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Handschriften

Der Nachlass von Ludwig Tieck ( 1773-1853)

Ludwig Tieck - der Dichter der Romantik

wurde am 31. Mai 1773 in Berlin geboren. Er wuchs mit seinen jüngeren Geschwistern Friedrich und Sophie auf, die später als Bildhauer bzw. Schriftstellerin ebenfalls bekannt wurden. Tieck besuchte das Friedrich-Werdersche Gymnasium, wo er sich Wilhelm Heinrich Wackenroder anschloss, der später Schriftsteller und Mitbegründer der deutschen Romantik war. Zum Studium zog es ihn nach Halle(1792), Göttingen (1792/1793, 1793/1794) und Erlangen (1793, dort zusammen mit Wackenroder).Er studierte Geschichte, Philologie, alte und neue Literatur. Während seines Studiums reiste er viel und schrieb dazu Reiseberichte, die später sehr bekannt wurden. 1794 brach Tieck sein Studium ab und kehrte nach Berlin zurück. Dort veröffentlichte er Prosastücke mit seiner Schwester Sophie, die die Aufklärung zum Thema hatten. Er begann, Romane zu schreiben, 1795 erschien sein erster Roman: „ Peter Lebrecht, eine Geschichte ohne Abenteuerlichkeiten“, im selben Jahr auch der bekannte Roman „William Lovell“. 1798 heiratete er und zog nach Jena. Er befreundete sich mit Friedrich Schlegel und trat ebenso mit zahlreichen anderen Dichtern, Philosophen und Künstler aller Art in freundschaftliche Beziehung. Er lernte auch Goethe und Schiller kennen. 1801 wohnte Tieck in dem Dorf Ziebingen und teilweise auch in Berlin. Er veröffentlichte in dieser Zeit zahlreiche Romane und Dichtungen, in der er sich vollkommen der romantischen Weltanschauung hingab. Vor allem Märchen und Erzählungen aus dieser Zeit, wie „Der getreue Eckart“, sind bis zur gegenwärtigen Zeit bekannt. 1819 zog er nach Dresden, wo er Dramaturg des Hoftheaters wurde. In dieser Zeit übersetzte er zahlreiche Schriften bekannter Literaten, wie etwa von Shakespeare. 1841 wurde er von Friedrich Wilhelm IV. wieder nach Berlin gerufen, wo er am 28. April 1853 starb.

Der Nachlaß mit 42 Kästen bezieht sich auf die Zeit von 1789 bis 1853.  Hauptsächlich enthält er essayistische, kritische, handschriftliche Aufzeichnungen, sowie Jugendschriften, auch ein unvollendetes Buch von Tieck über Shakespeare; dazu gehört ein 455 Blätter umfassendes englisches Wortregister zu Shakespeare. Desweiteren enthält er literaturhistorische Aufzeichnungen, Übersetzungen sowie Bearbeitungen, zum Beispiel die Nibelungenbearbeitung, die als Abschrift vorliegt. 

Korrespondenzen sind immer besonders interessant , hier gibt es Briefe von verschiedenen Verlegern, Tiecks Geschwistern Friedrich und Sophie, den Brüdern Humboldt, Brentano, Mendelssohn Bartholdy, Willibald Alexis, Bettina von Arnim. Die Orte der Aufzeichnungen, Entwürfe und Gedichte sind München, Zieblingen, Halle, Berlin, Dresden, Göttingen, London und Rom

Im Nachlass von Ludwig Tieck sind Kryptonachlässe unter anderem von Heinrich von Kleist (Originalmanuskript „Der zerbrochene Krug“, Fragmente, Abschrift von Novalis, vermischte Schriften), Sophie Tieck, August W. Schlegel und Christian D. Grabbe (enthält drei Trauerspiele), sowie ein Reisetagebuch von Wilhelm von Burgsdorff, der eine gemeinsame Reise nach London mit Tieck unternahm.

Der Nachlass von Tieck ging zuerst an seinen letzten Mitarbeiter Rudolf Köpke über, der ein Bestandverzeichnis anfertigte und es der Königliche Bibliothek Berlin vermachte (1871). 1931/33 hat die Staatsbibliothek weitere Nachlassteile von Familie Bernhardi erhalten, seit 1945 wurden zusätzliche Aufzeichnungen von Tieck dazu erworben. 1975 erwarb die Staatsbibliothek weitere Briefe von Tieck. Weitere Teile des Nachlasses von Ludwig Tieck befinden sich im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main und  der SLUB Dresden Der Nachlaß wird durch die Datenbank Kalliope erschlossen