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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Zuletzt in New York, demnächst in Berlin: Ausstellung „Last Folio“

Außergewöhnliche Kunstfotografien zeigen Spuren jüdischen Lebens in der Slowakei - Aufnahmen vermitteln historische und zugleich aktuelle Botschaft zum 70. Jahrestag des Kriegsendes


24. April bis 27. Juni 2015
montags bis freitags 9 - 21 Uhr
samstags 10 - 19 Uhr
freier Eintritt, Katalog (Kunstbuchverlag Prestel)

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin


Das Medienunternehmen Bertelsmann bringt die internationale Wanderausstellung "Last Folio - Spuren jüdischen Lebens in der Slowakei" erstmals nach Deutschland. Ab April werden im Haus Potsdamer Straße der Staatsbibliothek zu Berlin 33 Kunstfotografien des Fotografen Yuri Dojc zu sehen sein.

Von 1997 an reiste er zunächst allein und ab 2005 dann gemeinsam mit der Filmemacherin Katya Krausova mehrfach in die Slowakei, um mit Überlebenden des Holocaust zu sprechen und Zeugnisse historischer jüdischer Kultur in dem Land zu dokumentieren. Die in ihrer Authentizität, Ästhetik und Intensität einzigartigen Bilder zeigen verlassene und über Jahrzehnte nahezu unberührte jüdische Gebäude sowie zurückgelassene Bücher und Dokumente. Sie vermitteln eine Vorstellung von der zerstörten jüdischen Welt der Slowakei und mahnen damit 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen und die Erinnerung wach zu halten. Die Ausstellung "Last Folio" war bereits in mehreren Ländern - darunter die USA, Großbritannien, die Slowakei und Italien - sowie bei der Europäischen Kommission in Brüssel und zuletzt bei der UNO in New York zu sehen.

Unterstützt von Bertelsmann präsentieren die beiden Künstler ihre Arbeiten demnächst erstmals in Deutschland, in der Staatsbibliothek zu Berlin:

Die Ausstellung wird am 23. April feierlich eröffnet und vom 24. April bis zum 27. Juni 2015 im Foyer des Hauses Potsdamer Straße für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein.
Im Kunstbuchverlag Prestel der Verlagsgruppe Random House erscheint ein Begleitbuch in deutscher und englischer Sprache. Darin wird die Spurensuche von Yuri Dojc und Katya Krausova auf 128 Seiten anhand von Essays und 60 Farbabbildungen nachgezeichnet. Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, erklärte dazu: "Es ist uns Ehre und Anliegen zugleich, diese hochgelobte Ausstellung nach Deutschland zu holen. Die Botschaft der Bilder ist in Zeiten neuer Konflikte in Europa und wachsender religiöser Intoleranz hochaktuell." Die Aufnahmen Dojcs zeigen auch die generationen- und epochenübergreifende Kraft von Büchern. Rabe: "Es sind vor allem die Buch-Motive, die dem Betrachter verdeutlichen, was für immer verloren gegangen ist, aber nicht vergessen werden darf. Der Künstler vermittelt dies ohne moralisierenden Unterton oder großen geschichtspolitischen Gestus. Er zeigt die verfallenen Bücher stellvertretend für Menschen, die gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden und nie mehr zurückgekommen sind." Die Ausstellungseröffnung am 23. April falle bewusst mit dem Welttag des Buches zusammen.

Yuri Dojc und Katya Krausova wurden in der Tschechoslowakei geboren und verließen ihr Heimatland 1968 aus politischen Gründen. 2005 unternahmen sie die erste von vielen gemeinsamen Reisen in die Slowakei, wo sie Holocaust-Überlebende trafen, die nach oftmals jahrzehntelangem Schweigen ihre Geschichte erzählten. Die Künstler hielten diese Treffen fotografisch und filmisch fest. Und sie fanden erschütternde, zutiefst anrührende Spuren des einstigen jüdischen Lebens in der Ost-Slowakei: etwa in einer verlassenen, mit verstaubten Schriften und Büchern gefüllten Gemeindeschule oder in einer verfallenen Synagoge, in der die Zeit stehen geblieben war. Vieles lag noch dort, wie es 1942 zurückgelassen worden war, als die damaligen Bewohner bei Nacht und Nebel abtransportiert wurden. Die meisten Deportierten aus der Slowakei kamen später in Konzentrations- und Vernichtungslagern wie Auschwitz ums Leben.

Yuri Dojc lebt heute als international anerkannter Kunstfotograf in Kanada; seine Arbeit ist u.a. in den Sammlungen der National Gallery of Canada, der Kongressbibliothek in Washington und des Slowakischen Nationalmuseums vertreten.

Katya Krausova ging nach London, wo sie die Film- und Fernsehproduktionsfirma Portobello Pictures mitgründete, die 1997 für "Kolya" mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde.

"Last Folio" ist für beide Künstler zu einem Lebensthema geworden.


Ausstellung "Last Folio - Spuren jüdischen Lebens in der Slowakei"
Eröffnung: 23. April 2015
Dauer: 24. April bis 27. Juni 2015
Ort: Foyer des Hauses Potsdamer Straße / Kulturforum der Staatsbibliothek zu Berlin
Öffnungszeiten: montags bis freitags 9 - 21 Uhr, samstags von 10 - 19 Uhr
Eintritt frei

Publikation
Last Folio - A photographic memory / Ein fotografisches Gedächtnis Von Yuri Dojc und Katya Krausova, zweisprachige Ausgabe (eng./dt.)
128 Seiten mit 60 Farbabbildungen Leinen mit Schutzumschlag
29 x 31 cm € 39,95 [D] / € 41,10 [A], CHF 53,90 ISBN: 978-3-7913-8145-9
erscheint am 20. April 2015 im Prestel Verlag

Weitere Informationen, Video- und Bildmaterial
http://www.bertelsmann.de/news-und-media/specials/last-folio

Für Rückfragen
Bertelsmann SE & Co. KGaA
Andreas Grafemeyer
Leiter Medien- und Wirtschaftsinformation
Telefon 05241 - 80 24 66