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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Max-Herrmann-Preis 2002 an Wolfgang Frühwald

Der Max-Herrmann-Preis, von den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin gestiftetet, wird am 10. Mai 2002 zum dritten Mal vergeben. Mit ihm wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich um die Entwicklung und das Ansehen dieser Bibliothek oder um das Bibliothekswesen besondere Verdienste erworben hat. Der Tag der Verleihung erinnert an die Bücherverbrennung unweit der Preußischen Staatsbibliothek auf dem Opernplatz 1933.

Namensgeber des Preises ist der große deutsche Literatur- und Theaterwissenschaftler Max Herrmann (1865 - 1942). 1923 setzte er das Theaterwissenschaftliche Institut an der Berliner Universität durch. Er war Herausgeber sechs wissenschaftlicher Zeitschriften, der erste Vorsitzende der Gesellschaft für Theatergeschichte und zwanzig Jahre lang Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Literatur. Er gründete die Bibliothek deutscher Privat- und Manuskriptdrucke, eine einmalige Sammlung seltener Schriften, die nach vierzig Jahre Sammeltätigkeit 1938 Eigentum der Staatsbibliothek wurde. Max Herrmann wurde 1942 mit seiner Frau Helene nach Theresienstadt deportiert, wo er im November desselben Jahres starb. Seine Frau wurde in Auschwitz ermordet.

Als Preis wird der Nachdruck eines wertvollen Buches aus dem Bestand der Staatsbibliothek vergeben. Für die ersten Jahre der Preisvergabe wurde die Psalmenübersetzung Moses Mendelssohns ausgewählt, die kurz vor dessen Tod bei Nicolai erschien.

Jury des Max-Herrmann-Preises: Gabriele Beger, Direktorin der Berlin Stadtbibliothek, Professor Dr. Werner Knopp, ehem. Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Professor Dr. Dietger Pforte, Geschäftsführer der Stiftung Kulturfonds.

Der Preisträger

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Frühwald, ist ein hervorragender Literaturwissenschaftler, der es sich seit Jahrzehnten zur Aufgabe macht, die unterschiedlichen Wissenskulturen der Geistes- und Naturwissenschaften einander näher zu bringen. Vor allem ist ihm dies gelungen als Mitglied des Wissenschaftsrates der Bundesrepublik Deutschland (1982 bis 1987), als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1992 bis 1997) und als Chairman der Vereinigung der Europäischen Wissenschaftsorganisationen in den Jahren 1994 bis 1996. Der Preisträger hat als Mitglied der Arbeitsgruppe Bibliotheken des Wissenschaftsrates und als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft dazu  beigetragen, daß die Wissenschafts- und Kulturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland - sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene - mit den großen Problemen des Systems wissenschaftlicher Bibliotheken Auswahl, Speicherung und Digitalisierung konfrontiert worden ist. Zugleich haben seine Vorschläge zur Reform des Bibliothekswesens in der Fachwelt eine äußerst anregende Diskussion ausgelöst. Nach 1990 hat Wolfgang Frühwald dazu beigetragen, die Substanz wissenschaftlicher Bibliotheken in den neuen Ländern zu erhalten und das Bibliothekssystem in Deutschland zu vereinheitlichen.