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Historische Drucke

Einblattdrucke und Flugblätter | Zweiter Weltkrieg

Die Sammlung der Feindflugblätter aus dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) bildet mit ca. 32.000 Blatt den größten Teilbestand innerhalb der Flugblattsammlung des 20. Jahrhunderts der Staatsbibliothek. Die ersten Flugblätter und Propagandaschriften wurden bereits 1939 in die Staatsbibliothek eingeliefert. Dennoch blieb die Sammlung zunächst sehr klein. Entscheidend erweitert wurde die Sammlung zunächst ab den 1970er Jahren, als die Staatsbibliothek einen Großteil der Sammlung von Dr. Klaus Kirchner übernahm. Im Jahr 2018 folgte die Erwerbung der Kriegsflugblattsammlung von Jacques Engels. 

Das Feindflugblatt wurde im Zweiten Weltkrieg von allen Nationen, ihren Kriegsministerien und Geheimdiensten, als Propagandamittel eingesetzt. Die Propaganda hatte vor allem die Beeinflussung, Verunsicherung und Demoralisierung des Kriegsgegners zum Ziel. Zu diesem Zweck wurden die Flugblätter aus Flugblattballons oder -granaten in den vom Feind besetzten Gebieten und hinter den Fronten abgeworfen. Neben Texten umfassten die Flugblätter Karikaturen, Fotomontagen, aber auch Passierscheine oder Gefangenenlisten. Sprache, Sicht- und Ausdrucksweise der Flugblätter wurden der jeweiligen Zielgruppe angepasst. Die Herausgeber der Feindflugblätter waren daher selten auf den ersten Blick ersichtlich. Das Codezeichen als organisatorischer Vermerk der Herausgeber erlangt daher für die Forschung große Bedeutung. Diese noch heute auf den Flugblättern erhaltenen Codezeichen fassen ganze Flugblattserien zusammen und erlauben Aussagen über Herausgeberländer, die Einsatzzeiten- und –orte der Feindflugblätter.

Schwerpunkte der Feindflugblattsammlung aus dem Zweiten Weltkrieg in der Staatsbibliothek sind neben deutschen Propagandablättern Flugblätter aus der damaligen Sowjetunion – darunter Blätter des „Nationalkomitees Freies Deutschland“, die für deutsche, polnische, finnische und ungarische Soldaten an der Ostfront entworfen wurden ­– sowie Flugblätter der Engländer/Amerikaner für die deutschen Soldaten.

Die Sammlung der Feindflugblätter des Zweiten Weltkriegs ist zum Teil im StaBiKat erschlossen. Für die Recherche steht außerdem eine Übersicht nach Herausgebern und Adressaten zur Verfügung. Eine detaillierte Darstellung der englischen, französischen, deutschen und sowjetischen Flugblattpropaganda im 2. Weltkrieg, die auch über die Sammlung der Staatsbibliothek Auskunft gibt, finden Sie in den Publikationen von Klaus Kirchner:
Flugblatt-Propaganda im 2. Weltkrieg. Europa, 22 Bde, Erlangen 1974-2015.