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Pressemitteilungen | Neuigkeiten

Inge Jens

Max-Herrmann-Preis 2010 an Inge Jens

 

In diesem Jahr erhält die Editorin und Schriftstellerin Inge Jens die wichtigste Auszeich­nung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird. Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. mindestens alle zwei Jahre den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat.

Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen die Historikerin und Gründerin der Mendelssohn-Gesellschaft, Cécilie Lowenthal-Hensel, der langjährige Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, sowie der Schriftsteller Günter de Bruyn.

Inge Jens wurde bereits 1960 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt als Editorin der Briefe von Thomas Mann an Ernst Bertram. Durch sorgfältige Recherche in Bibliotheken und Archiven gelang es ihr, die notwendigen Hintergründe zum genauen Verständnis der Briefe zu entschlüsseln. Die kommentierende Begleitung der Briefe besticht nicht nur durch Genauigkeit und Sachkenntnis, sondern auch durch stilistische Eleganz. Mit analytischem Verstand und Zuneigung zu ihrem Forschungsgegenstand bringt Inge Jens Schätze aus den in den Sammlungen bewahrten Büchern und Manuskripten, Zeitungen und Tondokumenten ans Tageslicht. Nachzulesen und zu bestaunen in den Editionen der Tagebücher von Thomas Mann, den Briefen und Aufzeichnungen der Geschwister Scholl und den Tagebüchern des Komponisten Ralph Benatzky.

Der Preis ist nach dem bedeutenden Literaturwissenschaftler Max Hermann benannt, der 1923 an der Humboldt-Universität zu Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gründete. Bereits 1933 wurde der brillante Forscher zwangsemeritiert. In der Staatsbibliothek durfte er keine Bücher mehr ausleihen, durfte diese lediglich — über siebzigjährig — am Stehpult einsehen. Im Jahr 1942 wurde er im KZ Theresienstadt ermordet. Im Gedenken an Max Herrmann wird der Preis in der Regel am 10. Mai vergeben, jenem Tag, an dem im Jahr 1933 in unmittelbarer Nähe der Staatsbibliothek öffentlich Bücher verbrannt wurden.