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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Ausstellung "Last Folio" bis 27.6.

 

 


„Last Folio. Spuren jüdischen Lebens in der Slowakei“
Fotoausstellung von Yuri Dojc und Katya Krausova

im Foyer des Hauses Potsdamer Straße 33 / Kulturforum
Freitag, 24. April - Samstag, 27. Juni 2015
Mo-­Fr 9-21 Uhr, Sa 10-19 Uhr
Eintritt frei, Katalog dtsch./engl. 39,95 €

www.lastfolio.com


Im Beisein der Künstler und geladener Gäste aus Kultur, Gesellschaft und Medien wurde am Abend des 23. April 2015 die Wanderausstellung "Last Folio - Spuren jüdischen Lebens in der Slowakei" eröffnet. 33 großformatige Aufnahmen des Fotografen Yuri Dojc, der gemeinsam mit der Filmemacherin Katya Krausova über Jahre hinweg die vielleicht letzten Zeugnisse historischer jüdischer Kultur in der Slowakei aufgespürt und künstlerisch festgehalten hat, zeigen verlassene Gebäude, religiöse Artefakte und immer wieder Bücher, aus denen bis zu den Massendeportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager gelesen, gelehrt und gebetet wurde.

Thomas Rabe, der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann, erklärte: "Ich freue mich, dass Bertelsmann dabei helfen konnte, eine Ausstellung dieser Qualität und Bedeutung 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Berlin zu holen. Symbolträchtig ist auch, dass sie genau am Welttag des Buches eröffnet wird. Yuri Dojcs Bilder vermitteln einen unmittelbaren, intensiven Eindruck von dem, was zerstört wurde, aber auch vom kulturellen Reichtum der einst großen jüdischen Gemeinden in der Slowakei." Bertelsmann unterstützt die Ausstellung sowohl finanziell als auch inhaltlich mit der Veröffentlichung eines ausstellungsbegleitenden Buches im Kunstbuchverlag Prestel.

Die Generaldirektorin der Staatsbibliothek, Barbara Schneider-Kempf, betonte: "Der Staatsbibliothek zu Berlin ist die Aufbewahrung und Sicherung schriftlicher Zeugnisse des einst so vitalen deutschen, europäischen und weltweiten jüdischen Lebens ein besonderes Anliegen. Unsere Sammlungen jüdischen Schriftgutes werden immer weiter ausgebaut und mit hohem Einsatz erschlossen, gepflegt und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Umso mehr ist es uns eine Ehre, als erste Station in Deutschland mit dieser Ausstellung auf die Notwendigkeit eben dieser Aspekte der Überlieferung von Wissen und Kultur aufmerksam zu machen."

Für die Künstler hob der Fotograf Yuri Dojc hervor: "Meine Arbeit der vergangenen zwei Jahrzehnte fängt ein, was von einer Kultur und einem Volk übrig bleibt, das von der Ideologie eines früheren Berlin zerstört wurde. Für mich ist es deshalb auch eine Hommage an das 'neue Berlin' - und es bedeutet mir persönlich sehr viel, dieses Projekt jetzt in der Staatsbibliothek und in eben dieser Stadt zu präsentieren."

Über mehrere Jahre hinweg reisten Yuri Dojc und Katya Krausova, die 1968 aus der damaligen Tschechoslowakei emigriert waren, in ihre frühere Heimat, um Holocaust-Überlebende zu treffen und den Spuren der deportierten und später ermordeten Juden aus der Slowakei nachzugehen. Sie fanden dabei Orte, in denen die Zeit stehen geblieben ist und in denen bis vor kurzem noch alles noch genauso dort lag, wie 1942 zur Zeit der Deportationen. Yuri Dojc schuf auf diesen Reisen Fotografien von herausragender ästhetischer Qualität: Sie zeigen zum Beispiel verfallene Bücher und Dokumente, die quasi stellvertretend für die Menschen stehen, die nie mehr zurückkamen. Aus diesem Werk werden nun 33 ausgewählte Fotografien erstmals in Deutschland gezeigt. Sie vermitteln eine Vorstellung von der zerstörten jüdischen Welt der Slowakei und mahnen damit, Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen und die Erinnerung wach zu halten. Ein dokumentarischer Kurzfilm von Katya Krausova hält Schlüsselszenen der Begegnungen und Arbeit vor Ort fest.

"Last Folio" hat international bereits große Beachtung gefunden; die Ausstellung wurde bisher u.a. in den USA, Großbritannien, der Slowakei, Italien, Österreich, Lettland, bei der Europäischen Union in Brüssel und zuletzt bei den Vereinten Nationen in New York gezeigt. Im Anschluss an Berlin wird "Last Folio" nach Moskau weiterreisen.

Einen Film mit Impressionen von der Ausstellungseröffnung kann man sich auf den Webseiten von Bertelsmann ansehen.