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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Der „Große Deutsche Kolonialatlas“ von 1901 bis 15 als wertvolle Reprint-Ausgabe neu erschienen

Der „Große Deutsche Kolonialatlas“ von 1901 bis 15, der den Höhepunkt der deutschen Kolonialkartographie markierte und zudem als das umfangreichste und beste Kartenwerk zu den deutschen Kolonien gilt, ist jetzt als kostbare Reprint-Ausgabe im Archiv Verlag neu erschienen.

Die Neuauflage entstand in enger Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die das Original als Leihgabe zur Verfügung stellte. Das Vorwort hierzu verfasste der Leiter der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Wolfgang Crom. Der Kolonialatlas präsentiert auf prachtvollen amtlichen Kartenblättern — neben einer Weltkarte — sämtliche deutschen Schutzgebiete, von Kamerun und Togo in Westafrika über Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika bis hin zu der kleinen Kolonie Kiautschou in China, der weiträumigen pazifischen Inselwelt und dem Kaiser-Wilhelm-Land bzw. Deutsch-Neu-Guinea.

Der von der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes herausgegebene Atlas wurde von Max Moisel und Paul Sprigade bearbeitet und in der Zeit von 1901 bis 1915 in einzelnen, teilweise mehrfach überarbeiteten Lieferungen veröffentlicht. Während die meisten Karten, wie in der ursprünglichen Konzeption vorgesehen, im einheitlichen Maßstab 1 : 1.000.000 erstellt wurden, weichen das Blatt Togo und einige Nebenkarten von dieser Norm ab. Um die Fülle von Details wiedergeben zu können, die den Kartographen zur Verfügung standen, wurde der Maßstab 1 : 500.000 gewählt. Das beeindruckende Kartenmaterial wird ergänzt durch ein umfangreiches Register, eine Einleitung zur Kolonialkartographie und ein Vorwort zur Neuauflage. Eine praktische Messingverschraubung ermöglicht die einzelne Entnahme der 39 großformatigen Kartenblätter, von denen 34 ausklappbar sind. Die insgesamt 58 Blätter der auf 750 Exemplare limitierten Sammlerausgabe sind nach traditioneller Buchbinderkunst aufwendig von Hand gebunden. Dieses faszinierende Kartenwerk im Format 37,8 x 55,5 cm ist als Reprint-Ausgabe, mit stilvoller Goldprägung veredelt, für 278 € nur direkt beim Archiv Verlag zu erhalten.

Der von Paul Sprigade (1863 — 1928) und Max Moisel (1869 — 1920), ab 1899 Leiter des Kolonialkartographischen Instituts der Kolonialabteilung, mit größter Sorgfalt und Genauigkeit konzipierte Kolonialatlas bietet neben den topographischen Gegebenheiten, den größeren und kleineren Ortschaften, den Militärposten der Schutztruppe, den Hauptwegen sowie den Bahnhöfen und Eisenbahnlinien auch zahlreiche kleine Details wie regelmäßig verkehrende Dampflinien, Telegrafen-, Post- und Missionsstationen oder so genannte erkundete Wege. Die Reprint-Ausgabe wurde durch Karten Deutsch-Südwestafrikas ergänzt, die zwar nicht in der Originalversion enthalten waren, aber ebenfalls von Moisel und Sprigade bearbeitet wurden. Die hinzugefügten Karten im Maßstab 1 : 2.000.000 bzw. 5.000.000 behandeln die Themen Eisenbahn, Wirtschaft und Landschaft.

Da für die Vermessung Deutsch-Südwestafrikas, das zunächst vom Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz erworben und dann 1884 vom Deutschen Reich unter seinen „Schutz“ gestellt worden war, nicht das Kolonialkartographische Institut, sondern der Preußische Generalstab verantwortlich war, lag bis zum kriegsbedingt vorzeitigen Ende des Atlasprojekts noch keine Karte dieser Kolonie vor. Gerade die Geschichte dieses Territoriums ist indes besonders interessant, da es zwischen 1904 und 1907 Schauplatz des blutigen Herero- und Namakrieges — des „ersten Krieges des Deutschen Kaiserreichs“ — war und als einziges deutsches Schutzgebiet in nennenswerter Zahl Auswanderer aus dem Mutterland aufgenommen hat. Während für das kleine Togo zwei Kartenblätter ausreichten, um sämtliche geographischen Details wiederzugeben, präsentiert sich das 1911 durch die französische Abtretung Neu-Kameruns wesentlich vergrößerte Kamerun auf zehn zwischen 1901 und 1915 entstandenen Plänen.

Das 1885 von Carl Peters erworbene Deutsch-Ostafrika, mit fast 1.000.000 qkm die größte deutsche Kolonie, ist auf neun verschiedenen Karten dargestellt, die u.a. so klangvolle Bezeichnungen tragen wie Bismarckburg oder Kilimandscharo. Anders als die ehemalige deutsche Präsenz in Afrika ist die Geschichte der Territorien in Asien und Ozeanien heute kaum noch im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankert. Wem etwa ist bekannt, dass das Wilhelminische Kaiserreich mit Kiautschou einen Stützpunkt in Ostasien unterhielt, der, nur einige 100 Kilometer von Peking entfernt, als Tor zum Reich der Mitte diente. Die Ermordung zweier Missionare war zum Vorwand genommen worden, 1897 militärisch zu intervenieren und 1898 einen Pachtvertrag über den Erwerb der Kolonie für 99 Jahre zu erzwingen. Auf demselben Kartenblatt wie der Stützpunkt in China sind auch die Samoa-Inseln verzeichnet, die 1899 nach längerem Streit mit den USA geteilt worden waren. Die Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten um die Südseeinseln und die Konkurrenz im pazifischen Raum sowie im Welthandel leitete eine Abkühlung im traditionell guten Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika ein.

Weitere Karten zeigen die 1884/85 erworbenen Territorien Kaiser-Wilhelm-Land (Nord-Neuguinea), die davor gelegene Inselgruppe des Bismarck-Archipels und die Marshall-Inseln. Die 1899 von Spanien angekauften Karolinen und Marianen sind ebenfalls wiedergegeben.


Der „Große Deutsche Kolonialatlas“ ist nur direkt über den Archiv Verlag GmbH, Kocherstraße 2, Postfach 8020, 38130 Braunschweig für 278 € zzgl. 3,10 € Versandkosten unverbindlich für 14 Tage zur Ansicht zu bestellen.

Der Kundendienst ist per Telefon (05 31) 12 22 - 111, per Fax (05 31) 12 22 - 198 oder unter der E-Mail-Adresse kundendienst@archiv-verlag.de erreichbar.