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Ostasien

Der erste gedruckte Katalog der Bestände der Vorgängerinstitution der Staatsbibliothek zu Berlin wurde von Probst Andreas Müller angefertigt und verzeichnet die kleine Sammlung von 24 chinesischen Titeln der Bibliothek. Als einzelnes Blatt war er Müllers Abhandlung über die Frage der Sonnenfinsternis beim Tode Christi angehängt. Der „Andere Theil“ dieses Katalogs erschien 1683, enthielt zwar nur 5 Titel, dafür aber ein ausführliches Inhaltsverzeichnis des chinesischen Geschichtswerks Zizhi tongjian 資治通鋻.
Weitere historische Kataloge stammen von Klaproth und Schott, die wiederum auch nur eine Auswahl des tatsächlichen Bestandes verzeichneten, Klaproth zudem ohne Signaturen.
Zeitlich noch nach dem Schott’schen Katalog datiert der älteste handschriftliche Bandkatalog der Ostasienabteilung. Er wurde 1847 begonnen, bis ca. 1913 geführt und verzeichnet sämtliche Libri sinici Signaturen (Libri sin.1 bis 1603). Hieran schliessen sich die Signaturen Libri sin. N.S. (Neue Sammlung) an. Die Signatur Libri sin. N.S. 2049 wurde für einen Titel aus dem Akzessionsjahr 1939 vergeben.
In der DDR wurden die Libri sin. N.S. Signaturen fortgeführt, z.T. direkt anschließend (Libri sin. N.S. 2050 bis 2417), z.T. neu bei 10.000 ansetzend (Libri sin. 10.001 bis 12.639), wobei unter 12.500 bis 12639 laufende Zeitschriften verzeichnet sind. Mit Ausnahme der Zeitschriftensignaturen sind die Libri sin. und Libri sin. N.S. Signaturen für Nutzer im Alten Haus-1-Katalog nachgewiesen (s.o.).
In der BRD wurden die Libri sin. N.S. Signaturen anfangs bei Libri sin. N.S. 9000 fortgesetzt, nach nur 20 Nummern jedoch auf reine Nummernsignaturen umgestellt. Diese sind im Alphabethischen Titel- und Verfasserkatalog und sukzessive auch im OA-OPAC nachgewiesen. Für Altbestandssegemente, die bislang noch nicht katalogisiert worden sind, wie z.B. die Bibliothek Otto Franke, wird die Signatur Libri sin. N.S. im 9000er Bereich fortgeschrieben. Diese Titel sind nur im OA-OPAC nachgewiesen.
Die historischen gedruckten Kataloge, sowie die handschriftlichen Bandkataloge des Altbestands der Ostasienabteilung sind digitalisiert und unten verlinkt.
Diese Liste wird noch um zwei weitere historische Bandkataloge bzw. Bibliotheksnachweise des chinesischen und mandschurischen Bestands ergänzt. Zum Einen das „Verzeichniss chinesischer Manuskripte und Druckwerke aus der Bibliothek des Dr. Friedrich Hirth“, die 1890 von der Preußischen Staatsbibliothek erworben wurde, zum Anderen der Katalog der „Pekinger Sammlung“ von 1911. Die in diesen Bandkatalogen verzeichneten Titel sind jedoch nur noch z.T. in Berlin erhalten.
Teile der Libri sin., der Libri sin. N.S., der Hirth’schen Bibliothek sowie der „Pekinger Sammlung“ befinden sich heute in der Biblioteka Jagiellońska in Krakau, Polen. Die historischen, ostasiatischen Bestände in Berlin und in Krakau wurden weitgehend in den Projekten SSG 6,25 digital und Berlin-Krakau digitalisiert. Weitere Titel können zur Digitalisierung als CrossAsia DoD vorgeschlagen werden.

Müller, Andreas: Catalogus Librorum Sinicorum Bibliothecae Electoralis Brandenburgicae (Exemplar der UFB Erfurt/Gotha).

Müller, Andreas: Anderer Theil Des Catalogi der Sinesischen Bücher / Bey der Churfürstl. Brandenburgischen Bibliothec, Zu Cölln an der Spree Anno 1683 / Auff Churfürstl. gnädigstem Special-Befehl in unterthänigsten Gehorsam Von Andrea Müllero Greiffenhagio. Churfürstl. Consitorial-Rahte und Probsten in Berlin auffgesetzt.

Klaproth, Heinrich Julius: Verzeichniss [Verzeichnis] der chinesischen und mandshuischen Bücher und Handschriften der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Paris 1822.

Schott, Wilhelm: Verzeichniss der chinesischen und mandschu-tungusischen Bücher und Handschriften der Königlichen Bibliothek zu Berlin: Eine Fortsetzung des im Jahre 1822 erschienenen Klaproth'schen Verzeichnisses. Berlin 1840.

Codices manuscripti et Libri Sinici = Alte Sammlung (1847-1913; enthält die Signaturen Libri sin. 1 bis Libri sin. 1603; nur Titel mit einem roten Haken sind in Berlin vorhanden; in der linken Kolumne wurden Verweise auf Einträge in den Katalogen Klaproth (K) und Schott (Sch) notiert).

Verzeichniss chinesischer Manuskripte und Druckwerke aus der Bibliothek des Dr. Friedrich Hirth / Friedrich Hirth.

Katalog der Pekinger Sammlung (angefertigt 1911) / Hermann Hülle.

Libri sinici. Neue Sammlung (begonnen 1913)  / [geführt von Hermann Hülle] (1913 bis ca. 1933; enthält die Signaturen Libri sin. N.S. 1 bis Libri sin. N.S. 1650; Titel mit rotem Haken sind in Berlin vorhanden, solche mit „K“ in Krakau, Biblioteka Jagiellońska, der Verbleib von Titeln ohne Vermerk ist ungeklärt).

Libri sinici. Neue Sammlung (1932 ff.) / [geführt von Hermann Hülle u.a.] (Enthält die Signaturen Libri sin. N.S. 1651-2049 (Bestand bis ca. 1940; Titel mit rotem Haken sind in Berlin vorhanden), 2050-2417 (Bestand Deutsche Staatsbibliothek der DDR, Berlin, 1951 bis ca. 1962).

Fuchs, Walter: Chinesische und Mandjurische Handschriften und seltene Drucke. Nebst einer Standortliste der sonstigen Mandjurica. Reihe: VOHD, Bd. 12,1. Wiesbaden 1966. (enth. u.a. Bestand der Staatsbibliothek Berlin).

Kraft, Eva: Japanische Handschriften und traditionelle Drucke aus der Zeit vor 1868 im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Wiesbaden 1982.

Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Zeitschriftenkatalog der Ostasienabteilung. Bd. 1-4. Berlin 1978-1983.

Krempien, Reiner: Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Katalog der Ostasienabteilung. Hrsg. von . Bd. 1-19. Osnabrück 1983-1986.

Walravens, Hartmut (Bearb.): Libri Sinici. Neue Sammlung 1913–1945. Ein Bestandskatalog der Staatsbibliothek zu Berlin Preussischer Kulturbesitz. Reihe: VOHD, Bd. 12,6: Chinesische und manjurische Handschriften und seltene Drucke. Stuttgart 2009.

Unschuld, Paul Ulrich und Zheng Jinshen: Chinese Traditional Healing: The Berlin Collections of Manuscript Volumes from the 16th through the Early 20th Century. Sir Henry Wellcome Asian Series, Vol. 10. 3 Bde. Leiden 2012.