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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Ausstellung „Jüdisches Kinderleben im Spiegel jüdischer Kinderbücher“ jetzt auch in Berlin zu Gast

Mit rund 250 Fibeln, Kinderkalendern, Erzählungen und religiösen Schriften - erschienen in Deutschland zwischen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und dem Jahr 1938 - gibt dem nächst eine Ausstellung des Seminars für Jüdische Studien der Universität Oldenburg, der Universitätsbibliothek Oldenburg sowie des Kindheitsmuseums Marburg einen breiten Einblick in die Bildung und Erziehung jüdischer Heranwachsender in der Zeit der Aufklärung bis zu deren offener Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung in Europa.

 

Die unter dem Titel „Jüdisches Kinderleben im Spiegel jüdischer Kinderbücher“ gezeigten Exponate vermögen auch noch heute breite Kenntnisse über das Judentum, die jüdische Religion, die Geschichte des israelischen Volkes, das jüdische Brauchtum und dessen Wurzeln zu vermitteln sowie die Besonderheiten der jüdischen Kultur und Lebenswelt verständlich zu machen.

Die Ausstellung war seit ihrer ersten Präsentation 1998 bereits in Montreal, Saloniki und Frankfurt am Main zu sehen. Sie basiert auf der wertvollen Sammlung jüdischer Kinderbücher der Pädagogik-Professorin Helge-Ulrike Hyams und wird ergänzt durch Bestände der Universitätsbibliothek Oldenburg, der Staatsbibliothek zu Berlin und Leihgaben zahlreicher anderer Bibliotheken. Zu den wertvollsten Stücken gehören die „Haggadah shel Pessach“ aus dem Jahre 1667, das „Neue ABC-Buch“ aus dem Jahre 1702 und David Friedländers berühmtes „Lesebuch für jüdische Kinder“, das 1779 in Berlin erschienen ist.

In dreizehn Abschnitten werden die Kinderbücher aus unterschiedlichen thematischen Bereichen, darunter Sachbücher, Biographien und Märchenbücher vorgestellt. Im Märchen „Der Pessachknödel“ aus dem von Ilse Herlinger verfassten und 1928 veröffentlichten Sammelband „Jüdische Kindermärchen“ wird beispielsweise von Malvi, einem selbstsüchtigen Mädchen erzählt, das, weil es zum Pessach-Fest den größten Knödel fordert, auf eine seltsame Reise geschickt wird. Malvi trifft auf dieser Reise ihr Ebenbild und wird sich ihrer persönlichen Unzulänglichkeiten bewusst. Gewandelt kehrt sie nach Hause zurück.

Die Ausstellung vermittelt einen Einblick in die durch Religion und Tradition geprägte jüdische Kultur in Deutschland und eröffnet die Möglichkeit, die mit dem nationalsozialistischen Terror gegen die Juden zerstörte jüdische Geschichte wiederzuentdecken.

Der Katalog zur Ausstellung besteht aus zwei Bänden. Der erste Teil enthält wissenschaftliche Beiträge von 24 Autorinnen und Autoren, die jüdische Kindheit und jüdische Kinderbücher in verschiedenen Epochen untersuchen. Den zweiten Teil bildet eine annotierte Bibliographie der Exponate.
Die bibliographischen Informationen und ausführlichen Beschreibungen zu den Büchern werden durch reiches Bildmaterial ergänzt.
Der Katalog kostet in der Ausstellung 30,- Euro.

 

 


Unter der Schirmherrschaft von Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland:

„Jüdisches Kinderleben im Spiegel jüdischer Kinderbücher“
Ausstellung der Universitätsbibliothek Oldenburg und des Kindheitsmuseums Marburg in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin

15. November 2002 bis 11. Januar 2003
Vestibül, Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin-Mitte