammlungen wie die Europeana Collections 1914-1918 nutzbringend in Forschung, Lehre und Schule oder in die Arbeit von Museen und Medien eingebunden werden können.

Vollständiges Programm der Konferenz

30. Januar bis 8. Februar: Ausstellung „Unlocking Sources 1914-1918 – The Making Of“

Die Entstehung der virtuellen Weltkriegs-Sammlung wird mit der Ausstellung „Unlocking Sources 1914-1918 – The Making Of“ erzählt. Entlang der bedeutenden Kriegssammlung der Staatsbibliothek zu Berlin wird aufgezeigt, wie Dokumente digitalisiert und die elektronischen Abbilder weiterverarbeitet wurden, um einen leichten Zugang zu Tausenden noch unentdeckten Quellen zu bieten.
Ein Film zeigt die Geschichte des Weltkriegsschriftstellers Walter Flex, dessen Nachlass mit Briefen, Manuskripten, Fotos und persönlichen Dokumenten – darunter eine von einer Patronenkugel durchlöcherte Karte - in der Staatsbibliothek verwahrt wird.
Die Ausstellung schlägt den Bogen von dem sofort bei Kriegsbeginn in der Bibliothek einsetzenden massenhaften Sammeln aller kriegsrelevanten Publikationen – auch die der Feinde – bis hin zur Gegenwart, in der Bibliotheken aus ehemals verfeindeten Ländern gemeinsam mehrere hunderttausend Quellen ins Netz stellten.
Die Ausstellung verweist so auch auf die Wandlung der Aufgaben von Bibliotheken: Während sie weiterhin Originale sammeln, erschließen und bewahren, publizieren sie diese heute in großem Umfang ein zweites Mal, indem sie sie digitalisieren und online zugänglich machen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die transnational vernetzte Kulturplattform Europeana.
Ein Teil der Ausstellung richtet sich gezielt an Lernende: Die Objekte, die mit einer E-Learning-Website virtuell und mit Unterrichtsmaterialien verknüpft vorgestellt werden, können in der Ausstellung im Original betrachtet werden.

Collection Days: private Erinnerungsstücke digitalisieren und veröffentlichen lassen

Ebenfalls seit drei Jahren läuft quer durch Europa ein erfolgreiches Crowdsourcing-Projekt, das an den beiden Konferenztagen, am 30./31. Januar, zum zweiten Mal in der Staatsbibliothek zu Berlin stattfindet: In dem ständig wachsenden digitalen Archiv Europeana 1914-1918 befinden sich derzeit schon etwa 60.000 Abbildungen und 5.000 Beiträge zu privaten Erinnerungsstücken, die aufs Engste mit dem Ersten Weltkrieg verknüpft sind. Entweder digitalisieren die Eigentümer der Erinnerungsstücke diese selbst und laden sie in dem Archiv hoch, oder sie kommen zu einem der Collection Days, an denen Fachleute bei allen technischen Schritten behilflich sind.

Je mehr Berliner mit ihren Erinnerungsstücken in die Staatsbibliothek kommen, diese zur Verfügung stellen und kommentieren, umso weiter wächst dieses einzigartige Archiv der Europäer.

http://www.europeana1914-1918.eu/de


AVANTGARDE!

Die mit etwa 800 Exponaten sehr umfassende Ausstellung Avantgarde! der Kunstbibliothek wurde in enger Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin konzipiert. Etwa ein Viertel der Ausstellungsstücke kommen aus der Staatsbibliothek, neben zahlreichen Drucken vor allem Briefe aus dem Sturm-Archiv Herwarth Waldens.

Walden war der zentrale Berliner Galerist der Avantgarde, unter dem Titel Sturm führte er seine Kunstgalerie, veröffentlichte eine Zeitschrift und gab Kunstnachrichten heraus. Seit 1926 befindet sich der Nachlass Waldens, das Sturm-Archiv, in der Staatsbibliothek zu Berlin. Es umfasst etwa 6.000 Briefe, viele Ausgaben der Sturm-Bühne, -Hefte, -Ausstellungskataloge und viel weiteres Material.

In der Ausstellung AVANTGARDE! sind aus dem Sturm-Archiv neben Porträtpostkarten vor allem 45 Briefe u. a. von Wassily Kandinsky, August Macke, Franz Marc und anderen herausragenden Künstlern jener Zeit an Herwarth Walden zu sehen – zum ersten Mal hat das breite Publikum Gelegenheit, dieses Archiv kennenzulernen.


Gastausstellung „Der Erste Weltkrieg im Kinderbuch“ in Troisdorf/Bonn - Kleine Auswahl zuvor in Berlin

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem „Krieg im Kinderbuch“ ist gegenwärtig eines der zentralen Forschungsthemen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei ist die Propaganda aus der Zeit des Ersten Weltkriegs von ganz besonderem Interesse.

Die Staatsbibliothek zu Berlin zeigt im Gedenkjahr 1914-1918 im Bilderbuchmuseum Troisdorf (Rhein-Sieg-Kreis) knapp zwei Monate lang, vom 4. August bis zum 30. September 2014, eine Ausstellung, die in enger Kooperation mit dem Kinderbuchforscher Friedrich C. Heller entstand. Zu sehen sind etwa 150 Kinder- und Jugendbücher, Bilderbogen, Originalillustrationen, Dokumente und Spiele.

Mit der Ausstellung wird vor allem die ideologische Kriegsvorbereitung durch das Kinderbuch, die das Denken ganzer Generationen beeinflusst hat, herausgearbeitet. Zu sehen sind deshalb nicht allein Kinder- und Jugendbücher aus der unmittelbaren Kriegszeit, sondern auch Vorläufer mit militaristischen und chauvinistischen Darstellungen seit 1870 und die Fortsetzung von Kriegsverherrlichung und Nationalismus in Büchern der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Kapitel der Ausstellung ist dem Pazifismus im Kinderbuch gewidmet.

Die Ausstellung wird charakteristische Beispiele aus Deutschland und Österreich vorstellen, ergänzt durch Bücher aus Großbritannien, Frankreich, Russland und Italien. Damit zeigt sie einerseits die europäische Dimension der Kriegspropaganda, sie veranschaulicht andererseits die Spezifika in den einzelnen Ländern.

Für die Ausstellung kann aus dem reichen Schatz der Kinder- und Jugendbuchabteilung geschöpft werden. Seit über 60 Jahren trägt sie Publikationen für Kinder und Jugendliche zu einer wissenschaftlichen Spezialsammlung zusammen, dabei in großer Breite deutschsprachige Literatur und als Beispielsammlungen fremdsprachige Literatur. Ein besonderer Schwerpunkt der Sammlungen liegt auf gestalterischen Aspekten von Kinder- und Jugendbüchern. Aktuelle umfasst der Bestand 190.000 Bände, darunter sind auch laufende Zeitschriften und theoretische Werke.

Vom 3. März bis 5. April kann das Berliner Publikum während der üblichen Öffnungszeiten der Bibliothek eine kleine Auswahl aus dieser Ausstellung im Foyer des Hauses Potsdamer Straße 33 sehen.